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„Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung“

Bei dem diesjährigen traditionellen Arbeitnehmerempfang im Vorfeld des 1. Mai kam im Detmolder Rathaus vor allem der Nachwuchs zu Wort. Janina Hirsch, Jugendbildungsreferentin des DGB-OWL, stellte den „DGB-Ausbildungsreport Nordrhein-Westfalen 2013“ vor. Außerdem berichteten junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ihren Erwartungen an eine gute Ausbildung und ihren Erfahrungen in der Ausbildung.

„Der DGB-Ausbildungsreport ist der einzige Report, der Auszubildende befragt – darin ist er bundesweit einzigartig“, erklärte Hirsch. Gerade deshalb sei er eine wichtige Quelle, die aufzeigt, wo in der Ausbildungsrealität konkreter Handlungsbedarf bestehe. Für die repräsentative Studie wurden 7439 Auszubildende aus den 25 am stärksten frequentierten Ausbildungsberufen befragt, mit dem Ziel ein Bild der Qualität der Ausbildungslandschaft aufzuzeigen. Aus dem Ausbildungsreport geht hervor, dass rund 70 Prozent mit ihrer Ausbildung zufrieden sind. Dieser positiven Meldung (zur Meldung Definition) gegenüber stehen Zahlen, die Schwachstellen aufzeigen: so arbeitet jeder Fünfte wöchentlich mehr als 40 Stunden, für etwa ein Drittel der Befragten zählen regelmäßige Überstunden zum Ausbildungsalltag und rund 18 Prozent von ihnen erhalten keinen Ausgleich für geleistete Überstunden.

Was in Statistiken und Diagrammen dargelegt wurde, unterstrichen junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Berichten aus der Ausbildungswirklichkeit. Deutlich wurde, dass häufig Überforderung und mangelnde fachliche Betreuung den Enthusiasmus zum Ausbildungsbeginn schnell in Frustration wandeln und schlimmstenfalls zum Ausbildungsabbruch führen können. Unterrichtsausfall an den Berufschulen und, dass die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbildungsferne Tätigkeiten ausüben müssen, würde nicht nur die Qualität der Ausbildung mindern, sondern auch die Chancen auf eine spätere Anstellung, erklärte Hirsch. Es läge in den Händen der Unternehmen, die Potentiale der jungen Menschen zu fördern und sie nicht als billige Arbeitskräfte zum „Regale einräumen“ zu nutzen.

Die Einblicke in die Ausbildungsbiografien wie auch die anschließende, von Bürgermeister Rainer Heller moderierte angeregte Diskussion mit den Gästen aus Politik, Gewerkschaften und Unternehmen machte deutlich: es gelte das Versprechen der Ausbildung ernst zu nehmen, also den Auszubildenden Fachkenntnisse zu vermitteln und Perspektiven zu schaffen. „Was wünscht ihr euch für euren Kollegen, der noch in der Ausbildung ist?“, fragte Heller zum Abschluss der Veranstaltung, die jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Antworten kamen schnell: eine unbefristete Übernahme, fachliche Betreuung und die Möglichkeit, offen Kritik zu äußern.

(Redaktion)


 


 

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