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Achtung: Verschwörung!

„Die Bielefeld Verschwörung“ kommt jetzt ins Kino

Es gibt sie. Es gibt sie nicht? Doch, es gibt sie, ganz bestimmt: Bielefeld, die Großstadt am Teutoburger Wald. Auch wenn sich „Die Bielefeld Verschwörung“ seit nunmehr 15 Jahren hartnäckig im Internet hält: 330.000 Einwohnerinnen und Einwohner können nicht irren.

Den ultimativen Beweis für die Existenz ihrer Stadt treten jetzt Dr. Thomas Walden und Fabio Magnifico an. Die Medienpädagogen der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld planen einen abendfüllenden Spielfilm über die aberwitzige Verschwörungstheorie. In einer Gastrolle auf jeden Fall dabei: Achim Held. Der heute 39 Jahre alte Kieler hatte das Ergebnis einer ausgelassenen Studentenparty am 15. Mai 1994 ins Internet gestellt. Held hat versprochen, dass er zum ersten Mal in seinem Leben in die Ostwestfalen-Metropole kommt und eine kleine Rolle in dem Film übernimmt.

Seitdem „Spiegel Online“ Mitte Februar 2009 über das Filmprojekt berichtet hat, sind die Zugriffszahlen auf die Internetseite der großen Verschwörung erneut sprunghaft gestiegen. So geht das schon seit Jahren. Immer wieder hat Achim Held geglaubt, dass sich die skurrile Geschichte über die Nicht-Existenz von Bielefeld mit der Zeit abnutzt. Die Idee an sich findet der Informatiker immer noch witzig, „aber dass sich das so lange hält und es unaufhörlich neue, teilweise höchst originelle Einträge gibt, hätte ich nie für möglich gehalten.“

Der gebürtige Kieler hat in seiner Heimatstadt studiert und arbeitet dort heute als promovierter Software Engineer bei einem Unternehmen, das Software für Banken und Versicherungen herstellt. Eine ziemlich ernsthafte Angelegenheit. Das Internet ist für Achim Held in erster Linie Nachrichtenquelle geworden. Mit Chatten hat er nicht viel am Hut und den eigenen Blog hat er nach drei Artikeln wieder eingestellt, „weil ich schnell gemerkt habe, dass mir der Drang fehlt, der Welt mitzuteilen, dass es vor meiner Haustür schneit.“ Und wo zieht es ihn hin, wenn der eingefleischte Norddeutsche denn doch mal den Drang in die große weite Welt verspürt? Die Antwort überrascht: „Disneyland. Sowohl in Paris als auch in Orlando. Weil ich es einfach faszinierend finde, wie eine echte künstliche Welt immer wieder neu geschaffen wird.“ Er lacht fröhlich: „Ich bin eben ein echter Disney-Fan!“

Ein Agentenfilm à la James Bond

Wie die Mini-Rolle von Achim Held im Film aussehen wird, haben die Filmemacher noch nicht verraten. 27 Drehtage sind ab Mai 2009 geplant, ein Low-Budget-Projekt, das davon lebt, dass viele Spaß an dem kreativen Unsinn haben. Studierende von der Uni und der Fachhochschule Bielefeld, lokale Prominenz und ganz viele Bielefelderinnen und Bielefelder sollen vor die Kamera. Ein Agentenfilm à la James Bond wird es werden – mit vielen Verfolgungsszenen. Die allerdings zu Fuß.

Spektakuläre Technik-Effekte werden in den Laboren der Universität Bielefeld entstehen. In der AG Medienpädagogik der Fakultät für Erziehungswissenschaft freut man sich schon jetzt auf das ungewöhnliche Filmprojekt, das in einen dreisemestrigen Seminarzyklus eingebunden ist.

Die verantwortlichen Dozenten sorgen dafür, dass die Studierenden umfassende Medienkompetenzen erlangen. Der gebürtige Italiener Fabio Magnifico hat selbst in Bielefeld Medienpädagogik studiert. Seit 1994 ist er auch mit der eigenen Firma dvmedia.de am Markt. Sein Kollege Thomas Walden hat sich intensiv mit der Dekodierung moderner Mythen beschäftigt und bietet derzeit das Seminar „Vorsicht Thriller!“ an.

Die Filmidee verfolgt Fabio Magnifico, der „ausgesprochen gerne“ in Deutschland und Bielefeld lebt, bereits seit zwölf langen Jahren. Immer wieder hatte er mit Kollegen darüber gesprochen und sich ausgemalt, einen witzigen Spielfilm über „Die Bielefeld Verschwörung“ zu machen, am liebsten mit Studierenden. Im Sommer 2008 war es endlich soweit. Sein Kollege und Freund Thomas Walden machte Urlaub auf Kreta. Magnifico war mit der Familie im Urlaub auf Mallorca. Da klingelte das Telefon und Walden verkündete: „Wir machen das jetzt. Als Seminarfolge. Mit allem Drum und Dran.“ Die Studierenden, die lernen sollen, „mit Medienkompetenz in dieser Welt umzugehen“, haben begeistert am Drehbuch mitgearbeitet.

Als Schauspieler konnte Thomas Huber (45) gewonnen werden, der unter anderem als Ökobauer Boris Ecker in der „Lindenstraße“ bekannt wurde. Der langjährige gute Freund von Fabio Magnifico hat auch schon in „Lohmannshof – die erste Bielefelder Uni-Soap“ mitgespielt. Jetzt übernimmt er – ohne Gage – die Rolle des Oberbösen Ashtar Sheran. Der betrachtet Bielefeld als sein persönliches Versuchslabor und hat zur Tarnung eine Reinigungsfirma mit Namen S.I.E. (Sauberkeit inspiriert Edelmut) gegründet. S.I.E. kontrolliert die gesamte Kommunikation in der Stadt und schaltet jeden aus, der Bielefeld verlassen will. Die weitere Handlung wird nicht verraten – ein Blick auf die zahlreichen Verschwörungstheorien, die im Internet unterwegs sind, lässt ahnen, dass hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Junge, kreative und dynamische Hochschulstadt

Unterstützt wird das Projekt von Universität und Fachhochschule Bielefeld, auch Bielefelder Unternehmen, Gastronomen und örtliche Medien sind im Boot. Und selbst die Bielefeld Marketing GmbH hat Gefallen am spielerischen Umgang mit dem einstigen Studentenspaß gefunden. Die Marketingstrategen um Hans-Rudolf Holtkamp unterstützen das Filmprojekt: „Bielefeld ist eine junge, kreative und dynamische Hochschulstadt. Deshalb können wir auch gut damit leben, wenn es jetzt mal wieder heißt: Bielefeld gibt es doch gar nicht. Wir wissen es nämlich besser!“

Im Juni 2010 soll der Film ins Kino kommen. Geplant ist ein großes Event im Bielefelder CinemaxX. Bis dahin darf man sicher sein, dass „Die Bielefeld Verschwörung“ erneut Schlagzeilen macht. Schließlich hatte sie es in der Vergangenheit schon in alle großen Zeitungen und Zeitschriften, sogar bis ins Fernsehen geschafft. In Webforen und Gästebüchern tauchen die wildesten Theorien auf und bei Wikipedia können sich auch die letzten Zweifler schlau machen, die bislang noch nicht glauben konnten, dass es „Die Bielefeld Verschwörung“ wirklich gibt. www.bielefeldverschwoerung.de

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Jan
24.12.09 00:04 Uhr
Anekdote zur Bielefeld Verschwörung

Sehr lustig: http://www.frogged.de/bielefeld-fehler-bei-google-maps.html

 

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