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Ritz-Carlton Moskau

Bielefelder Oliver Eller ist Generaldirektor des Ritz-Carlton Moskau

Bereits als kleiner Junge lebte er am liebsten aus dem Koffer und genoss es, in fremden Betten übernachten zu dürfen. Die Begeisterung für das Leben im Hotel ließ Oliver Eller nicht mehr los und so machte der gebürtige Bielefelder seine Passion zum Beruf. Heute bekleidet der 41-Jährige eine Spitzenposition in der amerikanischen Luxushotelgruppe The Ritz Carlton Hotel Company. Als Generaldirektor des Ritz-Carlton Moskau ist er Herr über 334 Zimmer und 76 Suiten, die sich über 59.311 Quadratmeter auf 12 Etagen verteilen. Das 260 Millionen Euro teure Hotel der Superlative wurde im Juli 2007 unter Ellers Regie eröffnet und setzt mit seiner Luxuriösität neue Maßstäbe in der russischen Hauptstadt.

„Mein Vater musste aus beruflichen Gründen viel reisen. Wenn es die Umstände zuließen, durfte ich ihn begleiten“, erinnert sich Oliver Eller. „Ich fand das Hotelleben spannend und so stand für mich bereits früh fest: In diesem Bereich will ich einmal arbeiten.“ Den Grundstein für seine Karriere legte er im Maritim Staatsbadhotel Bad Salzuflen. Dort absolvierte Oliver Eller eine Ausbildung zum Hotelkaufmann. „Das Maritim war meine erste Wahl, weil es die Top-Adresse in der Region war.“

Lange hielt es den Ostwestfalen allerdings nicht in der Kurstadt. Direkt nach der Ausbildung ging er 1986 nach Berlin, um dort im InterContinental an der Rezeption zu arbeiten. „Ein großes Haus mit völlig neuen Aufgaben erwartete mich“, sagt Oliver Eller rückblickend.

Ein Stipendium der InterContinental Hotel Group ermöglichte es dem Bielefelder 1995, an der renommierten Cornell School of Hotel Administration in Ithaca, USA, zu studieren. Miami, Buenos Aires, Bahrain – sein umfassendes Fachwissen führte Oliver Eller in den folgenden Jahren um den halben Erdball und schließlich zur Ritz-Carlton Company. Seine Karriere bei der Hotelkette begann im Jahr 1999. In seiner Zeit als Manager des Ritz-Carlton Schlosshotels Berlin wurde er damit beauftragt, in Ägypten, New Orleans und Atlanta die Eröffnung neuer Hotels zu unterstützen.

„Als ob man einem Kind das Laufen beibringt“

Nachdem er erfolgreich weitere Häuser in der Autostadt Wolfsburg und am Potsdamer Platz in Berlin betreut hatte, wurde ihm 2005 Moskau angeboten. „Mir machen solche Aufgaben Spaß. Es ist, als ob man einem Kind das Laufen beibringt“, erzählt der Vater einer sechsjährigen Tochter. Ein derartiges Luxusobjekt in Russland zu eröffnen, war aber auch für den erfahrenen Hotelkaufmann „schon eine ganz besondere Nummer“. Monatelang eisige Temperaturen und die Tatsache, dass fast alle Baustoffe importiert werden mussten – „unter russischen Umständen und Gesetzen zu bauen, war eine echte Herausforderung.“

Die Geschicke von rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegen in den Händen von Oliver Eller. Neben dem deutschen Drei-Sterne-Koch Heinz Winkler akquirierte er 50 Top-Hotel-Fachkräfte aus aller Welt für das direkt am Roten Platz liegende Fünf-Sterne-Haus, das nur wenige Schritte vom Kreml entfernt ist. „Gute Arbeitskräfte vor Ort zu bekommen, stellte sich als schwierig dar. Die Servicekultur ist in Russland noch nicht sehr ausgeprägt. Dafür ist die Schulausbildung hier exzellent – 80 Prozent des Personals haben einen Hochschulabschluss. Was häufig fehlt, sind Eigenschaften wie positives Denken oder Teamgeist“, berichtet Oliver Eller.

„Es gilt, die Erwartungen der Gäste zu übertreffen“

Als Generaldirektor ist Oliver Eller für den reibungslosen Ablauf aller Prozesse innerhalb des Nobelhotels zuständig. „Die Ansprüche unserer Gäste sind hoch. Ein Standardzimmer kostet hier 1.000 Euro die Nacht. Da müssen Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen werden.“ In der russischen Hauptstadt leben die meisten Milliardäre weltweit. Hinzu kommen rund 400.000 Dollar-Millionäre. Sie alle lieben den Luxus und das Besondere.

Im Ritz-Carlton bekommen sie beides geboten. Das Hotel im Stil des Russischen Empire beeindruckt mit prächtigen Kronleuchtern, Marmor in unterschiedlichsten Maserungen und Farben, edlen Hölzern und Leder, 50 Kilo Blattgold und 1.800 Antiquitäten. Die Zimmer beginnen ab einer Größe von 42 Quadratmeter und gehören damit zu den größten der Stadt. In den großzügigen Badezimmern sorgt auf Wunsch ein Bad-Butler für die richtige Füllung der Badewanne. Daneben können sich die luxusverwöhnten Gäste ihre Zeit in Geschäften und Boutiquen, Bars und Restaurants oder im Casino vertreiben.

Seine eigene Rolle schätzt der Wahl-Moskauer eher nüchtern ein: „Wenn ich nicht da bin, hat das keine Auswirkungen auf den Hotelbetrieb. Schlimmer ist es, wenn im Service jemand ausfällt.“ Sein Beruf ist für Oliver Eller Berufung. Der Spaß am Umgang mit Menschen ist seiner Meinung nach die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Karriere im Hotelgewerbe.

„Moskau ist eine der tollsten Städte überhaupt“

Der Bielefelder fühlt sich mittlerweile heimisch in Moskau. „Es gibt hier ein wahnsinnig breites kulturelles Angebot und ich mag die Mentalität der Menschen. An jeder Ecke werden Geschäfte gemacht – der Russe lebt heute und denkt nicht an morgen. Wenn Geld da ist, gibt er es auch aus.“

Die Unkenntnis, die gerade in Deutschland über die Millionenstadt und ihre Bewohner herrscht, führt er auf eine einseitige Berichterstattung zurück. „Die Medien entwerfen häufig ein verzehrtes Bild von Moskau – als ob sich hier alles nur um verschwendungssüchtige Neureiche und Korruption dreht“, so Eller. „Ich kann nur immer wieder betonen, dass Moskau eine der tollsten Städte ist, in denen ich je gewesen bin.“ Allein mit der Sprache hadert der Ostwestfale. „Verstehen kann ich die Russen ganz gut, aber mehr als ein paar Höflichkeitsfloskeln bringe ich nicht über die Lippen“, sagt er. „Wenn es um wichtige Dinge geht, sprechen wir englisch.“

Heimweh ist dem weit gereisten Hotelmanager fremd, lediglich seine ostwestfälischen Leibspeisen fehlen ihm: „Das Essen in Russland ist sehr gut, aber zu Hause schmeckt es immer noch am besten.“ Wenn die Sehnsucht nach der heimischen Küche und der Familie zu groß wird, besucht Oliver Eller seine Mutter in Bielefeld: „Meist gehen wir dann im Ortsteil Schildesche in den Erbsenkrug. Dort gibt es herrliche Hausmannskost – da kann ich einfach nicht widerstehen.“

(Redaktion)


 


 

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