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Interview

9 Fragen an... Burkhard Deppe, Bürgermeister der Stadt Bad Driburg

OWL.Business-on.de befragte führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwestfalen-Lippe zu den Perspektiven der regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Burkard Deppe, Bürgermeister der Stadt Driburg, ist zuversichtlich, dass die Folgen der Wirtschaftskrise aufgrund der sehr gut aufgestellten heimischen Wirtschaft abgemildert werden können und sieht gute Chancen für die weitere touristische Entwicklung der Stadt.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Bad Driburg in 2008?

Burkhard Deppe: Insbesondere bis zum 3. Quartal konnte eine positive wirtschaftliche Entwicklung verzeichnet werden. Die meisten Unternehmen äußerten sich sehr zufrieden, was sich auch in den erheblichen Investitionen widerspiegelt, die 2008 zur Errichtung von Betriebsgebäuden und für den Ausbau der Produktionsanlagen eingesetzt wurden. Im 4. Quartal zeichnete sich aufgrund der globalen wirtschaftlichen Entwicklung dagegen eher eine abwartende Stimmungslage ab.

business-on.de: Wie wird sich der Arbeitsmarkt in der Region entwickeln?

Burkhard Deppe: Betrachtet man das gesamte Jahr 2008, so sank die Arbeitslosenzahl im Kreis Höxter weiter ab. Gegen Ende des Jahres deuteten sich jedoch bereits die konjunkturellen Auswirkungen an und führten, neben den saisonalen Einflüssen, zu einem leichten Anstieg der Quote. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Im Vergleich zu anderen Regionen erwarte ich jedoch aufgrund der Ausgewogenheit unserer Wirtschaftsstruktur einen abgeschwächteren Anstieg der Zahlen.

business-on.de: Welche Faktoren zeichnen den Standort Bad Driburg und OWL aus?

Burkhard Deppe: Die ostwestfälische Wirtschaft hat in Fachkreisen einen äußerst positiven Ruf. Die zum großen Teil mittelständischen, familiengeführten Unternehmen sind für ihre innovative, qualitativ hochwertige und verlässliche Arbeit bekannt. All diese Faktoren finden wir in sehr ausgeprägter Form auch bei uns in Bad Driburg wieder. Neben den für unsere Stadt traditionellen Bereichen wie der Glasherstellung, dem Glashandel und dem Gesundheitssektor zeichnen sich die ortsansässigen Betriebe durch ihre Branchenvielfalt aus. Überaus erfreut bin ich auch über die Tatsache, dass sich die Unternehmen immer aktiver zum Standort Bad Driburg bekennen. Als Beispiel möchte ich die bei uns seit Generationen ansässige Firma „glaskoch“, bundesweit bekannt durch die Marke „Leonardo“, hervorheben. Mit dem architektonisch herausragenden Präsentationsgebäude „glass cube“ hat das Unternehmen ihr attraktives Aushängeschild in unserer Stadt errichtet.

business-on.de: Wie schätzen Sie die Perspektiven für 2009 ein? Wie wirkt sich die Finanzkrise aus?

Burkhard Deppe: Die Wirtschaftsstärke der Region Ostwestfalen ist insbesondere auf vielfältige nationale und internationale Verflechtungen der Betriebe zurückzuführen. Die weltweite Finanzkrise wird daher auch deutlich spürbare Auswirkungen auf unsere Region entfalten. Ich bin zuversichtlich, dass die Folgen der Krise aufgrund der sehr gut aufgestellten heimischen Wirtschaft abgemildert werden können.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Bad Driburg/ OWL bringen?

Burkhard Deppe: Sowohl die Chancen als auch die Risiken hängen von der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft ab. Eine Verschärfung der Rezession würde sich auf alle Bereiche der Gesellschaft auswirken. Ich hoffe daher, dass die Wirtschaftskrise schnellstmöglich überwunden werden kann. Chancen sehe ich vor allem für Betriebe, die mit ihren innovativen Produkten den Markt in verschiedenen Bereichen ankurbeln können. In Bad Driburg haben wir einige solcher Unternehmen, die letztendlich auch von der jetzigen Situation profitieren könnten. Auch sehe ich gute Chancen für die weitere touristische Entwicklung unserer Stadt. Wir beobachten, dass sich der Trend zum Kurzurlaub durchsetzt. Mit unserer zentralen Lage inmitten einer reizvollen Landschaft und mit qualitativ hochwertigen Angeboten können wir in diesem Zuge neue Besucher für unseren Ort ansprechen und das positive Image der Stadt weiter ausbauen. Letztendlich profitieren auch davon die Unternehmen vor Ort.

business-on.de: Wie sieht es mit der Steuer - und Abgabenlast in Bad Driburg aus? Wie stellen Sie sicher, dass der Standort für Unternehmer attraktiv bleibt?

Burkhard Deppe: In den letzten Jahren haben wir seitens der Stadt einen soliden, effektiven Sparkurs verfolgt, der dennoch Spielraum für etliche Maßnahmen zur Stadtentwicklung und für den Ausbau der Infrastruktur zuließ. Hierdurch konnten die kommunalen Ausgaben gesenkt und die Schulden abgebaut werden. Diese Vorgehensweise sichert uns nun in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten die Möglichkeit, die seit Jahren geltenden Steuersätze konstant zu halten und auf Gebührenerhöhungen verzichten zu können.

business-on.de: Wie sieht es generell mit der Unternehmerfreundlichkeit in der Region aus? Welche Maßnahmen, beispielsweise im Bereich Wirtschaftsförderung, sind für das kommende Jahr geplant?

Burkhard Deppe: Generell pflegen die Kommunen in unserer Region eine enge Beziehung zu den Unternehmen. Für Bad Driburg kann ich sagen, dass wir in sehr engem Kontakt mit unseren Unternehmern stehen und immer ein „offenes Ohr“ für sie haben. Dass es sich dabei nicht lediglich um eine plakative Aussage handelt, haben wir in den vergangenen Jahren mehrfach durch flexible und kurzfristige Maßnahmen zur Unterstützung der unternehmerischen Anliegen beweisen. Für uns ist es wichtig, dass wir den Firmen ein gutes Umfeld bieten, was sich neben den infrastrukturellen Maßnahmen auch auf die „weichen Standortfaktoren“ bezieht.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die im kommenden Jahr einen maßgeblichen Einfluss auf die Region OWL haben werden?

Burkhard Deppe: Die Innovationen aus unserer Region werden mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Grundlage dazu wird u.a. der Ausbau der Vernetzungen zwischen verschiedenen Firmen untereinander und zu den ansässigen Bildungseinrichtungen sein, für die es bereits mehrere positive Beispiele gibt. Letztendlich können wir mit derartigen Modellen die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftsstärke der Region nachhaltig sichern und verbessern. Nicht unbedeutend werden auch die zahlreichen Veranstaltungen und Medienberichte zur Varusschlacht im Jahr 2009 sein, die den Teutoburger Wald in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und so zu einer Steigerung des Bekanntheitsgrades der Region beitragen werden. Hiervon können wir insbesondere in dem für Bad Driburg wichtigen Tourismussektor profitieren.

business-on.de: Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?

Burkhard Deppe: Zusammen mit den Bürgern und Betrieben Bad Driburg zielorientiert weiter voranzubringen!

(Redaktion)


 


 

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Burkhard Deppe
Bürgermeister Stadt Bad Driburg

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