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Kölner Gastwirte sauer - wieder drastische Preiserhöhung bei Sky

Nachdem sich die Bundesligisten wochenlang auf die neue Bundesligasaison vorbereitet hatten, es endlich wieder losging und zwei Spieltage gespielt wurden, geht es nun zunächst in die Länderspielpause. Aber nicht nur die großen Clubs mit vielen Nationalspielern fiel die Vorbereitung schwer, auch Kneipenwirte zerbrachen sich den Kopf in der Sommerpause...

Denn Sky hat die Preise für Gastronomiebetriebe erhöht. Es ist die zweite große Preiserhöhung innerhalb von einem Jahr. Nachdem zum 1. September 2013 der Bezahlsender Sky seine Bezahlmodalitäten für Gastronomen geändert hatte und nicht mehr nur auf der Grundlage der Kneipengröße die Preise berechnet wurden, traf insbesondere in Ballungsräumen die Wirte eine große Preiserhöhung. Denn es wurde die Bevölkerungsdichte, Kaufkraft und die Sportaffinität der Regionen mit in die Berechnungsgrundlage einbezogen. Köln, als Millionenstadt und jetzt auch wieder Bundesligisten traf die Preisoffensive schon vor einem Jahr schwer, ähnlich wie Europa-Dauergast Leverkusen.

Größeres Angebot, das Kölsche Gastros selten voll genutzt wird

„Es gibt keine flächendeckende Erhöhungen, durchschnittlich betragen sie aber 30 Prozent“, sagte Britta Krämer, Chefin der Geschäftskommunikation bei Sky im Juli. Der Sportsender erschließe für Sportbegeisterte immer mehr Sportarten, die auf Sky übertragen werden. So begrenze sich längst das Angebot nicht mehr nur auf die nationalen und internationalen Fußballpartien, sondern auch auf Golf, Tennis, Formel 1 und weitere Sportarten. Das Angebot solle weiter wachsen. Doch während Privatkunden sich unter den einzelnen Paketen ihre Wunschkombination auswählen, Filme buchen und ihre Programmvielfalt ganz persönlich abstimmen können, müssen Gastronomen das gesamte Sky-Sportangebot beziehen. Ein reines Fußballpaket aus Bundesliga, DFB-Pokal, Europa League und Champions League können die Wirte nicht buchen. Die Gebühren für Lizenzrechte, die Sky aufbringen muss, damit der Sender die Sportarten übertragen darf, werden dabei an die Gastronomen weitergeben. Zu den Skygebühren kommt zuzüglich noch der Rundfunkbeitrag. Doch oftmals brauchen sie das erweiterte Sportangebot von Sky gar nicht.

Sonderkündigungsrecht für FC-Wirte

Nicht nur in Köln sondern auch in Leverkusen, der weiteren Bundesligastadt in direkter Nähe zu Köln ärgerten sich die Wirte. Einige kündigten dort ihre Abos. Die Dehoga wundert das nicht. „Die Gastwirte in NRW haben schon durch das Rauchverbot Einbußen erlitten. Jetzt müssen sie schauen, ob sich Sky noch lohnt“, sagte Thorsten Hellwig, Pressesprecher der Dehoga-NRW im Juli. Warum trotz der finanziell schwierigeren Situation für Gastwirte in NRW die Sky-Abopreise erhöht wurden bzw. darauf offenbar keine Rücksicht genommen wurde, konnte Sky nicht beantworten. Sky betreibe aber intensive Marktforschung und Kundendialog. Für die Wirte wurde durch die Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht bis zum 11. August eingeführt.

Bierrechner der Dehoga

Insbesondere für die Kneipen und Gaststätten, in denen die Fußballübertragung sehr wichtig ist, weil es für die Location ein quasi Alleinstellungsmerkmal darstellt, musste nachgerechnet werden. Die Dehoga hatte dazu einen „Lohnt sich Sky noch“-Rechner ins Netz gestellt, den die Wirte benutzen konnte um ausrechnen, wie viele Biere sie an einem „Sky-Tag“ (Übertragungstrag mit Fußball) mehr verkaufen müssen.

Dehoga wirbt mit Sky-Sonderrabatten

Deutliche Rabatte von über 50 Prozent, jährliche Rabatte bis 800 Euro im Jahr, später greifende Preiserhöhungen – in diesen Genuss sollen Dehoga-Mitglieder kommen. Für die Wirte könnten sich somit die neuerlichen Preiserhöhungen nicht ganz so drastisch auswirken, wie auf den ersten Blick sichtbar. Bis zum 31. Oktober können die Wirte, die Mitglied bei der Dehoga sind unter Nennung des Dehoga-Landesverbandes, der Dehoga-Mitgliedsnummer ihren Sonderrabatt bei Sky anzeigen.

Das sagen einige Kölner Wirte zur neuerlichen Sky-Erhöhung

Klettenberger Hof:
Es gab sehr intensive Überlegungen Sky abzubestellen. Nach dieser neuerlichen Preiserhöhung ist das eigentlich nicht mehr finanzierbar. Die Preise wurden jetzt von etwa 450 auf gut 650 Euro erhöht (fast 50 Prozent). Das sonstige Angebot, was Sky anbietet, brauchen wir hier auch nicht. Es besteht nur das Interesse an den Spielen des FC und manchmal auch an anderen Topspielen. Um die Kosten zu Decken, gibt es nun ein „Sky-Kölsch“, das jedem Gast auf seinen Decken geschrieben wird.

Südkurve:
Die letzte Erhöhung war gut ein Drittel. Das muss ich mir wirklich überlegen, ob ich weiterhin Sky abonnieren werde. Mein Vertrag läuft noch bis zum Ende des Jahres, bis November habe ich Zeit zu kündigen. Das ist eigentlich nicht mehr zu finanzieren. Der sonstige Kram, den Sky überträgt, braucht hier keiner, das Interesse besteht einfach nicht. Außerdem ist der Kundendialog schlecht. Am ersten Spieltag fiel der Receiver aus, Sky konnte mir nicht wirklich weiterhelfen. Ich habe es dann aber geschafft selbst wieder ein funktionierendes Bild herzustellen.

(Redaktion)


 


 

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