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Unruhen im Irak lassen Ölpreise steigen

Der Markt reagiert zusehends nervös auf den Vorstoß der dschihadistisch und salafistisch ausgerichteten Organisation ISIS im Nordirak. Während die Aufständischen weiter Richtung Bagdad vordringen, stieg der Preis für die Nordseesorte Brent auf ein Neunmonatshoch.

Brent bei 115 Dollar

Auch texanisches Leichtöl der Sorte WTI wurde teurer. Aktuell steht es bei 108 Dollar pro Barrel . Nach Saudi-Arabien ist der Irak der zweitgrößte Erdölförderer der Opec. Mit einem täglichen Volumen von 30 Millionen Barrel pro Tag sind die Mitgliedsstaaten für 40 Prozent des weltweiten Ölhandels verantwortlich. Aus dem Irak stammen dabei etwa drei Millionen Barrel.

Angesichts der jüngsten Ereignisse zeigte sich die Internationale Energieagentur (IEA) besorgt. Allerdings gehe sie nicht davon aus, dass die Unruhen die kurzfristigen Öllieferungen gefährden werden. Dabei betonte sie, dass bereits seit März kein Öl aus dem Norden des Landes mehr exportiert werde. Damals wurde die Pipeline zwischen dem türkischen Ceyhan und dem irakischen Kirkuk bombardiert.

Ölexporte noch sicher?

Bei einem Treffen der Opec-Staaten in Wien erklärte der Ölminister des Iraks Abdul Kareem Luaibi, dass die Exporte seines Landes „sehr, sehr sicher“ seien. Erstens laufen die meisten Ausfuhren über den gut geschützten Hafen von Basra und zweitens werden 90 Prozent des Öls im Süden des Landes gefördert. Michael Lewis, Rohstoffanalyst der Deutschen Bank, sieht jedoch eine Gefahr gegeben, wenn die Rebellen weiter Richtung Süden vorrücken. Die Stabilität des Landes könnte weiter gefährdet und die Ölproduktion gestört werden.

Dabei hegt der Irak große Ziele bei der Ausweitung seiner Erdölproduktion. Bis Ende 2014 soll die Fördermenge von 3,3 auf 4 Millionen Barrel gesteigert werden. Bis 2020 wolle man sogar auf 9 Millionen erhöhen. Eine besonders wichtige Rolle werden dabei die bislang unentwickelten Förderstätten in Kurdistan und im Nordirak spielen.

Irak wichtig für globale Energieversorgung

Der Irak verfügt über die fünftgrößten Energiereserven der Welt. Mit einer Fördermenge von 3,6 Millionen Barrel am Tag, habe das Land den höchsten Stand seit 1979 verzeichnet Im letzten Jahr waren es noch 3,1 Millionen Barrel gewesen. Hierbei profitierte der Irak vor allem von den Reserven unter dem Meer, die leichter zugänglich und deshalb günstiger zu fördern sind. Wegen den jüngsten Entwicklungen der Fracking -Technologie geriet das Land zuletzt etwas aus dem Blick der Öffentlichkeit, doch gehen Experten davon aus, dass ab 2020 wieder in erster Linie die Opec-Staaten den Ölmarkt dominieren werden.

(Christian Weis)


 


 

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