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Warnstreik

Keine Ergebnisse bei Tarifverhandlungen für AWO-Beschäftigte

(dapd) Trotz eines landesweiten Warnstreiks ist die dritte Tarifverhandlungsrunde für die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag ergebnislos zu Ende gegangen.

"Die Arbeitgeber haben kein verbessertes Angebot vorgelegt", sagte der Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Wolfgang Cremer, der Nachrichtenagentur dapd in Düsseldorf. In den über mehrere Stunden dauernden Verhandlungen habe es keinerlei Bewegung vonseiten der Arbeitgeber gegeben. "Wir sind noch ziemlich weit auseinander und haben noch einen langen Weg vor uns", sagte Cremer.

Wann genau es zu einer Einigung kommen wird, ist nach Aussage des Gewerkschafters völlig offen. Am 16. und 17. November wollen beide Seiten zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen. Bis dahin müsse mit einer Ausweitung der bisherigen Proteste gerechnet werden, sagte Cremer.

Protest sollte Druck erhöhen

Rund 1.500 Beschäftigte der AWO hatten vor Beginn der Tarifverhandlungen für mehr Lohn demonstriert. Nach einer Kundgebung im Düsseldorfer Hofgarten zogen die Demonstranten durch die Innenstadt zur Geschäftsstelle von ver.di. Dort begannen am Mittag die Verhandlungen. Mit dem Streik wollte die Gewerkschaft kurz vor Beginn der Tarifgespräche den Druck auf die Arbeitgeberseite verstärken. Nach Angaben der Polizei verlief der Protest friedlich.

Durch die Arbeitskampfmaßnahmen blieben laut ver.di rund 50 Kitas in AWO-Trägerschaft am Donnerstag geschlossen. In 50 weiteren Einrichtungen sei nur ein eingeschränkter Betrieb angeboten worden. In zehn Senioreneinrichtungen habe lediglich ein Notdienst zur Verfügung gestanden.

CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann stellte sich hinter die Forderung der Gewerkschaft, den Einsatz von Leiharbeitern bei der AWO zu begrenzen. Für soziale Arbeitgeber gelte zusätzlich zu den sozialpolitischen Aufgaben auch eine "besondere soziale Verantwortung" gegenüber ihren Mitarbeitern, sagte der ehemalige NRW-Sozialminister. Zeitarbeit passe nicht zum Selbstverständnis der freien Wohlfahrtspflege und ihrer Gemeinnützigkeit im Steuerrecht. Die zahlreichen SPD-Mitglieder in den Vorständen der AWO müssten dafür sorgen, dass das Instrument der Leiharbeit "auf das absolut notwendige Maß" reduziert werde.

ver.di fordert für die rund 22.000 Tarifbeschäftigten der AWO eine Erhöhung der Entgelte um 4,5 Prozent, mindestens jedoch 70 Euro monatlich. Auszubildende sollen 50 Euro monatlich mehr und eine Übernahmegarantie für mindestens zwölf Monate bekommen. Für besonders belastende Dienste wie Nachtarbeit will die Gewerkschaft höhere Zuschläge durchsetzen. Erstmals soll es auch für das Einspringen an einem eigentlich freien Tag einen Zuschlag geben. Darüber hinaus will ver.di den Einsatz von Leiharbeitnehmern begrenzen und für sie die gleiche Bezahlung wie für Stammbelegschaften sichern.

(Quellen: Cremer und Polizei auf dapd-Anfrage, Laumann in Mitteilung)

(Christian Wolf dapd)


 


 

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