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Steuerrecht

Werbungskosten: Abzug von Bewirtung gelingt immer öfter

Bislang galten Bewirtungskosten eines Arbeitnehmers für Geburtstags-, Beförderungs- und ähnliche Feiern grundsätzlich als typische steuerlich nicht abzugsfähige private Aufwendungen. Auch wenn sie zur Verbesserung des Betriebsklimas beitragen sollen. Doch dies hat sich nach der neuen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) in mehreren Urteilen geändert...

Nach der neuen BFH-Rechtsprechung führt jedoch die Tatsache allein, dass der Arbeitnehmer eine Feier aus rein persönlichen Gründen ausrichtet, nicht mehr dazu, dass der Werbungskostenabzug ausgeschlossen werden muss. Als Indiz für die berufliche Veranlassung der Bewirtung spricht, wenn der Arbeitgeber die Veranstaltung ohne Mitspracherecht des Beschäftigten organisiert und ausrichtet. 


In seiner neuen Rechtsprechung erkennt der BFH den Werbungskostenabzug an, wenn der Arbeitnehmer eine variable erfolgsabhängige Entlohnung erhält und die Veranstaltung nicht den Charakter einer privaten Feier aufweist oder es sich um ein Fest des Arbeitgebers handelt. Bei variablen Bezügen dient eine Bewirtung dem Zweck, seine von deren Erfolg abhängigen Bezüge zu steigern und es liegen somit beruflich veranlasste Werbungskosten vor. Beispiele sind etwa das 25-jährige Dienstjubiläum eines Geschäftsführers, Bewirtung und Werbegeschenke für Kunden durch den Außendienstmitarbeiter, die vom Versicherungskaufmann organisierte Jahresabschlussfeier für die ihm unterstellten Mitarbeitern oder die Weihnachtsfeier des Abteilungsleiters für seine Mitarbeitern in einem Brauhaus.

Falls ein Arbeitnehmer mit feststehenden Bezügen auf eigene Initiative und eigene Kosten für die Mitarbeiter Feiern organisiert, spricht Einiges dafür, dass die privaten Gründe in den Vordergrund treten, da hier die Pflege der persönlichen Beziehungen zu Mitarbeitern und Kollegen einen hohen Stellenwert einnimmt. Der Werbungskostenabzug kann dann auch nicht allein daraus hergeleitet werden, dass die Feier in den Räumlichkeiten der Behörde stattfindet und nur Mitarbeiter eingeladen werden. Nicht als Werbungskosten abzugsfähig sind daher im Regelfall Bewirtungskosten aus Anlass von Feiern wie Beförderung, Jubiläum, Versetzung oder Verabschiedung aus dem Dienst, selbst wenn der Anlass berufsbedingt ist.

Grundsätzlich sind Aufwendungen für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass nur bis zu 70 Prozent abzugsfähig. Diese Abzugsbeschränkung gilt aber nicht, wenn ein Arbeitnehmer Dritte aus allgemeinen beruflichen Gründen bewirtet. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er es sich um ein „Fest des Arbeitgebers” handelt, er erfolgsabhängige Bezüge hat und Mitarbeiter bewirtet, um sie zu Leistungssteigerungen zu motivieren oder aus beruflichem Anlass Aufwendungen für die Bewirtung von Arbeitskollegen seines Arbeitgebers trägt. In diesen Fällen sind die Aufwendungen in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig. Das hat den weiteren Vorteil, dass formelle Aufzeichnungspflichten nicht zu beachten sind, die Selbstständige zum Betriebsausgabenabzug von Bewirtungskosten anwenden müssen.

(Redaktion)


 


 

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