20.10.2011  10:45 Uhr

Studie Online-Handel
Deutschland ist Schlusslicht beim Wachstum

Düsseldorf. Schon im nächsten Jahr könnte der Anteil des Online-Handels im Einzelhandel ohne Lebensmittel auf 20 Prozent steigen. Davon geht eine aktuelle Prognose des eWeb-Research-Centers der Hochschule Niederrhein aus. Bei den Zuwachsraten ist Deutschland trotzdem das Schlusslicht.

„Die Online-Umsätze in Europa werden in diesem Jahr um voraussichtlich 21 Prozent steigen“, sagt Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb-Research-Centers. Nimmt man den gesamten Einzelhandelsumsatz inklusive Lebensmitteln mit rund 2.900 Milliarden Euro Umsatz in 2011 als Richtschnur, wird der Anteil des Online-Handels in diesem Jahr auf 8,9 % steigen, was 260 Milliarden Euro entspricht. Allerdings gilt der Lebensmittel-Einzelhandel als nicht onlinetauglich.

Zuwachsrate von 21 %

Die Forscher um Prof. Heinemann ziehen daher den Non-Food-Einzelhandel mit rund 1.400 Milliarden Euro als Vergleichswert heran. Demnach betrug im Non-Food-Einzelhandel der Onlineanteil europaweit im vergangenen Jahr bereits 18,2 Prozent. Geht man von nur zehn Prozent Online-Wachstum im nächsten Jahr aus, dürfte die 20-Prozentmarke bereits in 2012 deutlich durchbrochen werden. Angesichts der vom IMRWorld für 2011 prognostizierten Zuwachsrate von 21 Prozent im Online-Handel erscheint diese Prognose nicht übertrieben.

Deutscher Online-Handel schwächelt beim Wachstum

Allerdings ist die Situation in den europäischen Ländern sehr unterschiedlich. Gemessen am Online-Umsatz lag Großbritannien mit umgerechnet 68,5 Milliarden Euro Umsatz klar auf Platz 1, gefolgt von Frankreich mit 31 Milliarden Euro und Deutschland mit 30 Milliarden Euro Online-Umsatz – obwohl der deutsche Einzelhandelsmarkt als der größte in Europa gilt. Betrachtet man die Zuwachsraten, fällt Deutschland im europäischen Vergleich noch deutlicher ab. Mit nur 11,5 Prozent Wachstum in 2010 konnte der deutsche Online-Handel nur rund halb so stark wie die übrigen betrachteten europäischen Märkte wachsen.

Besonders stark fiel das Wachstum in Italien mit 43 Prozent vor Irland mit 40,9 und Österreich mit 29,6 Prozent aus. Selbst in Großbritannien, wo bereits mehr als doppelt so hohe Online-Umsätze wie in Deutschland erzielt werden, lag das Wachstum im vergangenen Jahr bei über 22 Prozent.
Im weltweiten Vergleich wachsen andere Regionen sogar noch schneller als Europa. Der asiatisch-pazifische Raum konnte 33 Prozent, Südamerika sogar 35 Prozent und die restliche Welt ohne USA sogar 50 Prozent zulegen.

Multi-Channel-Umsätze nehmen zu

Ein Ende des Online-Wachstums ist nicht absehbar, sagen die Forscher. Wie Prognosen des eWeb-Research-Centers belegen, ist bis 2020 von mindestens einer Ausweitung des Onlineanteils auf über 30 Prozent im europäischen Einzelhandel auszugehen. Das bei dieser Prognose unterstellte durchschnittliche Wachstum von rund acht Prozent jährlich ist konservativ geschätzt. Zudem ist anzunehmen, dass 2020 mindestens 20 Prozent der stationären Käufe durch im Internet vorbereitet werden, so dass dann rund die Hälfte aller Non-Food-Umstze in Europa als Multi-Channel-Umsatz bezeichnet werden können.


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Hochschule Niederrhein / Hochschule Niederrhein



 


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