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Interview

9 Fragen an... Robert Oelsmeier, Bürgermeister der Stadt Delbrück

business-on.de befragte führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwestfalen-Lippe zu den Perspektiven der regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Robert Oelsmeier, Bürgermeister der Stadt Delbrück, möchte seinem Nachfolger nach der nächsten Kommunalwahl eine schuldenfreie Stadt hinterlassen und glaubt dass Unternehmen, die in Zeiten der Hochkonjunktur vorgesorgt haben, auch Krisensituationen überleben können.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Delbrück in 2008?

Robert Oelsmeier: Gut, höchstes Gewerbesteueraufkommen des Jahrzehnts.

business-on.de: Wie wird sich der Arbeitsmarkt in der Region entwickeln?

Robert Oelsmeier: Kann nicht vorausgesagt werden.

business-on.de: Welche Faktoren zeichnen den Standort Delbrück und OWL besonders aus?

Robert Oelsmeier: In Delbrück gibt es viele kleine bis mittlere innovative Unternehmer, das gleiche gilt für OWL.

business-on.de: Wie schätzen Sie die Perspektiven für 2009 ein? Wie wirkt sich die Finanzkrise aus?

Robert Oelsmeier: Wie sich die globale Finanzkrise auf die Realwirtschaft auswirkt, vermag ich nicht einzuschätzen, jedoch gehe ich davon aus, dass die örtlichen Banken (eine selbständige Stadtsparkasse und drei selbständige Volksbanken) nicht direkt betroffen sind.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Delbrück/OWL bringen?

Robert Oelsmeier: Die Risiken ergeben sich aus der Finanzkrise und der erwarteten Rezession. Die Chancen sehe ich darin, dass viele kleine Unternehmen flexibler auf die veränderten Rahmenbedingungen eingehen können, als wenige große Unternehmen.

business-on.de: Wie sieht es mit der Steuer - und Abgabenlast in Delbrück aus? Wie stellen Sie sicher, dass der Standort für Unternehmer attraktiv bleibt?

Robert Oelsmeier: Die Grundsteuer B beträgt in Delbrück 295 Punkte bei einem Regelhebesatz von 380, die Gewerbesteuer beträgt in Delbrück 370 Punkte bei einem Regelhebesatz von 403. Da weder Steuer- noch Gebührenerhöhungen in absehbarer Zeit geplant sind, bleibt der Standort Delbrück für Unternehmer attraktiv.

business-on.de: Wie sieht es generell mit der Unternehmerfreundlichkeit in der Region aus? Welche Maßnahmen, beispielsweise im Bereich Wirtschaftsförderung, sind für das kommende Jahr geplant?

Robert Oelsmeier: Wirtschaftsförderung kann m.E. nicht darin bestehen, dass man dem Hund zunächst den Schwanz abhackt, um ihn anschließend damit zu trösten, dass er auf diese Weise auch wieder einmal ein Stück Fleisch zu fressen bekommt = hohe Steuern, um anschließend Subventionen zu verteilen, sondern Wirtschaftsförderung bedeutet: günstige Rahmenbedingungen (niedrige Steuern, niedrige Gebühren, günstige Gewerbegrundstücke).

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die im kommenden Jahr einen maßgeblichen Einfluss auf die Region OWL haben werden?

Robert Oelsmeier: Unternehmer, die in Zeiten der Hochkonjunktur so vorgesorgt haben, dass sie eine Krisensituation überleben können, und darüber hinaus bereit sind, auch in Krisenzeiten ihren Mitarbeiterstand zu halten.

business-on.de: Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?

Robert Oelsmeier: Ich möchte meinem Nachfolger nach der nächsten Kommunalwahl nicht nur eine schuldenfreie Stadt hinterlassen, sondern darüber hinaus ein ausreichendes Liquiditätspolster, damit er auch bei einer verminderten Gewerbesteuer alle wichtigen Projekte ohne Kreditaufnahme abwickeln kann.

(Redaktion)


 


 

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Robert Oelsmeier
Delbrück Bürgermeister

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