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Ziele 2017

Coaching hin oder her: Jedes Jahr aufs Neue!

Zum Jahresbeginn boomt das Coaching-Geschäft. Ziele und Visionen werden definiert, Strukturen festgelegt und der Rucksack mit neuen Vorsätzen gefüllt. Das Packen erfolgt, nein, nicht im September, Oktober oder November eines Vorjahres sondern wird exakt auf den 1. Januar datiert, der Beginn eines neuen Kalenderjahres. Wieso eigentlich?

Von Zielen umzingelt

Ob Business Coach, Beziehungscoach, Personal- und Ernährungscoach – Sie alle stellen Anfang des Jahres die gleiche Frage: „Und? Was sind Ihre Ziele für 2017?“, „Woran merken Sie, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?“. Die Ziele sind meist identisch zum Vorjahr, sind nur im Laufe der Monate in Vergessenheit geraten.

Ob der „erneute Versuch eines Jobwechsels“, „noch gesünder leben als im letzten Jahr“, „mehr Sport treiben“, „weniger essen und Alkohol“, „Schluss mit Rauchen“, „mehr reisen“ kombiniert mit einer „erfolgreicheren Partnersuche“, die perfekte Einstiegsfrage für 2017 wäre doch zu allererst: „Und? Was haben Sie rückblickend 2016 alles erreicht? Worauf sind Sie stolz?“

Schnell wird klar, dass im Vorjahr nachträglich mehr in den Rucksack gestopft wurde, als sich jeder Einzelne eigentlich vorgenommen hatte. Wir werden während des Jahres immer wieder gezwungen, uns unerwarteten Situationen und Herausforderungen zu stellen. Die alten Vorsätze rücken in den Hintergrund und werden durch wichtigere Zielsetzungen ausgetauscht. Diese unerwarteten Ereignisse und Erfolge werden jedoch zum Jahresbeginn als ganz selbstverständlich betrachtet, verlieren ihre Bedeutung und geraten beim Blick in die Zukunft in vollkommene Vergessenheit.

Der Mensch braucht ein Ziel

Braucht er das? Seit der Schulzeit streben wir nach guten Noten, sonst wird später nichts aus uns. Haben wir in jungen Jahren ein Ziel erreicht, folgt sogleich das nächsthöhere. Wir klettern im Laufe unseres Lebens die Leiter der Ziele unermüdlich immer weiter, höher und schneller und kommen trotzdem niemals an.

Zielerreichung wird normalerweise vom Umfeld mit Wertschätzung belohnt. Fast überall, nur nicht im Job. Für einen Rückblick bleibt keine Zeit. Ein Unternehmen blickt immer nach vorne. Ständige Marktveränderungen zwingen Unternehmen regelmäßig zu Umstrukturierungen. Der perfekte Mitarbeiter von heute muss flexibel, loyal und anpassungsfähig sein. Er beherrscht es, sich kurzfristig in neue undefinierte Aufgabenbereiche einzuarbeiten, sich daran zu erfreuen und schließlich über sich hinauszuwachsen.

Jobveränderungen zum Anfang des Jahres haben natürlich Einfluss auf den Inhalt eines Rucksackes. Vertragen sich die einzelnen Ziele überhaupt? Die Jobsuche zum Jahresanfang ist selten mit „ab heute esse ich weniger“ kompatibel. Zumindest nicht bei Frauen.

Kein Ziel ist auch ein Ziel!

Wer jahrelang einen ganzen Rucksack voller Ziele, Herausforderungen, Hürden und Veränderungsprozesse ein- und ausgepackt, strukturiert und bearbeitet, hat wahrhaftig viel erreicht! Ein Ziel zum Jahresbeginn wäre doch durchaus, sich selbst zunächst für seine Erfolge zu feiern und sich zu wertschätzen. Noch einmal zurückzukommen auf die obige Coaching-Frage „Was nimmst Du Dir für 2017 vor?“. Hier wäre doch ein wohlverdientes „Nichts!“ angemessen. „Mein Ziel ist kein Ziel!“. Und das ist schließlich auch ein Ziel! Damit wäre auch sogleich jede Coaching-Sitzung beendet.

Zauberwort Gelassenheit

Aber wie geht „Nichts?“ Gelassenheit heißt das Zauberwort. Gelassenheit, da wir grundsätzlich nicht wissen, was morgen ist. Gelassenheit gibt uns die Zeit, Herausforderungen von allen Seiten objektiv zu betrachten, abzuwägen und richtige Entscheidungen zu treffen. Mit einer Portion Gelassenheit halten wir dem heutigen Druck stand, der an jeder Sprosse der Leiter lauert. Egal zu welcher Jahreszeit. Wir reduzieren mit Gelassenheit die Geschwindigkeit des Aufstiegs. Gelassenheit gibt uns die Gelegenheit, innezuhalten und uns zu fragen „Muss ich oder möchte ich die Sprosse erklimmen?“. Besser in Teilschritten denken und seine Erfolge auf einem Blatt Papier festhalten, um somit am Jahresende Frustrationen zu vermeiden. Der Blick auf die zurücklegte Strecke lädt bestimmt zum Verweilen ein!

„Ein Ziel lernt man erst so richtig auf dem Weg zu ihm kennen!“ (Ernst Ferstl, 1955)

(Saskia Thiele)


 


 

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