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Die Leistungsformel - Gibt es ein Rezept für die große Karriere?

Viele träumen vom Gehalt eines Top-Managers oder Spitzensportlers. Doch wer überdurchschnittlich entlohnt werden will, muss auch überdurchschnittliche Leistung bringen. In ihrem Buch „Die Leistungsformel“ versuchen die Autoren Ulrike und Peter Wollsching-Strobel, Dr. Petra Sternecker und Professor Dr. Frank Hänsel Spitzenleistung wissenschaftlich zu erklären und an einem Erfolgsmodell fest zu machen.

 Erfolge in den Bereichen Sport und Management haben eine gemeinsame Basis – die Leistung. Wie schaffen es hoch positionierte Manager und Spitzensportler, konstant hohen Einsatz zu bringen? Mögliche Antworten geben namhaften Leistungsträger aus Wirtschaft, Politik und Sport, die im Buch aus dem Nähkästchen plaudern. Auf die Meinung allzu prominenter Managementvertreter hat das Autorenteam bewusst verzichtet, da deren Leistungsbewertung in vielen Fällen sicher zu Recht umstritten ist. Ausgewählt wurden stattdessen Personen, die nachweisbar mindestens fünf Jahre erfolgreich an der Spitze gesellschaftsrelevanter Organisationen tätig waren.

Spitzenleistung für jedermann

Die Ergebnisse dieser Interview-Studie, eine umfassende Literaturrecherche sowie eigene berufliche Erfahrungen in den Bereichen Management-Beratung und Sportwissenschaft dienen den Autoren als Grundlage für ihr „Faktorenmodell der Spitzenleistung“. Dies soll einen allgemein gültigen Weg aufzeigen, wie Spitzenleistung systematisch erreicht und langfristig erhalten werden kann.

Mit ihrem Modell wollen sich die Autoren nicht nur an Manager, Sportler und Trainer richten, sondern generell alle „leistungsbereiten und leistungssteigerungswilligen Menschen“ ansprechen. Das jeweilige Tätigkeitsfeld der Zielpersonen - egal ob auf beruflicher oder privater Ebene - spiele keine Rolle. Doch wie funktioniert nun dieses Faktorenmodell?

Ein altbekanntes Erfolgssystem

Nach den ersten beiden Kapiteln, die zunächst sehr theoretisch ans Thema heranführen, wird das Geheimnis schließlich gelüftet: Das heuristische Modell setzt sich aus vier wesentlichen Faktorengruppen zusammen: Die Bereiche Kompetenz und Performance, Wille und Motivation, soziales Netz sowie Selbstmanagement kategorisieren die Spitzenleistung. In aller Kürze und zugegeben etwas oberflächlich sind die Inhalte wie folgt zusammenzufassen:

>> Nur wer fleißig trainiert bzw. sich regelmäßig nötiges Wissen aneignet, schafft die Voraussetzung für Spitzenleistung.

>> Der Wille zum Erfolg muss ebenso groß sein wie die Motivation eines potenziellen Leistungsträgers.

>> Hinter erfolgreichen Spitzenleistern steht ein starkes Team aus Familie, Freunden, Vorbildern und Mentoren, das Unterstützung und Halt gibt.

>> Konsequente und ehrliche Selbstbeobachtung und Selbstreflexion ermöglichen persönliche Weiterentwicklung und Leistungssteigerung.

Das sind allesamt Weisheiten, die so oder so ähnlich auf jedem Coaching- oder Motivationsseminar fallen dürften. Wirklich neue Erkenntnisse oder das ultimative Geheimrezept für eine todsichere Managerkarriere hat das Faktorenmodell also nicht zu bieten. Durch die vergleichende Gegenüberstellung der Bereiche Sport und Management, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, beleuchten die Autoren das Thema allerdings aus einer spannenden Perspektive.

Wie ein Sechser im Lotto

Auch gestehen sich die Experten ein, dass Spitzenleistung nicht vollständig steuerbar ist: So nützen Talent, körperliche Leistungsfähigkeit und der größte Erfolgswille nichts, wenn äußere oder nicht absehbare Faktoren dem theoretischen Modell in die Quere kommen.

Das musikalische Wunderkind bleibt unentdeckt, weil seine Eltern kein Geld für Klavierstunden aufbringen können. Oder der Top-Manager stirbt, gerade ganz oben auf der Karriereleiter angekommen, mit gerade mal 35 Jahren an einem Herzinfarkt. Im Buch fällt dieser zweite Fall wohl unter die Kategorie „Glück, Pech, Zufall und göttliche Fügung“.

Vielleicht sind es am Ende aber genau diese unberechenbaren Faktoren, die dem Top-Manager und dem Spitzensportler die vielen Millionen bescheren – und nicht etwa eine abstrakte Leistungsformel.

„Die Leistungsformel: Spitzenleistung gestalten und erhalten“ von Ulrike und Peter Wollsching-Strobel, Dr. Petra Sternecker und Professor Dr. Frank Hänsel, erschienen im Gabler Verlag – ISBN 978-3834906694 – 39,90 Euro

(Michael Bauer)


 


 

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