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Dialog mit der Zukunft

Angewandte Zukunftsforschung für Unternehmen

Die Zahlen gehorchen den Experten nicht mehr. Die Wirtschaftskrise hat den Glauben an die Selbstheilungskräfte der Märkte tiefgreifend erschüttert. Nichts scheint momentan gewisser zu sein als eine umfassende Ungewissheit. Doch seit Kurzem ändert sich etwas: Die Unsicherheit versteckt sich nicht mehr und das Bedürfnis nach seriösen Zukunftsszenarien wächst. Das belegt u.a. die aktuelle Serie „Wer denkt für morgen?“ in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“.

Die Akademie Schloss Krickenbeck bietet Antworten: Im Rahmen des 2. Krickenbecker Kolloquiums, das am 15. Juni 2009 von 14 - 21 Uhr auf Schloss Krickenbeck stattfindet, referiert der renommierte Zukunftsforscher und Innovationsexperte Professor Dr. Eckard Minx über „Angewandte Zukunftsforschung für Unternehmen“.

Exaktes Wissen über die Zukunft ist unmöglich

In seinem Vortrag markiert Professor Minx den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Zukunftsanalytik in modernen Wirtschaftsunternehmen und begründet ihre Notwendigkeit. Zugleich thematisiert der Berliner Professor die Möglichkeiten, die herannahende Zeit aktiv mitzugestalten. „Allerdings“, so Minx, „gibt es ein Problem: Exaktes Wissen über die Zukunft ist unmöglich.“ Dennoch ist das Kommende bei aller Wandlungsgeschwindigkeit und zunehmender „Komplizierungsrasanz“ ein Kind der Gegenwart und somit formbar. Die Konsequenz dieser Erkenntnis lautet: „Denken auf Vorrat“. Professor Minx plädiert für „vorbeugendes Nachdenken als Voraussetzung für vorbeugendes Handeln“. Dazu gehört auch die Entwicklung sozialer Utopien, mit dem Ziel, immer mehr Menschen unter Einbeziehung ihrer realen Lebensbedingungen die Ausweitung ihrer persönlichen Entscheidungsfreiheit zu ermöglichen.

Wie erfolgt Zukunftsgestaltung in der unternehmerischen Praxis?

Die seriöse Zukunftsforschung bietet Werkzeuge an, mit deren Hilfe Unternehmen mögliche Entwicklungen vorausdenken können. Eine geeignete Vorgehensweise sind Zukunftslabors. Deren Leitidee lautet nicht: „Was wird geschehen?“, sondern: „Was könnte passieren?“
Angewandt wird diese Methode bei der Entwicklung von zukünftigen Geschäftsfeldstrategien, Produkt- und Dienstleistungsstrategien sowie Unternehmensvisionen.

Bündel von Zukünften

Professor Minx, Leiter des Forschungslabors „Gesellschaft und Technik“ der Daimler AG von 1992 bis 2009, verdeutlicht, dass auf diesbezügliche konkrete Fragestellungen ganze Bündel möglicher „Zukünfte“ entwickelt werden. Alternative Szenarien dienen dabei als strategisches Managementwerkzeug, als Vorrat an Handlungsoptionen. Zu berücksichtigen sind u.a. die Dynamiken in den Rohstoff- und Energiemärkten, die Globalisierung sowie Umbrüche im innergesellschaftlichen Rahmen, die mit weltweiten Veränderungen in Wechselwirkung treten. Dieses antizipierende Denken wird in sieben systematischen Schritten geordnet - ein Prozess, den Minx „strukturierte Kommunikation“ nennt und auf Schloss Krickenbeck anschaulich erläutern wird.

Spannende Debatte

„Wir freuen uns, mit Professor Minx einen Wissenschaftler und Innovationsexperten mit ausgeprägtem Praxisbezug vorzustellen, der neue Denkmuster und Gestaltungsansätze aufzeigt“, betont Gita Tripathi, Geschäftsführerin der WestLB Akademie Schloss Krickenbeck, verantwortlich u.a. für die Gestaltung des Bildungsangebotes der Akademie. Die Psychologin fährt fort: „Wir erwarten eine spannende Debatte über zukunftsfähige Denkformen. Führungskräfte und Experten erfahren, wie sie ihr Unternehmen in einem sich zunehmend schneller wandelnden Marktumfeld auf das Morgen vorbereiten und auf politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen samt ihrer Wechselwirkungen angemessen reagieren können.“

(Redaktion)


 


 

Schloss Krickenbeck
Professor Dr. Eckard Minx

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