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Bertelsmann Stiftung trauert um Reinhard Mohn

Mit großer Trauer gibt die Bertelsmann Stiftung den Tod von Reinhard Mohn bekannt. Der Stifter verstarb gestern im Alter von 88 Jahren. Er repräsentierte zusammen mit seiner Ehefrau Liz Mohn die fünfte Generation der Unternehmer- und Stifterfamilien Bertelsmann und Mohn. Bis zuletzt verfolgte er als Mitglied des Kuratoriums intensiv die Arbeit der Bertelsmann Stiftung.

Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung , Dr. Gunter Thielen, erklärt: „Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trauern um ihren Stifter Reinhard Mohn. In mehr als 30 Jahren hat er die Bertelsmann Stiftung aufgebaut, Ideen entwickelt und Projekte umgesetzt, die nach seinen Worten 'die Gesellschaft ein bisschen besser machen sollen'. Mit ihm verliert Deutschland und die Welt eine herausragende Persönlichkeit, die Wirtschaft und Gesellschaft der Nachkriegszeit maßgeblich geprägt hat.

Reinhard Mohn hat sich immer als Unternehmer, Stifter und Bürger verstanden, der selbst Verantwortung übernehmen und tragen wollte. Im Unternehmen entwickelte er eine Unternehmenskultur mit dezentralem Führungsverständnis sowie hoher Eigenständigkeit und Wertschätzung für den einzelnen Mitarbeiter. Gesellschaftliches Engagement fand er als Unternehmer und Bürger besonders wichtig. Vor diesem Hintergrund errichtete er die Bertelsmann Stiftung mit der klaren Ausrichtung, einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu leisten. Dies kommt auch in seinem letzten Buch „Von der Welt lernen“ noch einmal zum Ausdruck, in dem er sehr eindrucksvoll seine Ideen mit seiner persönlichen Geschichte verwoben hat. Seinen unermüdlichen Einsatz verstehen wir als Auftrag, in seinem Sinne weiter zu arbeiten und wirkungsvolle Impulse für Veränderungen und Reformen zu geben. Unser Mitgefühl gehört seiner Familie, vor allem seiner Frau Liz Mohn und seinen Kindern.“

Reinhard Mohn wurde am 29. Juni 1921 in Gütersloh geboren. Nach der Kriegsgefangenschaft und dem Beginn einer Buchhändlerlehre übernahm er 1947 die Leitung des familieneigenen Druck- und Verlagshauses (C. Bertelsmann Verlag). Er expandierte über das Vertriebs- und Verlagsgeschäft hinaus. So kamen Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, das Zeitschriftengeschäft und schließlich das Fernsehen hinzu. Reinhard Mohn prägte und entwickelte die Bertelsmann-Unternehmenskultur, die auf den Grundwerten Partnerschaft, Kreativität, Unternehmergeist und gesellschaftlicher Verantwortung beruht. 

1977 gründete er die Bertelsmann Stiftung. Die Mehrheit des Aktienkapitals der Bertelsmann AG ließ er 1993 auf die Bertelsmann Stiftung übertragen, die heute mit 76,9 Prozent größter Aktionär des Medienunternehmens ist. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann AG ordnete er 1999 der neu gegründeten Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) zu. Mit der Trennung von Kapital und Stimmrechten traf Reinhard Mohn frühzeitig Vorkehrung für die Kontinuität und Unabhängigkeit des Unternehmens Bertelsmann.

In Anerkennung seiner herausragenden Leistungen als Unternehmer, Stifter und Bürger hat Reinhard Mohn zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, darunter das große Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, die Ehrenmitgliedschaft im Club of Rome, das Spanische Großkreuz und den Prinz-von-Asturien-Preis. Zudem wurde Mohn mit dem Europäischen Stifterpreis, dem Schumpeter-Preis, dem Hans-Martin-Schleyer-Preis und im Jahr 2007 noch mit dem deutschen Gründerpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

(Redaktion)


 


 

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