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Campus Handwerk entsteht in Bielefeld

Neues Bildungszentrum soll im Herbst 2015 eröffnen

Ob angehende Elektrotechniker, Metallbauer, Zahntechniker, Konditoren oder Frisöre – sie alle werden ab Herbst 2015 in Bielefeld unter modernsten Bedingungen lernen. Campus Handwerk entsteht in BielefeldDer neue Campus Handwerk entsteht auf einer Fläche von 22.000 Quadratmetern auf einem ehemaligen Firmengelände in der Nähe des Bielefelder Hauptbahnhofs

„Ziel ist, ein modernes Bildungszentrum zu errichten, ein Kompetenzzentrum für intelligente Gebäudetechnologien zu schaffen und die Verwaltung des Handwerks in einem Gebäude zu bündeln“, sagt Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe (OWL) zu Bielefeld.

Das Bauprojekt der Handwerkskammer OWL umfasst ein Volumen von 63,4 Millionen Euro. Bund und Land fördern zum großen Teil den Bildungsbau. „Der Eigenanteil der Kammer liegt bei 20 Millionen Euro, der vor allem in den Verwaltungsbereich fließt“, sagt Hauptgeschäftsführer Michael Heesing. Eine Be- und Entlüftungsanlage sowie ein Blockheizkraftwerk sorgen für eine energieeffiziente Ausstattung. Bei dem neuen Campus stehen vor allem die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Vordergrund: 85 Prozent der Fläche wird für Wissen und Wissensvermittlung genutzt.

Auf sieben Etagen entstehen Lehrwerkstätten, Schulungsräume und Verwaltungstrakte. Außerdem werden auf dem Campus 34 Internatszimmer für Übernachtungsgäste zur Verfügung stehen. Eine Mensa mit Außenterrasse bietet Raum mit Aufenthaltsqualität. Herzstück wird ein Kompetenzzentrum für intelligente Gebäudetechnologien, das auf Meisterebene qualifizierte Fortbildungen bieten wird. „Wir wollen unser Gebäude als Lernobjekt nutzen“, erklärt Heesing, „unsere Teilnehmer sollen praxisorientiert lernen.“

Mit der Zusammenlegung aller Angebote der Handwerkskammer unter einem Dach soll eine Verbesserung der Qualifizierung im Handwerk erzielt werden. „Der Neubau ist zentraler Baustein der Strategie, den Bedarf an Fach- und Führungskräften im Handwerk zu decken“, sagt Kammerpräsidentin Strothmann, die auch Mitglied im Bundestag ist. In Sachen Nachwuchsgewinnung ist die Handwerkskammer schon seit Jahren aktiv. Schüler aus dem 7. und 8. Jahrgang können zwei Tage lang einen Handwerksberuf kennenlernen – demnächst auf dem neuen Campus. Während der dualen Ausbildung im Handwerk – die Auszubildenden lernen im Wechsel im Lehrbetrieb und in der Berufsschule – ist ein mehrwöchiger Aufenthalt im Bildungszentrum der Handwerkskammer ein weiterer Pflichtbestandteil – ab 2015 am neuen Standort. „Wegen seines praxisorientierten Qualitätsstandards wird das duale System weltweit nachgeahmt“, sagt Michael Heesing. Unter dem Motto „lebensbegleitendes Lernen“ bietet die Handwerkskammer ein umfangreiches Lehrgangsprogramm sowohl für den gewerblich-technischen als auch für den kaufmännischen Bereich an. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen im Beruf auch qualifiziert bleiben“, erklärt Heesing.

Nach einer intensiven Planungs- und Entscheidungsphase – der Campus-Neubau wurde bereits 2009 in der Vollversammlung der Handwerkskammer OWL beschlossen – haben im April dieses Jahres die Erdarbeiten begonnen. Grundsteinlegung wird in diesem Sommer sein und der Umzug in das neue Bildungs- und Verwaltungszentrum ist für Herbst 2015 geplant. Das Bauvorhaben wird mit gut 70 Vergabeeinheiten nach den Regeln der Verdingungsordnung für Bauvorhaben (VOB) errichtet, um auch das heimische Handwerk zu beteiligen. Der Neubau führt die derzeitigen Standorte, die Handwerkerbildungszentren Bielefeld, Lemgo und Gütersloh, sowie die Kammerverwaltung zusammen. Der Campus Handwerk werde künftig die „zentrale Anlaufstelle des regionalen Handwerks sein“ mit optimaler Verkehrsanbindung, so Heesing. Dass Verwaltung und Berufsbildungsstätten einer Handwerkskammer unter einem Dach vereint werden, sei bundesweit einmalig.

Die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld betreut 21.000 Handwerksbetriebe mit derzeit 150.000 Beschäftigten, darunter 12.000 Lehrlinge. Der Umsatz des regionalen Handwerks beträgt knapp 15 Milliarden Euro. Die Handwerkskammer arbeitet eng mit den sechs Kreishandwerkerschaften in der Region zusammen, die vor allem die Aufgabe haben, die Interessen der 128 Innungen zu vertreten.

(Redaktion)


 


 

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