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  • 24.03.2011, 12:55 Uhr
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Landtagswahl BW 2011

Noch 3 Tage bis zur Landtagswahl.

Rückblick auf die Ergebnisse der Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg

Am kommenden Sonntag, dem 27. März 2011, wird der 15. Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Im Vorfeld dieser mit Spannung erwarteten Wahl blickt das Statistische Landesamt noch einmal auf die Ergebnisse der vergangenen Landtagswahl vom 26. März 2006 zurück. Zur Landtagswahl 2006 in Baden-Württemberg waren gut 7,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger des Landes aufgerufen. Allerdings machten damals nur rund 4 Millionen (53,4 Prozent) von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Dies war die niedrigste Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl seit Gründung des Landes Baden-Württemberg. Gegenüber der Landtagswahl 2001 war die Wahlbeteiligung um 9,2 Prozentpunkte zurückgegangen.

Die CDU hatte bei der Landtagswahl am 26. März 2006 ihre Position als stärkste politische Kraft im Land mit großem Abstand vor den anderen Parteien verteidigen können. Mit einem geringfügigen Minus von 0,6 Prozentpunkten gegenüber der Landtagswahl 2001 erreichten die Christdemokraten 44,2 Prozent der gültigen Wählerstimmen und damit ihr zweitbestes Ergebnis seit 1992. Die SPD hingegen hatte einen deutlichen Stimmenrückgang von 8,1 Prozentpunkten auf 25,2 Prozent der gültigen Wählerstimmen zu verkraften. Dies war ihr zweitniedrigstes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg. Einen Erfolg verbuchten 2006 die GRÜNEN, die mit einem Plus von 4,0 Prozentpunkten auf 11,7 Prozent kamen und die Position als drittstärkste politische Kraft im Land von der FDP zurückerobern konnten. Die Liberalen steigerten ihr Resultat von 2001 um 2,6 Prozentpunkte und erzielten mit 10,7 Prozent der gültigen Stimmen erstmals seit 1968 wieder ein zweistelliges Ergebnis.

Sitzverteilung 2006: CDU und FDP mit großer Mehrheit der Sitze, Frauen in der Minderheit

Nach der Landtagswahl 2006 zogen insgesamt 139 Abgeordnete in den 14. Landtag von Baden-Württemberg ein. Die CDU errang 69, die FDP 15 Mandate. Die SPD kam auf 38, die GRÜNEN auf 17 Sitze. Aufgrund dieser Sitzverteilung konnten CDU und FDP mit einem erheblichen Vorsprung von 29 Sitzen erneut eine Regierungskoalition bilden. Obwohl Frauen mit einem Anteil von knapp 52 Prozent unter der wahlberechtigten Bevölkerung in Baden-Württemberg leicht in der Überzahl sind, bildeten sie unter den Landtagsabgeordneten eine Minderheit. Unter den 139 Abgeordneten waren 106 Männer und nur 33 Frauen. Damit war zwar der Frauenanteil im 14. Landtag von Baden-Württemberg gegenüber der Legislaturperiode 2001 bis 2006 zwar von knapp 22 Prozent auf rund 24 Prozent gestiegen, dennoch waren weibliche Abgeordnete im 14. Landtag von Baden-Württemberg unterrepräsentiert. An dieser Situation wird sich im neuen Landtag, der am kommenden Sonntag gewählt wird, vermutlich wenig ändern, zumal der Frauenanteil unter den Bewerbern für die Landtagswahl 2011 mit 17,5 Prozent noch niedriger liegt als 2006. Damals waren gut 20 Prozent der Bewerber Frauen.

Wie haben die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2011 bei der Landtagswahl 2006 abgeschnitten?

Der Spitzenkandidat der CDU, Ministerpräsident Stefan Mappus, kandidiert bei der Landtagswahl 2011 wie bereits vor 5 Jahren im Wahlkreis 42 Pforzheim, wo er 2006 auf 46,8 Prozent der gültigen Stimmen kam und das Erstmandat errang. Auf das Konto von SPD-Herausforderer Nils Schmid, der 2006 im Wahlkreis 9 Nürtingen antrat, gingen 23,0 Prozent der Stimmen. Er zog über ein Zweitmandat in den Landtag ein. Bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag kandidiert Schmid im Wahlkreis 60 Reutlingen. Auch der Spitzenkandidat der GRÜNEN, Winfried Kretschmann, kandidierte 2006 im Wahlkreis 9 Nürtingen. Sein persönliches Ergebnis von 13,7 Prozent lag über dem Landeswert der GRÜNEN. Kretschmann zog ebenfalls über ein Zweitmandat in den Landtag ein und kandidiert auch am kommenden Sonntag im Wahlkreis Nürtingen. Für die FDP trat bereits bei der Landtagswahl 2006 Justizminister Ulrich Goll als Spitzenkandidat an. In seinem Wahlkreis 15 Waiblingen kam er auf 14,1 Prozent der Wählerstimmen und lag damit um 3,4 Prozentpunkte über dem Landesschnitt der Liberalen.

