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Bielefeld bewirbt sich als „Stadt der Wissenschaft 2011“

Die Hochschulstadt Bielefeld bewirbt sich um den Titel „Stadt der Wissenschaft 2011“. Die Auszeichnung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat weit mehr als symbolischen Charakter. Der Titel wird exklusiv für ein Jahr verliehen und bietet wertvolle Möglichkeiten für das Standortmarketing.

Diese Chance hat die Großstadt Bielefeld längst erkannt: Seit dem 1. Januar 2008 gibt es ein Wissenschaftsbüro, das bei der Bielefeld Marketing GmbH angesiedelt ist. Zentrale Aufgaben des Wissenschaftsbüros sind die offensive überregionale Vermarktung Bielefelds als Hochschul- und Innovationsstandort sowie die Verankerung des Themas Wissenschaft in der Stadtgesellschaft.

In den kommenden Jahren will sich die Großstadt Bielefeld systematisch als Wissenschaftsstandort profilieren. Dazu passt die Entscheidung des Landes NRW, in der Ostwestfalen-Metropole nahezu 300 Millionen Euro zu investieren. Damit soll der 75.000 Quadratmeter große Neubau der Fachhochschule Bielefeld finanziert werden. Außerdem geht es um den Einstieg in die komplette Sanierung der Universität Bielefeld, die 40 Jahre alt geworden ist. Auf dem künftigen Hochschulcampus werden dann mehr als 28.000 Studierende modernste Studienbedingungen vorfinden.

Für Hans-Rudolf Holtkamp, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH, ist die Mittelzusage ein wichtiger Baustein im Bemühen, den Hochschulstandort zu bewerben. Bereits 2003 fand die Kampagne „Hochschulstadt Bielefeld – Wissen schafft Einblicke“ bundesweite Beachtung. 2004 und 2005 wurde das Thema mit dem Projekt „Campus:City“ konsequent weiterverfolgt. 2006 unterzeichneten Universität Bielefeld und Bielefeld Marketing die sogenannte „Magdeburger Erklärung“, mit der sich Bielefeld als Science-City bekennt. Im Herbst 2008 lockte das erste stadtweite Science-Festival „GENIALE – Macht Euch schlau!“ mehr als 40.000 Besucherinnen und Besucher aus ganz Nordrhein-Westfalen nach Bielefeld. An der erlebnisorientierten Vermittlung von Wissenschaft und Forschung hatten sich 200 Wissenschaftler beteiligt. 2011 soll die nächste „GENIALE“ stattfinden.

Bielefelder Hochschulen bieten 158 Studiengänge 

158 Studiengänge stehen derzeit in der Universität und der FH Bielefeld sowie in den privaten Fachhochschulen der Wirtschaft (FHdW) und des Mittelstandes (FHM), in der FH für Öffentliche Verwaltung NRW und in der FH der Diakonie zur Wahl. Ein enges Netzwerk aus Wissenschaftlern, Studierenden und Partnern aus Wirtschaft, Medien und Kultur bietet viele Möglichkeiten für Kooperationsprojekte, die das Wissenschaftsbüro für seine Arbeit nutzt.

Die gemeinsamen Bemühungen von Stadtmarketing und Hochschulen tragen bereits erste Früchte außerhalb der Region. Eine bundesweite Emnid-Studie aus dem Frühjahr 2009 lieferte positive Ergebnisse zu Bekanntheitsgrad und Image. Deutschlandweite Resonanz fand auch eine Fachtagung, die im Mai 2009 Experten aus Wissenschaftskommunikation, Wissenschaftsforschung und Tourismuswirtschaft zum „6. Bielefelder Forum“ versammelte. Dabei ging es um die Frage, inwieweit strategische Allianzen aus Wissenschaft und Stadtmarketing das Image von Städten und Hochschulen positiv beeinflussen können. Die Leiterin des Bielefelder Wissenschaftsbüros, Dr. Annette Klinkert, ist davon überzeugt, dass Wissenschaft auch als Zukunftsthema für den Städtetourismus genutzt werden kann.

Erstaunlich anders: Bielefelder Hochschultour

Bielefeld ist keine traditionelle Universitätsstadt mit altehrwürdiger Tradition, sondern betont seine weltoffene, kreative, dennoch entspannte Atmosphäre. Mit einer eigens für die Zielgruppe Oberstufenschüler und Studienbewerber entwickelten Marketinglinie will das Wissenschaftsbüro genau dieses besondere Potenzial Bielefelds kommunizieren : Der Hochschulkompass „Erstaunlich bequem!“, der Image-Flyer „Erstaunlich anders!“ und der originell gestaltete Bus der „Bielefelder Hochschultour“ sind die ersten sichtbaren Werbebotschafter dieses neuen Ansatzes. Der Bus wird Schulklassen aus der ganzen Region zu einer Tour durch die Bielefelder Hochschulen abholen und stoppt an den zentralen studentischen Orten der Stadt.

Bei interdisziplinär ausgerichteten Projekten wie der Universitätsinitiative „Bielefeld 2000plus – Forschungsprojekte zur Region“ fließen die Kompetenzen der Wissenschaft ganz unmittelbar auch in die strategischen Perspektiven der Stadtentwicklung ein. Aus dieser Zusammenarbeit ziehen die politisch Verantwortlichen weiteren Gewinn: Wenn Gutachter gebraucht werden, wird zuerst nach den Kompetenzen in den Hochschulen am Ort gefragt. In bester Bielefeld-Tradition steht dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure – nicht umsonst glänzt das Bielefelder ZiF, das Zentrum für interdisziplinäre Forschung, mit seinem internationalen Renommee.

Unternehmen vor Ort als Corporate Partner

Dr. Annette Klinkert, die in der Bielefeld Marketing GmbH das Wissenschaftsbüro leitet, setzt darüber hinaus auf eine gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, die nicht nur von der Forschung, sondern auch durch die Qualität der Studienabgänger profitiert. So engagieren sich bereits die Deutsche Bank in Bielefeld und die Unternehmensgruppe Goldbeck als Corporate Partner.

Das Wissenschaftsbüro ist längst weit über die Region

Ostwestfalen-Lippe hinaus vernetzt und knüpft internationale Kontakte. Auf EU-Ebene engagieren sich die Bielefelderinnen in der Organisation EUSCEA – European Science Events Association, die den internationalen Austausch zum Thema Wissenschaftskommunikation befördern will. Doch es sind auch die kleineren Ereignisse, die dafür sorgen sollen, dass Stadtgesellschaft und Hochschulen sich noch ein Stück näher kommen. Am 28. Oktober 2009 wird das erste Bielefelder „Science-Café“ eröffnet. Die neue Veranstaltungsreihe soll Bürger und Wissenschaftler ins Gespräch bringen. Erster Referent ist der renommierte Physiker Prof. Dr. Dario Anselmetti, der unter dem Motto „Alles Nano?! Wissenschaft zwischen Elfenbeinturm und Gesellschaft“ über seinen Forscheralltag berichtet – nicht im Hörsaal, sondern in entspannter Café-Atmosphäre mitten in der Bielefelder Altstadt.

(Redaktion)


 


 

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