Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell News
Weitere Artikel
NRW-IHKs befragen Unternehmen

Auslandsinvestitionen rückläufig

Die schwierige Wirtschaftslage bremst auch die Investitionspläne nordrhein-westfälischer Unternehmen im Ausland – das ist das Ergebnis einer Umfrage der 16 Industrie- und Handelskammern in NRW.

„Von den knapp 6.200 Firmen, die sich an der Befragung beteiligten, planen gut ein Drittel, ihre Investitionen außerhalb Deutschlands in diesem Jahr zurückzufahren, 22 Prozent wollen ihr Auslandsengagement verstärken. Damit hat sich der Anteil der Unternehmen, die weniger Geld im Ausland anlegen wollen, im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht“, so Dr. Gerhard Eschenbaum, derzeitiger Federführer der gemeinsamen Außenwirtschaftsaktivitäten der nordrhein-westfälischen IHKs und stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf.

Wirtschaftliche Stärke

Dieser eindeutige Zusammenhang zwischen Konjunkturentwicklung und Intensität des internationalen Engagements zeige: Ein Investment im Ausland sei ein Zeichen von wirtschaftlicher Stärke und eben keine Defensivmaßnahme oder gar Flucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen Auslandsinvestitionen plane, sei bei guter Geschäftslage fast doppelt so hoch als bei schlechter, so Eschenbaum weiter.

Neue Märkte erschließen

Dabei liefen Einstellungsbereitschaft und Auslandsinvestitionen parallel. „Wer im Ausland investiert, dem geht es meist besser als dem Durchschnitt und der will auch mehr Personal einstellen als es sonst der Fall ist“, so Eschenbaum.
„Unverändert steht die Marktnähe für die Unternehmen im Vordergrund, wenn es um die Motive für ein Investment im Ausland geht. Vier von fünf Unternehmen gehen ins Ausland, um neue Märkte zu erschließen (28 Prozent) oder ihr Vertriebsnetz auf- und auszubauen (53 Prozent)“, erklärt Professor Dr. Bodo Risch von der IHK Nord Westfalen in Münster. Dabei seien es nun vor allem die Handels- und Dienstleistungsunternehmen, die stärker auf Auslandsmärkte drängten – und diese Unternehmen suchten dort vor allem neue Kunden und weniger eine kostengünstigere Produktionsbasis.

Wunschziele: Industrieunternehmen in China

Die Umfrage zeigt auch: Jedes zweite NRW-Unternehmen, das sich im Ausland engagieren will, hat - unabhängig von der Branche - westeuropäische Länder im Blick. „Das ist ein weiteres starkes Indiz dafür, dass die Absatzorientierung wichtiger ist als eine günstigere Produktion“, so Prof. Risch. Auf Platz Zwei der Wunschziele stehe bei Industrieunternehmen China, das damit seine Position als „Werkbank“ der Welt unterstreiche. Zudem seien Russland und die USA verstärkt in den Fokus der Unternehmen gerückt.

(Redaktion)


 


 

Auslandsinvestitionen
NRW-IHKs
Gerhard Eschenbaum
Dr. Bodo Risch

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Auslandsinvestitionen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: