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Eiscreme statt Zigaretten

Das Statistische Jahrbuch informiert über die Gewohnheiten der Deutschen

Die Deutschen rauchen und trinken offenbar weniger. Das zumindest legen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahe, dessen Chef am Mittwoch in Berlin die Neuauflage des Statistischen Jahrbuchs vortellte hat.

Demnach hat der Durchschnittsdeutsche 2008 rund 20 Prozent weniger für Tabakwaren und alkoholische Getränke ausgegeben als noch vor neun Jahren.

Rückschlüsse auf eine positive gesellschaftliche Entwicklung möchten die Statistiker aus diesen Angaben allerdings nicht ziehen. «Wir liefern nur die Zahlen. Interpretieren müssen andere», sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Mit dem mehr als 750 Seiten umfassenden Jahrbuch wollen die Statistiker «umfassende Informationen zu Bevölkerung, Kultur, Bildung, Umwelt und vielen anderen Gebieten» zur Verfügung stellen. Die Daten stammen zum Teil auch aus dem Jahr 2007.

Neben Angaben zur wirtschaftlichen Leistung und demografischen Entwicklung bietet das Jahrbuch dem Leser auch Einblicke ins Privatleben, Freizeitverhalten und die Befindlichkeit der Deutschen.

Beispielsweise kann nachgelesen werden, dass sich der Gesang als Freizeitbeschäftigung großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt 21 254 Chöre mit 1 609 989 Mitgliedern gibt es in Deutschland. Die Zahl der Männergesangvereine liegt dabei mit rund 7100 weit über der reiner Frauenchöre, von denen nur etwa 1800 registriert sind. Die meisten Chöre zählten die Statistiker übrigens in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Seit Jahren leicht rückläufig ist dagegen die Zahl der Kinos in Deutschland. Während es 2005 noch 4687 Filmtheater gab, waren es 2008 nur noch 4639. Die Zahl der Kinobesuche nimmt sich eher bescheiden aus. Zwar verbuchten die deutschen Kinos 2008 insgesamt 129,4 Millionen Filmbesuche. Pro Bundesbürger ergibt dies im Schnitt jedoch nur 1,6 Kinobesuche, für die durchschnittlich 6,14 Euro Eintritt
gezahlt wurden.

Um das Befinden der Deutschen scheint es im Jahr der beginnenden Wirtschaftskrise nicht gut bestellt gewesen zu sein. Rund 2,26 Millionen Menschen riefen 2008 bei der Telefonseelsorge an, mehr als je zuvor seit 2000.

Trotzdem fallen offenbar immer mehr Deutsche vom Glauben ab. Die Zahl der Kirchenaustritte lag 2007 sowohl bei der evangelischen als auch bei der katholischen Kirche über der des Vorjahres. 130 331 Protestanten und 93 667 Katholiken kehrten 2007 ihrer Kirche den Rücken. 2006 waren es noch 121 598 beziehungsweise 84 389.

Keine Auskunft gibt das Jahrbuch über den Zusammenhang von Gottesferne und Hang zur Kriminalität, wohl aber darüber, dass die meisten 2007 wegen einer Straftat Verurteilten männlich und zwischen 30 und 40 Jahre alt waren. Ihr Anteil lag bei 156 151 von insgesamt 897 631 verurteilten Kriminellen.

Die Statistik weiß außerdem, dass die Deutschen Süßes mögen. So verbrauchten sie 2008 insgesamt 520 Millionen Liter Eiscreme und pro Kopf rund 34 Kilogramm Zucker.

(Redaktion)


 


 

Roderich Egeler
Statistischen Bundesamtes
Statistische Jahrbuch

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