Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Finanzen
Weitere Artikel
Marktkommentar Devisen Helaba

BIP-Schätzungen werden mit Spannung erwartet

Die Finanzmärkte stehen weiterhin unter dem Eindruck der rezessiven Tendenzen in der Weltwirtschaft. Unstrittig ist, dass die großen industrialisierten Volkswirtschaften schrumpfen und die in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten werden diese Einschätzung untermauern. In Deutschland und der Eurozone richtet sich der Blick daher auf die ersten BIP-Schätzungen des dritten Quartals.

Angesichts der Einbrüche bei den Geschäftsklimaindikatoren sowie der Auftragseingänge und der Industrieproduktion ist mit einem gesunkenen BIP zu rechnen. Damit würden Deutschland und die Eurozone zwei aufeinander folgende Quartale mit negativem Wachstum ausweisen und so die formale Anforderung an eine Rezession erfüllen.

In den USA, dem Epizentrum des Finanzmarktbebens, ist dies bislang nicht der Fall. Andere Definitionen bemühen Monatsdaten und nach diesen Kriterien hat die Rezession in den USA vermutlich schon Anfang des Jahres begonnen, möglicherweise auch schon in der zweiten Hälfte 2007. Offiziell bestätigt ist
dies jedoch noch nicht.

Durchschnittlich dauerten Rezessionen in den USA seit 1899 15 Monate,
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts 10 Monate. Im Vorfeld der BIP-Veröffentlichungen werden die Stimmungsumfragen unter Finanzmarktteilnehmern ein entsprechend düsteres Bild abgeben, wobei aber nicht damit zu rechnen ist, dass es zu einem nochmaligen Einbruch der Indikatoren kommt.

Die zeitweilige Beruhigung an den Finanzmärkten sollte dazu beitragen, dass sich die Sentix- und ZEW-Umfragesalden auf ihren sehr tiefen Niveaus stabilisieren können. In den USA bleibt es an der Datenfront zunächst ruhig, bevor zum Wochenschluss die Einzelhandelsumsätze, die Importpreise und das Michigan Sentiment die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Der Einbruch der Rohstoffpreise sowie die Stärke des Dollars wirken inflationsdämpfend. Wie bereits im September ist daher zu erwarten, dass der Importpreisindex kräftig nachgibt und die Jahrerate in den einstelligen Bereich von zuvor 14,5 % zurückfällt. Sinkende Energiepreise führen aber auch zu einem sinkenden nominalen Umsatz an den Tankstellen. Zusammen mit den schwachen Ergebnissen der Warenhausketten und dem deutlichen Rückgang der Pkw-Verkäufe tragen diese zu einem starken Minus des Einzelhandelsumsatzes im Oktober bei. Die pessimistischen
Konsensschätzungen sowohl für die Importpreise als auch für die Einzelhandelsumsätze scheinen angemessen. Darüber hinaus gibt das Michigan Sentiment Auskunft über die Verbraucherstimmung

Die auf niedrigem Niveau liegende ABC-Umfragen deuten nicht auf einen stimmungsaufhellenden Effekt sinkender Benzinpreise hin, denn die Arbeitsmarktschwäche dürfte ein starker Belastungsfaktor sein.

EUR-USD:Ein Befreiungsschlag gelang dem Euro trotz der verheerenden US-Daten der letzten Woche nicht, da mit den Konjunkturrisiken vermehrt das Thema Kapitalrepatriierungen dollarstützend wirkt. Da der Reigen negativer US-Daten noch anhält, scheint das Potenzial für den Euro auch in dieser Woche begrenzt. Technisch bleibt das Bild gleichwohl freundlich. Eine Vielzahl von Widerständen versperrt EUR-USD allerdings den Weg nach oben. Unterstützungen finden
sich bei 1,2675, 1,2604 und 1,2522. Wochen-Range: 1,2600 - 1,3300.%

Quelle: Helaba Volkswirtschaft/ Research

(Redaktion)


 


 

Helaba
Marktkommentar Devisen
Rezession
BIP

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Helaba" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: