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Stadt Bielefeld

Klimaschutzpreis: Preisträger benannt

Der Rat der Stadt Bielefeld hat am 10. November in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, den Umwelt- und Klimaschutzpreis 2011 an vier Preisträger zu vergeben.

Es handelt sich um die Mineralquellen Wüllner GmbH & Co. KG, den NABU-Stadtverband Bielefeld e.V. und den Bauherren Sven Stoltz, deren Preis jeweils mit 3.000 Euro dotiert ist, sowie das Architekturbüro Elke Maria Alberts mit einem Preisgeld von 1.000 Euro. Der konkrete Termin für die Preisverleihung steht noch nicht fest.

Die Firma Mineralquellen Wüllner GmbH & Co. KG hat mit dem Bau des neuen Verwaltungsgebäudes im Jahre 2010 die Ziele verfolgt, sowohl die betrieblichen Energieeigenressourcen zu nutzen als auch erneuerbare Energien einzusetzen. Darüber hinaus wurde beispielhaft dokumentiert wie sich ökologische Aspekte und architektonische Herausforderungen vorbildlich miteinander in Einklang bringen lassen und gleichzeitig eine Wohlfühlatmosphäre für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geschaffen werden kann. Die Abwärme aus der Produktion wird durch Einsatz von Wärmetauschern für die Fußbodenheizung und die Heiz- und Kühlbalken in den Raumdecken des Gebäudes genutzt. Die restliche Abwärme wird für die Beheizung der Produktions- und Lagerflächen eingesetzt. Die Photovoltaikanlage deckt mindestens den Strombedarf des gesamten Gebäudes, sodass insgesamt 137 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr gegenüber einer herkömmlichen Bauweise eingespart werden können. Das entspricht etwa der CO2-Speicherfähigkeit von zehn Hektar „mitteleuropäischem Durchschnittswald“ pro Jahr. Das ausgesprochen gelungene architektonische Erscheinungsbild verbunden mit einer hocheffizienten energetischen Ausstattung hat diesen Verwaltungsneubau für die Verleihung des Umwelt- und Klimaschutzpreises hervorgehoben.

Der NABU-Stadtverband Bielefeld e. V. hat Lösungsmöglichkeiten gesucht, wie eine effektive Klimaschutzmaßnahme bei der energetischen Gebäudesanierung des 111-jährigen Vereinshauses mit dem Artenschutz in Einklang gebracht werden kann. Durch die energetischen Maßnahmen bei der Dämmung der Außenwände und der Decke, sowie der Erneuerung der Dachhaut soll die Hälfte des Energieverbrauchs eingespart werden. Während bei herkömmlichen Gebäudesanierungen nahezu alle Quartiere von Gebäude bewohnenden Tierarten verloren gehen, werden hier neben der Erhaltung auch gezielt neue Quartiere angelegt. Daneben will der Verein mit diesem Projekt zusätzliche Effekte über Multiplikatoren erzielen, über umweltpädagogische Angebote weitere Personenkreise erreichen und dabei das Vereinshaus als Demonstrationsobjekt für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Die Kombination aus energiesparenden, arterhaltenden und naturpädagogischen Elementen ist in diesem Projekt in außergewöhnlicher Weise gelungen.

Sven Stoltz hat durch Umbau eines Zweifamilienhauses des Baujahres 1938 bewiesen, dass die sinnvolle Kombination verschiedener energetischer Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in einem alten Haus zu hohen Energieeinsparungen führen. Der Energiebedarf konnte auf weniger als 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr reduziert werden. Die baulichen Veränderungen bezogen die solare Nutzung des Gebäudes, den Einbau einer Holzpelletsanlage und den Einbau einer Lüftungsanlage mit ein. Durch die Installation einer intelligenten Steuerungsanlage wurde zudem eine fortschrittliche Technik im Gebäude integriert. Diese energetische Sanierung eines Privathauses aus den 30er-Jahren ist vorbildhaft für die heute sich bietenden Möglichkeiten zur Energieeinsparung.

Das Architekturbüro Elke Maria Alberts hat den Umbau und die energetische Sanierung des Sennestädter Jugendzentrums LUNA ausgeführt. Hier gelang es, die besondere Architektur der Nachkriegszeit zu erhalten und den Charakter des LUNA durch den richtigen Einsatz der Farben und Materialien beizubehalten. Hauptbestandteil des energetischen Sanierungskonzeptes war die Erneuerung der Fenster, die Verkleidung der Fassade mit Wärmedämmverbundsystem, die Erneuerung der Dachdämmung sowie die Modernisierung der Haustechnik. Hierbei handelt es sich um eine gesonderte Auszeichnung, da städtische Gebäude in der Regel nicht prämiert werden sollen. Bei diesem Projekt sollen aber insbesondere die kreativen Leistungen des Architekturbüros Anerkennung erfahren. Hier wurden eng aus dem historischen Vorbild heraus Gestaltungsmöglichkeiten entwickelt, die Aspekte des Gebäudecharakters mit energetischen Optimierungen bei gleichzeitigem Erhalt der Funktionalität in besonders ideenreicher Weise miteinander verknüpften.

Für den Umwelt- und Klimaschutzpreis 2011 sind zehn Vorschläge für neun Bewerberinnen und Bewerber eingereicht worden. Alle Bewerbungen zeichnen sich durch ein hohes Engagement für den Klimaschutz aus. Auf der Grundlage der Satzung vom 8. Juli 2009 hat die Arbeitsgruppe aus den Mitgliedern der Fraktionen den Entscheidungsvorschlag erarbeitet. Da die WEGE mbH das städtische Preisgeld von 5.000 Euro um dieselbe Summe aufgestockt hat, war auch deren Geschäftsführer mit beratender Stimme an der einvernehmlichen Auswahl der Jury beteiligt.

Die Verleihung erfolgt im jährlichen Wechsel zwischen folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

• Beispielhafte Projekte zu Energieeffizienz, Energetischer Gebäudesanierung und Einsatz erneuerbarer Energieträger.

• Besonderes Engagement im gesellschaftlichen und ökologischen Bereich, das zu Verbesserungen für Natur, Umwelt- oder Klimaschutz beiträgt.

(Redaktion)


 


 

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