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Kaufkraft

Unterschätzt die Wirtschaft die Kaufkraft der Senioren?

Die Politik hat die neue Zielgruppe der Senioren schon seit längerem erkannt. Denn viele Themen, die führende Politiker in den letzten Jahren aufgegriffen haben, beschäftigen sich mit Problemen und Anliegen von Senioren. So hat so gut wie jeder Ortsverband führender Parteien in Deutschland spezielle Gesprächsrunden für Senioren, eigene Senioren-Sprecher oder Ausschüsse, die sich mit den Belangen der Generation 60 plus auseinandersetzen.

Lebenserwartung deutlich gestiegen


Die Lebenserwartung in Deutschland ist in den letzten 50 Jahren stark angestiegen. Lag etwa die durchschnittliche Lebenserwartung im Jahre 1970 noch bei 71 Jahren, so liegt sie in Deutschland heute bei rund 80 Jahren, was nicht zuletzt auf eine bessere medizinische Versorgung sowie eine allgemein bessere Seniorenbetreuung zurückzuführen ist.


Da gleichzeitig die medizinische Versorgung ständig verbessert und ausgeweitet wurde, neue Technologien und Behandlungsmethoden erforscht wurden, werden Senioren heutzutage nicht nur deutlich älter als die Generation vor ihnen, sondern sind auch länger körperlich und geistig fit. Da verwundert es doch sehr, dass nach neuesten Studien die Wirtschaft diese immer größer werdende Bevölkerungsgruppe noch immer nicht ausreichend würdigen soll.


Verschläft die Wirtschaft den Trend?


Nach einer neuen Studie der Universität des Saarlandes, hat die Wirtschaft die Zeichen der Zeit noch immer nicht ausreichend erkannt, beziehungsweise bis jetzt nur unzureichende Maßnahmen gesetzt. Ein großer Irrglaube sei etwa, dass Senioren neuen Produkten gegenüber abgeneigt seien und diesen ablehnend gegenüberstehen würden.
Senioren müssten nur ausreichend über die positiven Eigenschaften des jeweiligen Produkts informiert werden, seien sie dann aber von dem Nutzen überzeugt, würden sie auch durchaus Kaufinteresse bekunden.


Viele Unternehmen setzen jedoch nach wie vor nur auf die jüngeren Altersgruppen. So gebe es etwa kaum auf Senioren zugeschnittene Werbung im Fernsehen oder Radio, vom Internet ganz zu schweigen. Die Studie spricht in diesem Zusammenhang auch vom „schizophrenen Verhalten“ der verantwortlichen Werbemacher, da auf der einen Seite zwar die lange Tradition des jeweiligen Unternehmens oder Produkts beworben wird, auf der anderen Seite wäre die Werbung aber nur auf die jungen Altersgruppen zugeschnitten. Fast hat man den Eindruck, die Wirtschaft oder besser gesagt die verantwortlichen Marketingstrategen hätten Angst, mit älteren Mitbürgern in Verbindung gebracht zu werden.


Seniorenbild in der Werbung


Senioren in der Werbung treten lediglich für eindeutige Produkte in Erscheinung, so etwa für Gelenksalben oder ähnliche Konsumgüter. Auch die Rolle der gütigen Großmutter, die Kuchen bäckt, oder ähnliche Klischees werden nach wie vor gerne mit älteren Personen bedient. Die Tatsache, dass viele Senioren jedoch heute bis ins hohe Alter fit sind und gerne reisen, Sport betreiben oder gar studieren, werde von den Werbemachern nach wie vor gänzlich ignoriert. Schenkt man der Studie Glauben, so müssen die Unternehmen und Werbeagenturen ihre Strategien wohl bald überdenken, wollen sie nicht eine immer größer werdende Kundenschicht gänzlich vergrämen.

(Redaktion)


 


 

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