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Neuer Tomograph soll frühe Krebs-Diagnose erleichtern

(dapd) Enorme Fortschritte bei der frühzeitigen Diagnose von Krebs oder Demenz erwarten Mediziner von einem völlig neuartigen Tomographen, dessen klinischer Anwendungstest am Freitag im Münchner Universitätsklinikum rechts der Isar begonnen hat.

Die Ärzte können damit zum ersten Mal die Lage der Organe im Körper, ihre Funktion und den Zellstoffwechsel gleichzeitig in einem Bild sehen. Das zeige nicht nur, "wo im Körper sich ein Tumor befindet, sondern auch seine Art und seine Aktivität" und außerdem, "wie der Körper auf verabreichte Medikamente reagiert", erklärten das Klinikum und Hersteller Siemens.

Mit dem Gerät "stoßen wir heute in eine neue Dimension der bildgestützten Diagnostik vor" und "können bald Krankheiten bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostizieren", sagte Professor Markus Schwaiger, Direktor der Nuklearmedizin im Klinikum rechts der Isar. Schon der klinische Testlauf helfe, den Verlauf von Krankheiten zu beobachten und einen Therapieplan für den jeweiligen Patienten zu entwickeln. "Außerdem haben wir vor, das System in der langjährigen Krebs-Nachsorge einzusetzen, da wir die Bestrahlungslast für den Patienten durch das neue System reduzieren können", sagte der Mediziner. Zwei gleiche Tomographen sollen bis Sommer 2012 in Essen und in Leipzig in Betrieb gehen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Start der Anlagen in Deutschland finanziell.

Das Gerät namens Biograph mMR überwindet eine physikalische Hürde und vereint die sich eigentlich gegenseitig störenden Techniken eines Magnetresonanztomographen (MR) und eines Positronen-Emissions-Tomographen (PET). Der MR arbeitet mit einem starken Magnetfeldes und elektromagnetischen Wellen. Beim PET werden dem Patienten radioaktive Pharmaka injiziert, die mit dem Körpergewebe reagieren und für die Mediziner ein Bild ergeben. Die Kombination beider Verfahren in einem System könnte die Diagnose einer ganzen Reihe von Krankheiten revolutionieren, erklärten Klinik und Siemens gemeinsam. Außerdem würden Untersuchungszeit und Platzbedarf halbiert.

(dapd )


 


 

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