Hochburgen der Parteien

Bei der Wahl zum 14. Landtag von Baden-Württemberg lag die CDU in 9 Wahlkreisen über der 50-Prozent-Marke. Den stärksten Rückhalt fand die CDU in den Wahlkreisen Wangen mit 58 Prozent, Ehingen mit 54,6 Prozent sowie Main-Tauber mit 54,4 Prozent. Wie bereits bei früheren Wahlen schnitt die SPD auch bei der Landtagswahl 2006 im Landtagswahlkreis Mannheim I (40 Prozent) am besten ab. Weitere Wahlkreise mit Spitzenergebnissen für die SPD waren unter anderem die Wahlkreise Heidenheim (33,7 Prozent) sowie Lörrach und Heilbronn (jeweils 31,6 Prozent). Die SPD Baden-Württembergs musste in allen 70 Landtagswahlkreisen Verluste hinnehmen, lediglich in 7 Wahlkreisen kam die SPD auf über 30 Prozent der abgegebenen Stimmen. Traditionsgemäß erzielten die GRÜNEN auch bei der Landtagswahl 2006 in den Hochschulstandorten des Landes ihre höchsten Stimmenanteile. In den beiden Freiburger Wahlkreisen erhielten sie 24,2 Prozent bzw. 23,2 Prozent der gültigen Stimmen, in Stuttgart I 24 Prozent, in Tübingen 22,1 Prozent, in Heidelberg 21 Prozent und in Konstanz immerhin noch 18,9 Prozent. In allen Landtagswahlkreisen konnten die GRÜNEN Gewinne erzielen. Die FDP erzielte ihr mit großem Abstand bestes Wahlergebnis mit 19,8 Prozent im Landtagswahlkreis Freudenstadt. Auch im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen, in dem Wirtschaftsminister Ernst Pfister für die FDP antrat, erreichte sie mit 16,4 Prozent ein überdurchschnittliches Ergebnis. In 65 der 70 Wahlkreise konnte die FDP Stimmengewinne erzielen.

Landtagswahl 2006: Nahezu jeder zweite CDU-Wähler war 60 Jahre oder älter, GRÜNE mit der jüngsten Wählerschaft

Nach den Ergebnissen der Repräsentativen Wahlstatistik1) wies die Altersgliederung der Wählerschaft2) der Parteien bei der Landtagswahl 2006 erkennbare Unterschiede auf. Den höchsten Anteil an älteren Wählern hatte die CDU. Während der Anteil der 60-Jährigen und Älteren an der baden-württembergischen Gesamtwählerschaft insgesamt bei rund 37 Prozent lag, war unter Wählern der Union nahezu jeder Zweite (rund 45 Prozent) im Seniorenalter. Der Anteil der Senioren unter den SPD-Wählern war mit gut 35 Prozent zwar unterdurchschnittlich, dennoch stellten sie die mit Abstand größte Gruppe unter den Wählern der Sozialdemokraten. Im Gegensatz hierzu waren die Senioren in der Wählerschaft der GRÜNEN nur schwach repräsentiert (14 Prozent), während alle Altersgruppen unter 60 Jahren überproportional vertreten waren. Insgesamt betrachtet wiesen die GRÜNEN die jüngste Wählerschaft auf. Die Zusammensetzung der FDP-Wählerschaft wich insgesamt am wenigsten von der Altersstruktur der baden-württembergischen Gesamtwählerschaft ab.

Wahlrechtliche Änderungen

Zur Landtagswahl am 27. März 2011 treten einige wahlrechtliche Änderungen in Kraft. Diese betreffen unter anderem die Wahlkreiseinteilung und das Verfahren der Zuteilung der Zweitmandate. Die Erstmandate werden durch Mehrheitswahl in den 70 Wahlkreisen vergeben. Gewählt ist, wer im Wahlkreis die meisten Stimmen erhalten hat. Auf diese Weise werden 70 der 120 Mandate vergeben. Die Zweitmandate (Regelzahl 50) werden über Verhältnisrechnungen auf der Ebene des Landes und der vier Regierungsbezirke vergeben. Bis einschließlich der Landtagswahl 2006 wurden die Zweitmandate nach der Reihenfolge der absoluten Stimmenzahl verteilt, welche die Kandidatinnen und Kandidaten einer Partei innerhalb ihres Regierungsbezirks erlangt haben. Damit war es in großen Wahlkreisen, das heißt in Wahlkreisen mit einer höheren Zahl an Wahlberechtigten grundsätzlich leichter, ein Zweitmandat zu erhalten, als in kleineren Wahlkreisen. Nach der neuen Regelung werden nun Zweitmandate in der Reihenfolge der prozentualen Stimmenanteile innerhalb des Regierungsbezirks vergeben, um Auswirkungen unterschiedlicher Wahlkreisgrößen auf die Wahlchancen der Bewerber zu beschränken. Geändert wurde für die Landtagswahl 2011 auch die Wahlkreiseinteilung: In 37 der 70 Landtagswahlkreise wurden Änderungen in der Zusammensetzung vorgenommen.

(Statistisches Landesamt BW)


 


 

Landtag
Wahlkreis
Baden-Württemberg
CDU
GR�NE
Stimmen
FDP
Prozentpunkte
FDP-Wählerschaft
CDU-Wähler
SPD
Wahlbeteiligung
Zweitmandate Regelzahl
Kandidaten
Sonntag
Spitzenkandidat
Anteil
März
Partei
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Wählerstimmen
Abgeordnete
Fraue

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