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  • 08.06.2012, 11:29 Uhr
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  • Ostwestfalen-Lippe/Bielefeld
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Bio-Betriebe in OWL

Regionalvermarktung bietet Chancen für Bio-Betriebe in OWL

Für Bio-Bauern und umstellungsinteressierte Landwirte kann die Regionalvermarkung neue betriebliche Perspektiven eröffnen. Auf einer Tagung in Bielefeld haben Bio-Landwirte sowie Vertreter von Einzelhandel, Lebensmittelverarbeitung und Gastronomie aus Ostwestfalen-Lippe die Chancen und Möglichkeiten regionaler Wirtschaftskreisläufe für ihre Unternehmen diskutiert.

Seit Jahresbeginn fördert die Landesregierung ein Pilotprojekt, das die Möglichkeiten einer intensiveren Nutzung regionaler Vermarktungsstrukturen im Biobereich untersucht.

Nach Auskunft von Marktforschern haben sich bei Verbrauchern in den letzten Jahren vor allem zwei Trends behauptet: erstens der zu mehr "Bio", zweitens der Wunsch, die Herkunft der Produkte zu kennen und möglichst Lebensmittel aus der Region zu bekommen. Lebensmittel, die diese Faktoren erfüllen, genießen am Markt höchstes Vertrauen. "Das Interesse von Verbraucherinnen und Verbrauchern an Bio-Lebensmitteln aus Ostwestfalen-Lippe ist groß", meint Wolfgang Neuerburg, Ökolandbaureferent aus dem Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium. " Jetzt sollten Marktpartner zusammengebracht und logistische Fragen gelöst werden. Natürlich müssen auch weitere Erzeugerbetriebe auf Bio umstellen, um die wachsende Verbrauchernachfrage nach regionalen Bio-Produkten zu befriedigen."

Doch neben umstellungswilligen Landwirten und Gärtnern bedarf es zugleich neuer Strukturen zwischen Erzeugung, Verarbeitung und Handel, die gewährleisten, dass die Produkte aus der Region auch die Verbraucher in der Region erreichen. Markus Rippin vom Forschungsinstitut AgroMilagro research , das mit weiteren Partnerunternehmen mit dem Pilotprojekt beauftragt wurde, sieht hierfür gute Ansätze in OWL. Zahlreiche Bio-Unternehmen haben bereits ihr Interesse und die Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert. "Wichtig ist es jetzt auch Verarbeitungs- und Handelsunternehmen, Großküchen und Restaurants, die auf die Zukunftsthemen 'Bio' und 'Regional' setzen, mit ins Boot zu holen und mit ihnen gemeinsam Vermarktungskonzepte zu entwickeln."

Und erste Schritte sind gemacht. Derzeit laufen bereits Gespräche, um interessierte Bio-Betriebe, Verarbeitungsunternehmen und Partner aus dem regionalen Einzelhandel zusammenzubringen. Dabei geht es nicht nur um Produktmengen und Preise, sondern zugleich um Fragen der Logistik, der Abrechnung oder etwa um den Einsatz regionaler Bio-Produkte in ausgewählten Test-Filialen. "Bei unseren Erhebungen in OWL ist eines schnell klar geworden: Es gibt nicht nur den einen Lösungsweg. Jeder Erzeugerbetrieb, jeder Einzelhändler benötigt wegen seiner individuellen Produktpalette oder der Standortsituation einen individuellen Weg, der in ein gemeinschaftliches Konzept eingebunden werden kann."
Von den Vorteilen einer regionalen Vermarktung und vom Nutzen des OWL-Pilotprojektes überzeugt ist auch Klaus Engemann, Bio-Landwirt aus Willebadessen.

Als langjähriger Betriebsführer eines Bio-Gemüsebetrieb hat er großes Interesse mit Unterstützung weiterer regionale Erzeuger auch Filialisten zu beliefern. "Das Thema Regionalvermarktung ist zwar für die meisten Biobetriebe ein wichtiges Ziel, aber für die Verwirklichung bleibt doch im Betriebsalltag wenig Zeit. Mit dem Pilotprojekt gibt es jetzt die Möglichkeit endlich Strukturen und Netzwerke zu schaffen, um Ideen und Interessen an potentielle Partner zu kommunizieren ."
Einig sind sich alle Tagungsteilnehmer, dass es notwendig sei, in den nächsten Monaten Strukturen zu entwickeln, die auch nach Ablauf des zweijährigen Pilotprojekts eigenständig funktionieren.

(Redaktion)


 


 

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