Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell News
Weitere Artikel
Kostenanstieg bei Weizen und Roggen

Backwaren werden zum Jahresende teurer

(dapd) Die Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Brot und Brötchen einstellen. Wegen steigender Rohstoff- und Energiepreise sowie höherer Personalkosten erwartet der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks Preisanhebungen von bis zu drei Prozent für das gesamte Sortiment.

Je nach Produkt könnten die Aufschläge unterschiedlich hoch ausfallen, sagte Verbandspräsident Peter Becker am Freitag in Berlin. Auch die marktbestimmenden Großbäckereien rechnen mit Preissteigerungen. So hätten sich allein Weizen und Roggen in den vergangenen Wochen um bis zu 80 Prozent verteuert. "Welche Konsequenzen die Unternehmen aus diesen Kostensteigerungen ziehen, bleibt aber die Entscheidung jedes einzelnen Betriebs", sagte deren Verbandspräsident Helmut Klemme in Düsseldorf. Die Großbäcker beliefern mit frischen, teilgebackenen oder tiefgekühlten Backwaren den Lebensmittel-Einzelhandel oder betreiben eigene Filialsysteme.

Nach wie vor seien die Preise für Backwaren in Deutschland aber im europäischen Vergleich äußerst günstig, merkte Klemme an: "Dass das so bleibt, dafür sorgt allein schon der Wettbewerbsdruck im Handel." In einem im Sommer von der EU erhobenen Preisvergleich der 27 Mitgliedsländer liege Deutschland auf dem zwölften Platz. Unterdessen ist die Branche nach Angaben ihrer Verbände gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Die Verbraucher hätten nicht am Brot gespart, hieß es. Die Großbäckereien konnten ihr Geschäft stabil halten. Bei den rund 35.000 Beschäftigten habe es weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Kündigungen gegeben, berichtete Klemme. Für 2010 geht die Branche deshalb von einem zum Vorjahr weitgehend unveränderten Gesamtumsatz von 17 Milliarden Euro aus.

Auch das darin enthaltene Bäckerhandwerk rechnet mit einem stabilen Geschäft. Auffallend bleibt dabei die Ungleichverteilung von Betriebsgröße und Umsatz. So entfallen auf die Großbäckereien mit mehr als fünf Millionen Euro Umsatz 60 Prozent des Gesamtmarktes, obwohl sie nur drei Prozent der insgesamt knapp 15.000 Branchenbetriebe ausmachen. Die rund 13.500 Bäckereien, die weniger als eine Million Euro Jahresumsatz erwirtschaften, kommen dagegen auf nur 22 Prozent. Brot und Brötchen werden an rund 45.000 Verkaufsstellen angeboten. Stabil zeigt sich unterdessen den weiteren Angaben zufolge der statistische Pro-Kopf-Verbrauch von Brot und Backwaren in Deutschland. Er liegt derzeit bei rund 84 Kilogramm im Jahr und bewegt sich damit im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Die Deutschen liegen mit ihrem Brotkonsum an führender Stelle im europäischen Ländervergleich. Der tatsächliche Verzehr liegt mit 56 Kilogramm allerdings deutlicher niedriger. Hauptgrund ist, dass die Haushalte häufig zu viel Brot kaufen und dieses dann wegwerfen. Zum anderen müssen die Bäckereien nicht verkauftes oder verpacktes Brot mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum zurücknehmen. Diese Brote werden in erster Linie als Futtermittel verwendet.

(Redaktion)


 


 

Siegfried Beck
Peter Becker
Helmut Klemme
VID
Bäckereien
Deutschland
Backwaren

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Siegfried Beck" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: