Sie sind hier: Startseite Nordbaden Aktuell Karriere
Weitere Artikel
1. Quartal 2011

Arbeitsplätze im Südwesten um 93000 gestiegen

Zweitstärkster Stellenzuwachs unter allen Bundesländern. Die Situation auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt hat sich im 1. Quartal 2011 spürbar verbessert.

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten Berechnungen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« mitteilt, gab es im Startquartal 2011 fast 5,62 Millionen Arbeitsplätze im Land, 93 000 oder 1,7 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte damit seit Einführung der vierteljährlichen Erwerbstätigenrechnung im Jahr 2001 in einem ersten Quartal einen neuen Höchststand und überschritt erstmals die Grenze von 5,6 Millionen. Gegenüber dem Vorquartal ging die Zahl der Erwerbstätigen um fast 47 000 bzw. 0,8 Prozent zurück, der Rückgang der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres ist jedoch saisonal üblich und fiel aktuell deutlich geringer aus als in den beiden Jahren zuvor (2010: – 74 000, 2009: – 99 000). Im Bundesländervergleich lag Baden-Württemberg mit einem Erwerbstätigenzuwachs um 1,7 Prozent gemeinsam mit Rheinland-Pfalz auf Platz zwei. Übertroffen wurde das Ergebnis lediglich in Bayern mit einem Plus um 1,9 Prozent. Bundesweit stieg die Erwerbstätigenzahl um 1,4 Prozent.

Die positiven Tendenzen auf dem baden-württembergischen Beschäftigungsmarkt verstärkten sich sowohl im Produzierenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor. Im 1. Quartal 2011 waren im Produzierenden Gewerbe 1,77 Millionen Personen erwerbstätig, über 27 000 oder 1,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im größten Industriebereich, dem Verarbeitenden Gewerbe, stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 23 000 auf 1,45 Mill. (+ 1,6 Prozent). Auch die Dienstleistungsunternehmen im Land setzten ihre dynamische Erwerbstätigenentwickung fort. Insgesamt waren im 1. Quartal 2011 mehr als 3,75 Millionen Erwerbstätige in diesem Sektor tätig, 66 000 oder 1,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Den stärksten Stellenzuwachs im Dienstleistungsbereich verbuchten im 1. Quartal 2011 die Unternehmensdienstleister mit einem Plus von über 35 000 Arbeitsplätzen gegenüber dem Vorjahresquartal. Ausschlaggebend hierfür war erneut die Zeitarbeitsbranche. Im März 2011 standen nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Südwesten mehr als 93 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei einer Zeitarbeitsfirma unter Vertrag. Das waren zwar lediglich 2,4 Prozent der insgesamt 3,95 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Zuwachs gegenüber März 2010 betrug jedoch 27 000 (+ 41,8 Prozent). Damit sind rund 30 Prozent aller im März 2011 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat entstandenen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze Baden-Württembergs der Zeitarbeitsbranche zuzurechnen. In keinem anderen Bundesland hat die Zahl der Zeitarbeitnehmer im März 2011 prozentual so stark zugenommen wie im Südwesten, bundesweit betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat 27,2 Prozent.

Die aktuelle Entwicklung zahlreicher Arbeitsmarktindikatoren im Land ähnelt der Situation Anfang des Jahres 2008, als ebenfalls Hochkonjunktur herrschte. Dies betrifft nicht nur die Entwicklung der Erwerbstätigenzahl, sondern auch die Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und der Arbeitslosen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 2011 knapp 225 000 Personen im Land arbeitslos, 50 000 oder 18,2 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die auf alle zivilen Erwerbspersonen bezogene Arbeitslosenquote betrug 4,0 Prozent und war mit Ausnahme von Bayern in keinem Bundesland so niedrig wie hierzulande. Angesichts der Stärke des aktuellen Wirtschaftswachstums von rund 6 Prozent im Vergleich zu 2 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2008 mag es überraschen, dass die Arbeitsmarktentwicklung aktuell nicht noch besser ausfällt. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich die Erholung auf dem Arbeitsmarkt in der gegenwärtigen Phase der Hochkonjunktur stärker in der höheren Auslastung des vorhandenen Personals widerspiegelt als in Neueinstellungen. Während der jüngsten schweren Wirtschaftskrise konnten negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt durch eine erhebliche Ausweitung der Kurzarbeit und einen Abbau von Arbeitszeitkonten abgefedert werden. Diese Personalkapazitäten werden nun wieder ausgeschöpft. Nach neuesten Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Februar 2011 lediglich noch 21 000 Beschäftigte in 2 900 Betrieben des Landes von Kurzarbeit betroffen. Ein Jahr zuvor waren es dagegen 174 000 Kurzarbeiter in 10 200 Betrieben.

(Statistisches Landesamt BW)


 


 

Erwerbstätigen
Vorjahres
Quartal
Bundes
März
Beschäftigte
Südwesten
Dienstleistungsbereich
Entwicklung
Bundesagentur
Kurzarbeit
Zeitarbeitsbranche
Arbeitslosen
Personen
Angaben
Arbeitsmarkt

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Erwerbstätigen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: