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Aus für die Glühlampe

Abgewrackt zum Jubiläum

Die Europäische Union macht ernst: Am 1. September 2009 verschwinden die ersten Glühlampen aus den Läden. 2013 ist dann endgültig Schluss. Zur Begrenzung des Stromverbrauchs der Privathaushalte folgen weitere Maßnahmen.

Glühlampenverbot

Aus und vorbei. Am 1. September 2009 ist es soweit. 130 Jahre nach Erfindung durch Thomas Edison geht es der berühmten Glühlampe schrittweise an den Kolben. Die ersten Opfer: alle matten Glühlampen und klaren Lampen mit 100 Watt und mehr. Innerhalb der Europäischen Union ist dann der Verkauf dieser Lampenarten verboten. In den folgenden Jahren jeweils zum ersten September müssen weitere Glühlampen aus den Geschäften verschwinden. Für die „60-Watt-Birne“ geht 2011 im Laden das Licht aus. Einzige Ausnahme: Sehr kleine Lampen mit weniger als 60 Lumen sind bisher nicht im Stufenplan enthalten.

Ineffiziente „Birnen“

Der Grund für das Glühlampenverbot ist die miserable Lichtausbeute. Denn nicht das eigentliche Leuchten ist die Stärke der Glühlampen, sondern das Heizen. Schätzungsweise 95 Prozent der eingesetzten Energie gehen als Wärme verloren. Nur rund 5 Prozent setzt die Glühlampe in Licht um. Deutlich effizienter und somit stromsparender sind LED- und Energiesparlampen. Ein Umstieg lohnt sich daher auch finanziell. Für die Modellhaushalte der Stiftung Warentest heißt das konkret: Die dreiköpfige Familie spart im Schnitt 166 Euro im Jahr. Ein Single hat 64 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung.

Hintergrund

In der Vergangenheit verhallten die Appelle zum Energiesparen ungehört: Der Stromverbrauch der Privathaushalte ist in der Europäischen Union von 1999 bis 2004 um 10 Prozent gestiegen. Abhilfe soll die seit 2005 verabschiedete Ökodesign-Richtlinie schaffen. Diese legt Mindeststandards für energiebetriebene Produkte fest. Auf Grundlage der Rahmen-Richtlinie folgen schrittweise produktspezifische Verordnungen. Das Ziel der EU: finanzielle Entlastung der Verbraucher und eine deutliche Verringerung der CO2-Emissionen. Bisherige Verordnungen, die bereits Gesetzeskraft erlangt haben, existieren in folgenden Bereichen: Haushaltslampen, einfache Set-Top-Boxen, Batterieladegeräte und externe Netzteile sowie produktübergreifend zu Standby- und Schein-Aus-Verlusten.

Begrenzung von Standby und Aus

Neben dem Glühlampenverbot entfaltet bereits Anfang nächsten Jahres eine weitere Verordnung ihre Wirksamkeit: Die Verordnung über Standby- und Schein-Aus-Verluste. Danach gelten für elektrische Haushalts- und Bürogeräte ab 7. Januar 2010 schärfere Regeln beim Stromverbrauch. Neugeräte dürfen im Standby höchstens noch 2 Watt verbrauchen, im Aus-Zustand maximal 1 Watt. Viele aktuell von der Stiftung Warentest untersuchten Fernsehgeräte erfüllen bereits jetzt die Norm. Nachholbedarf besteht insbesondere bei Beamern und DVD-Rekordern. Drei Jahre später verschärfen sich die Grenzwerte erneut. Ab 2013 gilt für den Stromverbrauch: 0,5 bis maximal 1 Watt im Standby und 0,5 Watt im Aus-Zustand.

Änderung des Energie-Labels

Stromsparer oder Stromfresser? Abhilfe verschaffte bisher die Energiekennzeichnung A bis G. Doch bei Kühl- und Gefrierschränken stößt das Label schon seit längerem an seine Grenzen. Derzeit ist nahezu jeder verkaufte Kühl- oder Gefrierschrank mit der Effizienzklasse A, A+ oder A++ gekennzeichnet. Voraussichtlich ab 2012 neu: Die Pluszeichen gehen, ein Zahlenwert kommt. Beispiel: Ein neuer Kühlschrank hat die Kennzeichnung „A-60“. Das so gekennzeichnete Modell verbraucht dann 60 Prozent weniger Energie als ein Gerät der Effizienzklasse A. Neben der Neugestaltung ist eine Ausweitung des Energie-Labels geplant. Ab 2012 gilt es wahrscheinlich auch für Fernsehgeräte. Ohne Label darf dann keine Flimmerkiste mehr über die Ladentheke gehen.


(Stiftung Warentest)


 


 

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