Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell
Weitere Artikel
Berufliche Mobilität

Forsa-Studie: Deutsche Berufstätige sind heimatverbunden

Zwei Drittel der Berufstätigen in Deutschland haben ihr Arbeitsumfeld in der unmittelbaren Region. Berufliche Mobilität ist bei ihnen wenig angesagt. Die Mehrheit weigert sich, für einen neuen Job weit wegzuziehen. Dabei ist die Generation Y genauso lokal verwurzelt wie alle anderen Altersgruppen. Zu dem Kernergebnis kommt eine repräsentative Studie, die Forsa im Auftrag des beruflichen Online-Netzwerks Xing im deutschsprachigen Raum, zu Jahresbeginn durchgeführt hat.

Mobil soll die arbeitende Bevölkerung sein, dynamisch und flexibel – so lauten die Anforderungen der neuen Arbeitswelt. Die Realität bei den deutschen Berufstätigen sieht hingegen anders aus. Von bundesweit 1.001 Selbständigen, Arbeitnehmern, Freiberuflern und Beamten, die befragt wurden, sind 43 Prozent nicht bereit für die Aufnahme einer neuen beruflichen Tätigkeit ihren Wohnort zu wechseln. Nahezu jeder Vierte (24 Prozent) würde immerhin innerhalb der eigenen Region (200 Kilometer Umkreis) und nur 8 Prozent würden in ganz Deutschland umziehen. Für die deutliche Mehrheit (75 Prozent) endet die berufliche Mobilität damit an den Landesgrenzen.
Dazu Gero Hesse, Experte für Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung der Medienfabrik Gütersloh: „Die Ergebnisse sind nicht überraschend. Die Zeiten, in denen man blindlings seine sieben Sachen gepackt hat, um einen neuen Job antreten zu können, nähern sich dem Ende. Arbeiten soll dem Leben dienen und dazu zählt auch das passende soziale Umfeld, die Nähe zu Freunden und Familie. Hier vollzieht sich ein klassischer Wertewandel.“

Lokale Verwurzelung zieht sich durch alle Altergruppen

Der berufliche Nachwuchs im Alter zwischen 18 und 29 Jahren – die „Generation Y“ – steht dabei den anderen Altersgruppen in puncto Heimatverbundenheit in nichts nach: 45 Prozent von ihnen möchten an ihrem aktuellen Wohnort bleiben, 24 Prozent in der Region, weitere 7 Prozent würden immerhin innerhalb von Deutschland umziehen. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es nahezu keine Unterschiede.

Wie stark jemand lokal verwurzelt ist, hängt jedoch von der Position ab: Während 48 Prozent der Fachkräfte ohne Führungsverantwortung in ihrer Stadt bleiben wollen, sind es bei den Fachkräften mit Führungsverantwortung (Abteilungsleiter, Geschäftsführer, Direktoren) 37 Prozent. Mit 11 Prozent sind auch etwas mehr Fachkräfte mit Führungsverantwortung als Sachbearbeiter (5 Prozent) offen für einen Umzug in andere Länder weltweit.

Zwei Drittel haben ihr berufliches Umfeld in der unmittelbaren Region

Auch die beruflichen Kontakte – Geschäftspartner, Auftraggeber, Dienstleister, Kollegen – sind vor Ort. Die meisten (84 Prozent) der Befragten haben ihre Kontakte größtenteils in Deutschland, zwei Drittel (64 Prozent) sogar in der unmittelbaren Region (in einem Umkreis von 200 Kilometern). 41 Prozent haben keinen einzigen internationalen beruflichen Kontakt.

(Redaktion)


 


 

Arbeiten in Deutschland
Generation Y
Heimatverbundenheit
Fachkräfte
berufliche Mobilität
Anforderungen der Arbeitswelt
berufliches Online-Netzwerk
Xing

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Arbeiten in Deutschland" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: