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Unternehmertag von BRANDI Rechtsanwälte

„Auf sicherem Wege durch die Krise“

Die internationale Wirtschaftskrise führt bei mittelständischen Unternehmen zu erheblichen Engpässen bei der Finanzierung. Durch ein intelligentes Management kann jedoch die Liquidität gestärkt werden. Darüber hinaus eröffnen die Konjunkturprogramme der Bundesregierung sowie Sonderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen attraktive Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Als problematisch erweist sich dabei, dass die Prüfung der Förderanträge durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oftmals noch zu lange dauert. Dies betonten die Experten des Unternehmertags der Wirtschaftskanzlei BRANDI Rechtsanwälte am 7. Mai vor 150 Teilnehmern im Kaiserpalais in Bad Oeynhausen.

Liquiditätsprobleme können sehr schnell in die Zahlungsunfähigkeit führen“ warnt Karl A. Niggemann vom Institut für Wirtschaftsberatung. „Unternehmen sollten jetzt alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Kapitalbasis zu stärken. Die Erhöhung des Eigenkapitals führt zu einer besseren Bonität und damit zu günstigeren Finanzierungskonditionen.“ Mittelständler könnten sich über bilanzielle Gestaltungen, den Verkauf von Forderungen, Leasing oder die Aufnahme von Finanzinvestoren Luft verschaffen. 

Einen wirksamen Beitrag zur Überbrückung von Finanzierungsengpässen könnten auch die staatlichen Konjunkturprogramme leisten. „Unternehmen, die nachweisen, dass sie aufgrund der aktuellen Finanzkrise Schwierigkeiten bei der Finanzierung haben, erhalten staatliche Mittel. Diese stehen gerade auch dem Mittelstand zur Verfügung“, betont BRANDI-Partner Dr. Franz Tepper. „Allerdings müssen bei der Antragstellung einige rechtliche Fallstricke beachtet werden, um gute Aussichten auf Erfolg zu haben.“

Entscheidend für den Erfolg eines Antrags ist ein Gutachten, das eine positive Fortführungsprognose für das Unternehmen aufzeigt. Die Programme sind dagegen nicht dafür geeignet, Altlasten zu sanieren. Die KfW wie auch die Landesbanken prüfen in Zusammenarbeit mit den Hausbanken des Unternehmens sehr kritisch die Förderanträge.

Für Mittelständler in Nordrhein-Westfalen sind neben dem KfW-Sonderprogramm „Mittelständische Unternehmen“ insbesondere der Mittelstandskredit der NRW.BANK und die Landesbürgschaft für Kredite durch die Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen attraktiv. Unternehmen erhalten hier günstige Kredite mit Laufzeiten von bis zu 5 oder 8 Jahren mit einer anfänglichen Tilgungsfreistellung. Die Zinssätze liegen zwischen 4,3 % und 7,15 %.

„Die Konjunkturprogramme der Bundesregierung und des Landes Nordrhein-Westfalen können Unternehmen wirksam dabei helfen, die aktuelle Krise zu meistern“, betont Tepper. „Für die Bereitstellung der Mittel sollten die Unternehmen mindestens 4-6 Wochen einkalkulieren. Allerdings könnte die Prüfung von Anträgen gerade bei der KfW noch schneller gehen. Bei Unternehmen, denen die Liquidität ausgeht, sollte möglichst schnell über die Förderung entschieden werden. Nur dann ist sichergestellt, dass die staatliche Unterstützung eine Brücke für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung schlägt.“

Neben der Erschließung zusätzlicher Finanzmittel sollten Unternehmen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um laufende Kosten zu senken. Dafür ist die Einführung von Kurzarbeit als vorübergehende Maßnahme ideal, um für kurzfristige Entlastung zu sorgen. Allerdings sollte dies in enger Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit sowie den Arbeitnehmervertretern geschehen. „Kurzarbeit ist ein sehr flexibles Mittel, und die Arbeitsagentur setzt alles daran, den Unternehmen zu helfen“, betont der Arbeitsrechtsexperte Dr. Sören Kramer von BRANDI. „Aber die Arbeitgeber müssen das rechtliche Prozedere sehr genau beachten. Ist die Anordnung der Kurzarbeit unwirksam, schuldet der Arbeitgeber die vollen Gehälter trotz verkürzter Arbeitszeit.“ Kramer rät dazu, mit den Arbeitnehmervertretern eine gemeinsame Haltung abzustimmen. „Kurzarbeit kann nicht einfach vom Unternehmen angeordnet werden. Der Betriebsrat beziehungsweise die Gewerkschaft muss mit ins Boot geholt werden.“

Wichtig bleibt im Rahmen des Krisenmanagements, dass die Verantwortlichen sich des rechtlichen Rahmens ihrer Handlungen bewusst sind. Der Unternehmer wie auch der Geschäftsführer muss in der Krise darauf achten, sich nicht unnötigen Haftungsrisiken auszusetzen. „Das ist oft ein Balanceakt auf des Messers Schneide. Aber richtig beraten kann man solche Risiken vermeiden“, resümiert BRANDI-Partner Dr. Bernhard König.

(Redaktion)


 


 

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