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Arbeitsmarkt

Wege zu mehr Selbstbestimmung im Job

Die Generation, die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängt, wird auch Generation Y genannt. Sie besteht aus den jungen Menschen, die zwischen 1990 und 2010 Teenager waren und nun Ausbildung und Universität hinter sich haben. Der Buchstabe steht nicht nur für die Kennzeichnung als Nachfolge der Generation X, der Babyboomer, sondern auch für die charakteristische Einstellung der Menschen, denn in der englischen Aussprache verweist das Y auf die Frage „Why?“, also „Warum?“.

"Die Frage nach dem Warum ist prägnant für Menschen dieser Alterskohorte. Altbekannte Normen und Werte werden von ihr nicht mehr als gegeben akzeptiert, sondern hinterfragt. Die traditionelle Welt wird auf den Kopf gestellt, die Frage nach dem Sinn des Seins und Tuns rückt immer mehr in den Fokus", sagt Bielefelder Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann auf rp-online.de.

Sie haben Kriege beobachtet, Finanz- und Eurokrise und viele von ihnen haben das Abitur gemacht und höhere Bildungswege eingeschlagen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Als eine Generation, die viele Unwägbarkeiten und Krisen erlebt hat und erlebt, ist das Sicherheitsbedürfnis dieser Berufsanfänger sehr hoch, doch gleichzeitig wünschen sie sich auch Selbsterfüllung im Beruf und fordern diese vehement ein.

Nicht zuletzt wird nach besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf verlangt, andernfalls bleiben die meisten lieber kinderlos.

Doch nicht nur die Generation Y sucht nach mehr Freiheit und Flexibilität im Beruf. Burn-out, Depression und Erschöpfung haben auch längst die vorige Generation erfasst und fordern ein Umdenken von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen.

Nach einer Studie geben sehr viele Menschen an, aufgrund beruflicher Verpflichtungen zu wenig Zeit für Familie und Freunde zu haben.

Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahre 2013 zur Stresslage der Nation (Quelle)

Beruf und Studium bilden zusammen den größten Stressfaktor im Leben, doch gerade der Beruf ist für viele Menschen auch der Schlüssel zum Glück. Wer seinen Beruf schätzt, kommt mit Stress besser zurecht und ist insgesamt zufriedener mit seinem Leben. Viel an beruflichem Stress entsteht nicht nur durch zu viel Arbeit oder schlechtes Zeitmanagement, sondern auch durch die vornehmlich herrschende Fremdbestimmung im Leben. Wer das Gefühl hat, sein Leben selbstbestimmt in der Hand zu haben, ist produktiver und glücklicher im Job.

Microsoft hat das bereits erkannt und medienwirksam die Abschaffung der Büropflicht angekündigt. (Quelle: stern.de) Durch Email, Smartphone und Laptops sei ortsgebundene Arbeit längst nicht mehr nötig. Das Arbeiten nach der eigenen inneren Uhr ermöglicht produktive Hochphasen besonders für solche Menschen, die eher in den sehr frühen Morgen- oder Abendstunden aktiv sind.

Mehr Selbstbestimmtheit im Berufsleben lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erreichen und immer mehr Arbeitgeber sind inzwischen bereit, Kompromisse einzugehen und den Mitarbeitern mehr Flexibilität zu ermöglichen.

Arbeiten von zu Hause im Homeoffice

Durch die immer fortschrittlichere Technik ist es inzwischen möglich, viel Arbeit von zu Hause am heimischen Computer zu erledigen. Lange Anfahrtswege bleiben erspart und auch auf die Business-Kleidung kann verzichtet werden. Viele Menschen vereinbaren auf diese Weise Beruf und Familie, denn das Arbeiten von zu Hause geht in der Regel einher mit entsprechend flexibler Zeiteinteilung, in der es eher feste Deadlines als vorgegebene Zeitstrukturen gibt.

Arbeiten mit flexiblen Zeitmodellen

Durch das Arbeiten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen ergeben sich ähnliche Vorteile wie beim Arbeiten im Homeoffice. Je nach Unternehmen sind hier verschiedene Modelle möglich.

  • Gleitzeit
  • Vertrauensarbeitszeit
  • Amorphe Arbeitszeit
  • Arbeitsplatzteilung

Die Gleitzeit ist ein Modell, in dem die Arbeitszeit frei über den Tag hinweg gewählt werden kann. Meist geht sie einher mit Kernzeit, also einem bestimmten Zeitraum, in dem der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz sein muss.

Vertrauensarbeitszeit fordert, wie der Name vermuten lässt, ein hohes Maß an Vertrauen vom Arbeitgeber an seinen Angestellten. Hier wird auf das Prinzip der Anwesenheitspflicht verzichtet und statt eines Zeitvolumens wird ein Arbeitsvolumen vereinbart, das in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden muss. Die Zeiteinteilung obliegt hierbei völlig dem Arbeitnehmer und wird vom Arbeitgeber nicht überwacht. Dieses Modell ermöglicht sehr viel Flexibilität, was gerade für Eltern interessant ist.

Bei der amorphen Arbeitszeit wird im Gegensatz zur Vertrauensarbeitszeit kein Arbeitspensum vereinbart, sondern ein Zeitvolumen. Dieses Modell kann nicht nur auf Tage, sondern auch Wochen und Monate angewendet werden. So kann der Arbeitnehmer sich frei entscheiden, wann er arbeitet, solange das vereinbarte Zeitpensum eingehalten wird.
Die Arbeitsplatzteilung funktioniert im Prinzip wie Teilzeitarbeit. Hierbei teilen sich zwei oder mehrere Mitarbeiter einen Arbeitsplatz und vereinbaren untereinander, wer wann arbeitet. Da bei der Zeiteinteilung der Arbeitgeber außen vor ist, können so auch kurzfristig die Ausfallzeiten reduziert werden, da die Kollegen flexibel auf den jeweils anderen eingehen können.

Volle Kontrolle in der Selbstständigkeit

Die völlige Selbstbestimmung lässt sich als eigener Chef erreichen. Dabei muss es nicht immer die Gründung eines Unternehmens sein. Auch das Arbeiten als Freelancer ermöglicht maximalen Gestaltungsspielraum und Kontrolle über das eigene Leben. In Berufssparten wie IT und Sprachen, aber auch Design und Medien arbeiten viele Unternehmen projektorientiert, entsprechend groß ist der Raum für freie Mitarbeiter. Um Unternehmen und Freiberufler zusammenzuführen, gibt es im Internet viele Vermittlungsplattformen für Freelancer Projekte. Viele Menschen, die selbstständig tätig sind, arbeiten zwar überdurchschnittlich viel, sind aber dafür auch überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Job.

(Redaktion)


 


 

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