13.10.2010  14:40 Uhr

Tinnitus
Kiefergelenkfehlstellungen können Tinnitus verursachen

Nordbaden. Neben diversen Leiden wie chronischen Schmerzen, Migräne und Rückenschmerzen kann eine Kiefergelenksfehlstellung kann auch Tinnitus (Ohrgeräusche) auslösen.


Menschen, die an Tinnitus leiden, bringen häufig eine regelrechte Irrfahrt von Arzt zu Arzt hinter sich, ehe die tatsächliche Krankheitsursache endlich entdeckt wird. "Die meisten Menschen wissen oft nicht, dass der Besuch beim Zahnarzt der richtige Schritt zur Linderung Ihrer gesundheitlichen Probleme sein kann", sagt Zahnarzt Dr. Richard J. Meissen, Ärztlicher Direktor der Duisburger Kaiserberg Klinik. "Durch neuartige Diagnosemethoden und -geräte lassen sich in manchen modernen Zahnarztpraxen Kiefergelenksfunktionsstörungen, die häufig einen Tinnitus verursachen können, bereits präzise diagnostizieren."

Kiefergelenke können sich gleichzeitig drehen und gleiten. Liegt in den Bewegungen nun eine Störung vor, kann dies ein Tinnitusauslöser sein, so der Experte. Unterkieferbewegungen können durch moderne Diagnosegeräte dreidimensional sichtbar gemacht werden. Diese Untersuchung wird berührungs- und schmerzfrei durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Der Untersuchte nimmt dabei eine sogenannte Bissgabel zwischen die Zähne, während Infrarotspezialkameras die Gelenkbewegungen erfassen und auf einen Computer des Zahnarztes übertragen. Dank einer speziellen Software erkennt der Arzt die fehlerhafte Belastungen der Kiefergelenke, die möglicherweise den Tinnitus ausgelöst haben und Maßnahmen zur Tinnitus-Behandlung planen.

Laut Dr. Meissen sind die Ursachen von Kieferfunktionsstörungen und damit auch von Tinnitus vielfältig. Häufig sei es Stress, teilweise einhergehend mit starkem, nächtlichen Zähneknirschen. Vielen Patienten dabei geholfen werden, ihren Tinnitus zu lindern, in dem sie nachts eine Aufbiss-Schiene tragen, die den Kiefer entlastet. Auch schlecht sitzende Prothesen, falsch angepasste Kronen und Brücken oder Zahnfehlstellungen können Ursachen für Kiefergelenkprobleme und damit auch für den Tinnitus sein. Diese Auslöser können durch die richtige Diagnose erkannt und durch passgenaue Brücken oder Kronen behandelt werden, was zur Linderung des Tinnitus führen kann.


 

(Redaktion)

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  • Dr. Richard J. Meissen
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