Sie sind hier: Startseite Ostwestfalen-Lippe Aktuell News
Weitere Artikel
Bruttoinlandsprodukt

Deutsche Wirtschaft wächst wieder

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal dieses Jahres überraschend wieder gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Damit wurde nach vier BIP-Rückgängen in Folge erstmals wieder ein Zuwachs erzielt. Wegen der globalen Finanzkrise war die deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2008 in eine tiefe Rezession gestürzt. Wirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) hält die Talsohle der Konjunkturkrise nun für durchschritten.

Volkswirte hatten für das zweite Quartal eine um 0,2 Prozent rückläufige Wirtschaftsleistung vorhergesagt. In den ersten drei Monaten 2009 war die deutsche Wirtschaft noch um 3,5 Prozent geschrumpft - so stark wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Wachstumsimpulse kamen nach Angaben der Statistiker im zweiten Quartal sowohl von den privaten als auch den staatlichen Konsumausgaben sowie den Bauinvestitionen. Da die Importe erheblich stärker zurückgingen als die Exporte, trug auch der Außenbeitrag zum BIP-Wachstum bei.

«Die Stabilisierung der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal ist noch etwas günstiger ausgefallen, als wir erwartet haben», sagte Guttenberg. «Diese Zahlen sollten uns ermutigen. Sie belegen, dass der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung hinter uns liegen dürfte.» Verantwortlich für das Wachstum seien auch die Konjunkturpakete der Bundesregierung. Allerdings gebe es keinen Anlass zur Euphorie, denn es sei noch ein weiter Weg, bis die Wirtschaft das Vorjahresniveau erreiche.

Auch Bankenvolkswirte gehen nun davon aus, dass der Sturzflug der deutschen Wirtschaft vorbei und die Landung geglückt ist. «Die Rezession scheint beendet, in den kommenden Monaten sollten die Konjunkturdaten kräftig anziehen», sagte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. Für ein Ende des wirtschaftlichen Abschwungs spreche vor allem auch die aktuelle Tendenz bei Auftragseingängen und Industrieproduktion. Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe hob seine Prognosen für die durchschnittliche BIP-Entwicklung in diesem Jahr auf minus 5,0 nach zuvor minus 6,5 Prozent an.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wertete das Wachstum als Indiz dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft langsam wieder «aufrappelt». Zugleich warnte der Verband vor konjunkturellen Rückschlägen als Folge der schwierigen Finanzierungslage für die Unternehmen. Die Konjunktur sei noch nicht vor Rückschlägen gefeit. «Die schwierige Finanzierungssituation vieler Unternehmen könnte im Herbst einer nachhaltigen Erholung einen Strich durch die Rechnung machen», sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. Neben drohenden Insolvenzen fürchteten etliche Unternehmen Probleme bei der Vorfinanzierung neuer Aufträge.

Auch europaweit entwickelte sich die Wirtschaft besser als erwartet. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone sank im zweiten Quartal nur noch leicht. Das BIP ging um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück, nach einem Minus von 2,5 Prozent im ersten Vierteljahr, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die Entwicklung deute darauf hin, dass die Rezession in der Eurozone im späten Frühjahr ihr Ende gefunden haben könnte. Für das zweite Halbjahr erscheinen nunmehr moderate Wachstumsraten möglich. Volkswirte hatten einen BIP-Rückgang um 0,4 Prozent vorhergesagt.

Quelle: ddp

(Redaktion)


 


 

Wirtschaft
Quartal
BIP-Wachstum
Wirtschaftsleistung
Unternehmen
Konjunktur
Bruttoinlandsprodukt
Halb

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Wirtschaft" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: