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2500-Euro-Abwrackprämie beflügelt deutschen Automarkt

Die Abwrackprämie hat dem Automarkt in Deutschland einen Aufschwung beschert. Im Februar erhöhte sich die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21 Prozent auf 277 700, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag in Berlin mitteilten. Laut VDA-Präsident Matthias Wissmann handelt es sich um «das höchste Absatzniveau in einem Februar seit zehn Jahren».

Die Lage auf dem Weltmarkt sei jedoch weiterhin schlecht. Der Export - so Wissmann weiter - sei um 51 Prozent im Vergleich um Vorjahreswert zurückgegangen. Vor allem im Schlussquartal des vergangenen Jahres hatten die Autohersteller in Deutschland wie auf dem Weltmarkt drastische Einbußen hinnehmen müssen.

Nach Angaben des VDIK betrug das Plus bei den Neuzulassungen bereinigt um Arbeitstage im Februar sogar 26 Prozent. Besonders erfolgreich sei die Umweltprämie in den östlichen Bundesländern. Dort werde mit einem Zuwachs von mehr als 40 Prozent gerechnet. Gefragt seien vor allem kleinere und sparsamere Modelle.

Bezüglich des weltweiten Absatzes profitierten die deutschen Hersteller Porsche, BMW, Mercedes-Benz und Audi bisher kaum von der Entwicklung in Deutschland. Die Volkswagen-Tochter Audi verkaufte im Februar weltweit elf Prozent weniger Wagen. Der Konkurrent BMW vermeldete einen Einbruch um knapp ein Viertel. Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche sagte bisher lediglich, dass sich die schwache Nachfrage zu Jahresbeginn auch im Februar bei Mercedes-Benz-Cars fortgesetzt habe. Im Januar hatte die Marke 35
Prozent weniger Wagen verkauft. Auch Porsche gab an, weniger Autos als im Vorjahresmonat verkauft zu haben. Volkswagen veräußerte weltweit zwölf Prozent weniger Fahrzeuge.

Wissmann zufolge ist die Enwticklung der Neuzulassungen in Deutschland erstmals seit über sechs Monaten wieder positiv. Er erwarte, dass auch im gesamten ersten Quartal der Inlandsabsatz über Vorjahresniveau liegen werde. Der Schub habe bei einigen Autoherstellern bereits dazu geführt, dass die beabsichtigte Kurzarbeit wieder zurückgenommen oder deutlich reduziert werden konnte.

Trotz der positiven Entwicklung der Neuzulassungen in Deutschland bezeichnet Wissmann die Lage auf den Weltmärkten als anhaltend schlecht. Der Export der deutschen Hersteller sei im Februar um 51 Prozent auf 202 000 Einheiten zurückgegangen. Die Pkw-Produktion, die bereits im Januar um 34 Prozent verringert wurde, sei gegenüber dem Vorjahresmonat um 47 Prozent gesenkt worden.

Nach VDA-Informationen unterscheidet sich die derzeit positive Situation bezüglich der Neuzulassungen in Deutschland deutlich vom restlichen Europa. In Spanien hatten sich die Fahrzeugverkäufe im vergangenen Monat nahezu halbiert, Italien verzeichnete einen Einbruch um ein Viertel. Selbst in Frankreich wurden im Februar 13 Prozent weniger Neuwagen abgesetzt, obwohl es dort ebenfalls eine Art Abwrackprämie gibt. Diese liegt allerdings nur bei 1000 Euro für einen Neuwagen.

Die Abwrackprämie in Deutschland ist Teil des zweiten Konjunkturpaketes der Bundesregierung. Käufer von umweltfreundlichen Neu- oder Jahreswagen erhalten dabei 2500 Euro für die Verschrottung ihres mindestens neun Jahre alten Autos. Die Bundesregierung hat dafür im laufenden Jahr 1,5 Milliarden Euro eingeplant - damit könnten maximal 600 000 Prämien bezahlt werden. Bis zum Dienstag sind im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 157 696 Anträge und damit mehr als ein Viertel auf Gewährung der
Abwrackprämie eingegangen. Der ADAC und zahlreiche Autohersteller haben bereits eine Abschaffung der Deckelung der Fördersumme gefordert.

(Redaktion)


 


 

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