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Highlights der 2. Jahreshälfte am ZKM

Auch nach der Eröffnung der Ausstellung „CAR CULTURE. Medien der Mobilität“ und der Verleihung des weltweit ersten AppArtAwards präsentiert das ZKM in der zweiten Jahreshälfte ein aufregendes und vielfältiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm.


„Im 21. Jahrhundert entsteht weltweit eine Kunst mit dem Anspruch auf globale Zeitgenossenschaft ohne Grenzen und ohne Geschichte.“
(Hans Belting)
Ganz in diesem Sinne eröffnet am 16. September die Ausstellung The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989 und gibt einen fundierten Einblick in die Veränderungen der Kunst in Zeiten der Globalisierung .
KünstlerInnen und vor allem die Institutionen der Kunst stehen vor der Frage, wie weit Kunst „global“ gedacht werden kann und muss. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Global Art and the Museum“ erfolgt die dokumentarische und zugleich experimentelle Untersuchung der aktuellen Kunstwelt. Als eine im besten Sinne utopische „Fabrik“ und Arbeitsstätte wird das ZKM mit „The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989“ diese Bedingungen, die auch den Alltag jenseits der Kunstwelten prägen, selbst zur Diskussion stellen und aus dem Museum einen Ort des Zeitgenössischen machen.
Kuratoren: Peter Weibel, Andreas Buddensieg
Wissenschaftliche Beratung: Hans Belting

Mit kunstimmanenten Anspielungen richtete sich ältere Kunst an den weltgewandten Connaisseur. Spätestens mit Beginn der Pop Art ist der Kanon der ‚zitierfähigen’ Vorlagen zugunsten unbegrenzt erscheinender Inspirations- und Zitatvorlagen aus der Lebenswelt erweitert worden. Dem Verweis in der Kunst widmet sich die Ausstellung Hirschfaktor. Die Kunst des Zitierens. Der Begriff Hirsch-Faktor wurde dabei aus der Wissenschaft entlehnt und bezeichnet die Schnittmenge der Anzahl der Publikationen eines Wissenschaftlers und der Menge der daraus verwendeten Zitate. Im Gegensatz zu dieser Methode des wissenschaftlichen Rankings geht es in der Ausstellung jedoch nicht darum, zu ermitteln, wie oft etwa Kasimir Malewitschs Schwarzes Quadrat in der Kunst zitiert worden sind. Vielmehr steht die Präsentation der unterschiedlichsten Gestaltungstraditionen von Vorlagen aus der Populärkultur, aus der Warenwelt, der Kunst und der Politik im Vordergrund. Damit verbunden ist die Fragestellung, was aus den ehemaligen künstlerischen, gesellschaftlichen oder politischen Vorstellungen und Absichten geworden ist, mit denen die jeweiligen Kunstwerke konnotiert waren oder noch sind. Dem Ausstellungsbesucher bietet sich die Möglichkeit, in einem faszinierenden Spektrum von Bildfindungen ebenso Neuentdeckungen in der zeitgenössischen Kunst zu machen wie Vertrautem zu begegnen.
Kurator: Andreas F. Beitin

Die Logik, künstlerische Kreation experimentell zu erproben, war Ziel des japanischen Philosophen Hiroshi Kawano. Heute gilt er als einer der wichtigsten Wegbereiter der Eroberung der Computertechnologie für die Künste. Die Ausstellung Hiroshi Kawano. Der Philosoph am Computer umfasst zahlreiche Werke und Dokumente, die noch nie außerhalb Japans präsentiert wurden. Die Retrospektive betont die Sonderrolle Kawanos im Kreis der Pioniere der „Computerkunst“, der ab 1964 computergenerierte Formen für unterschiedliche künstlerische Gattungen schuf. Die Entscheidung Kawanos, sein Archiv dem ZKM zu schenken, lag nicht zuletzt darin begründet, dass es ein deutscher Philosoph war, der ihm entscheidende Impulse gab, um Ästhetik und Computertechnik zusammenzuführen: der in Stuttgart lehrende Max Bense.
Kuratorin: Margit Rosen

Nach der Präsentation unterschiedlicher Kunsttendenzen widmet sich das ZKM zum Jahresende mit der Ausstellung digital art conservation (Arbeitstitel) dem Thema der Konservierung digitaler Medienkunst. Die Ausstellung ist eine Präsentation von Fallstudien des EU-Forschungsprojekts „digital art conservation“ dessen Hauptziele die dauerhafte Erhaltung und Präsentation der Medienkunstsammlungen am Oberrhein sowie die Analyse und Weiterentwicklung von aktuellen Strategien zur Bewahrung digitaler Kunst ist. Projektpartner des durch das Programm INTERREG IV finanzierten Projekts sind u.a. die Ecole supérieure des arts décoratifs de Strasbourg, und die Hochschule der Künste Bern.

Ende Oktober setzt das ZKM eine Symposiumsreihe fort, die auf eine aktuelle Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft zielt. Als Teil der gemeinsam vom ZKM und der Akademie Schloss Solitude ausgeführten Projekte zum Thema Kreativität und Innovation, die 2007 vom Staatsministerium Baden-Württemberg initiiert wurden, fand im Juli das Symposium „Molekulare Ästhetik“ statt. Auch mit dem im Oktober stattfindenden Zusammentreffen führender Wissenschaftler beim Symposium „Neuroästhetik“ gilt es, einen interdisziplinären Austausch von Ansichten und Ideen zu initiieren, die zu einer neuen Definition von ästhetischer Erfahrung führen können. Der Begriff der Neuroästhetik zielt darauf ab, kreative Prozesse als Ausdruck von Hirnfunktionen zu begreifen. Gleichzeitig versucht er die neurobiologischen Grundlagen ästhetischer Erfahrung zu verstehen. Er formuliert damit den Versuch die unterschiedlichen Annäherungen an den Begriff der Kunst und der menschliche Erfahrung miteinander zu verbinden.

Wie im letzten Jahr bildet das IMATRONIC Festival für elektronische Musik den Höhepunkt der Arbeit des ZKM | Institut für Musik und Akustik. Bestandteil des viertägigen Festivals (vom 23.-26.11.11) sind die Verleihungen des Giga-Hertz-Preises sowie des Walter-Fink-Preises. Insgesamt werden an den vier Tagen sieben Konzerte und Performances mit zahlreichen Uraufführungen präsentiert.

(ZKM/Redaktion)


 


 

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