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Fahrplanwechsel

Bahn verzichtet auf Fahrpreiserhöhung im Fernverkehr

(dapd) Die Deutsche Bahn verzichtet zum ersten Mal seit acht Jahren auf eine Fahrpreiserhöhung im Fernverkehr.

Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember bleiben die Ticketpreise für ICE-, Intercity- und Eurocity-Verbindungen unverändert, wie die Bahn am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Auch an den Kosten für die Bahncard ändert sich nichts. Im Nah- und Regionalverkehr steigen die Fahrpreise indes im Schnitt um 1,9 Prozent.

Der Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, bezeichnete den Verzicht auf eine Preiserhöhung im Fernverkehr als wichtige Botschaft. Mit der Maßnahme wolle die Bahn ihre Position im Wettbewerb ausbauen und neue Kunden gewinnen. "Wir wollen unsere Konkurrenzsituation gegenüber Auto und Flugzeug weiter stärken", sagte Homburg in Frankfurt. Die stabile Preisentwicklung im Fernverkehr sei wesentlich der positiven Wirtschaftsentwicklung geschuldet.

Auf die Nachfrage, ob diese Entscheidung auch in Zusammenhang mit den defekten Klimaanlagen von Zügen im Sommer stehe, betonte der Bahnvorstand: "Die Nullrunde im Fernverkehr steht in keiner Beziehung zum Thema Qualität." Homburg räumte ein, dass der Ausfall der Klimaanlagen "hochgradig unangenehm" gewesen sei. Doch dieser Bezug werde bei der Preisentwicklung nicht hergestellt. Vielmehr wolle der Konzern damit das deutliche Signal setzen, dass es attraktiv sei, mit der Bahn zu fahren. "Die Entscheidung dokumentiert, dass wir es mit der Kundeninitiative ernst meinen", fügte Homburg hinzu.

"Maßnahme mit Augenmaß"

Die Erhöhung im Nahverkehr um 1,9 Prozent nannte er eine "Maßnahme mit Augenmaß". Mit dieser moderaten Anpassung liege die Bahn noch deutlich unter dem Durchschnitt der Verkehrsverbünde, sagte der Bahnvorstand. Der gesamte Nahverkehr sei von Mehrkosten betroffen, und die Bahn könne sich nicht völlig von der Preisentwicklung abkoppeln. Es gebe eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen der Bahn und den Verkehrsverbünden, um sich nicht gegenseitig den Markt zu unterlaufen. Über 60 Prozent der Einnahmen stammten aus den Verbundtarifen, lediglich 40 Prozent unterstünden der Tarifhoheit der Bahn.

Ab Dezember wird seinen Angaben zufolge auch das Quer-durchs-Land-Ticket für ein Jahr wieder eingeführt. Die Pauschalpreisangebote blieben ebenfalls bestehen. Auch ändere sich nichts an den Preisen beim Kauf der Tickets für den Fernverkehr am Schalter, am Automat oder im Internet. "Es gibt auch keine verdeckte Preiserhöhung", versicherte Homburg.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) begrüßte die Entscheidung der Bahn, die Ticket-Preise für den Fernverkehr nicht anzuheben. "Dies ist ein gutes Signal an die Bahnkunden, die im vergangenen Sommer und Winter einige Strapazen in Kauf nehmen mussten", sagte er in Berlin.

Auch der ökologische Verkehrsclub VCD bezeichnete den Entschluss als richtig. Angesichts der massiven Einschränkungen im Zugverkehr sei dies eine Selbstverständlichkeit, betonte der VCD in Berlin. Gleichzeitig forderte der Verkehrsclub die Deutsche Bahn auf, die routinemäßige Erhöhung endgültig zu beenden.

Kritik übte der VCD an der Preiserhöhung im Nahverkehr. Auch dort habe sich das Angebot nicht verbessert, Negativbeispiel sei die Berliner S-Bahn. Zudem sei die DB Regio die Sparte mit den höchsten Gewinnen innerhalb des Konzerns. Preiserhöhungen in diesem Bereich seien daher nicht gerechtfertigt.

Nach Angaben des Fahrgastverbands "Pro Bahn" waren die Bahntickets seit 2003 jedes Jahr teurer geworden. Zuletzt wurden die Preise im Nah- und Fernverkehr im Dezember 2009 um durchschnittlich 1,8 Prozent angehoben.

(Kathrin Hedtke und K dapd)


 


 

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