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10 Jahre ZIG

Die Netz-Werkstatt der Gesundheitswirtschaft OWL feiert Geburtstag

Ostwestfalen-Lippe ist Standort für eine der bundesweit bekanntesten Initiativen in der Gesundheitswirtschaft. Das Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft, im Jahr 1999 gegründet, wird als Public-Private-Partnership von über 30 Unternehmen aus der Region getragen und als Plattform für Entwicklungsprojekte genutzt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die beiden größten europäischen Gesundheitsdienstleister der Diakonie, die v.Bodelschwingschen Anstalten Bethel und das Ev. Johanneswerk, das Klinikum Bielefeld, der Krankenhausbetten-Hersteller Stiegelmeyer aus Herford und die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld.

Zum Anlass des zehnten Geburtstags erinnert die Geschäftsführerin Brigitte Meier an die Gründungsidee: „Wir hatten die ersten Daten und waren beeindruckt davon, wie viele Menschen in unserer Region in der Patientenversorgung und in den Zulieferbereichen arbeiten. In der Gesundheitswirtschaft insgesamt sind das für OWL weit über 100.000 Beschäftigte, und wir erwarten für die nächsten Jahre weitere Wachstumseffekte. Unsere Botschaft lautet: Gesundheit wird zu Unrecht als Kostentreiber gesehen. Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze in der Region.“

Gesundheit ist ein Wachstumsmotor für die regionale Wirtschaft

Während in anderen Bundesländern erst in jüngster Zeit regionale Initiativen in der Gesundheitswirtschaft entstehen, gibt es in OWL mit dem ZIG schon seit zehn Jahren ein vitales Netzwerk, das als Ideen-Werkstatt für neue Produkte und Dienstleistungen arbeitet und die Stärken der Gesundheitsregion OWL überregional bekannt gemacht hat. In zahlreichen Projekten geht es um Gesundheitsförderung, Rehabilitation, klinische Prozessoptimierung, Qualifizierung und neue Gesundheitsberufe, Systemdienstleistungen, Telemedizin, Lebensqualität im Alter oder moderne Patienteninformation.

Mit dem ZIG wurde ein nachhaltiges Netzwerk geschaffen, das eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Partnerunternehmen befördert. Diese besondere Art der Kooperation hat sich als eine wertvolle Ressource für das regionale Innovationsmanagement erwiesen. Das gilt insbesondere für Projekte, in denen die Beteiligten sowohl als Konkurrenten im Wettbewerb wie auch als gemeinsame Entwicklungspartner handeln.

Als erfahrene Netzwerkagentur ist das ZIG vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Aufbauinitiative Cluster Gesundheitswirtschaft.NRW beauftragt. Das ZIG hat zudem das Netzwerk Deutscher Gesundheitsregionen mit initiiert. In den nächsten Jahren wird es verstärkt darum gehen, auch im Wettbewerb der Gesundheitsregionen die eigenen Stärken auszubauen. Meier: “Wir unterstützen innovative Qualifizierungsmaßnahmen für Berufe im Gesundheitswesen, wir setzen Akzente für neue Modelle der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und wir engagieren uns für die Modellregion Telemedizin in OWL.“

Berliner IGES Institut schlägt Innovationsversicherung vor

Anlässlich der Festveranstaltung „10 Jahre ZIG“ am 14. Mai beim Herforder Unternehmen Stiegelmeyer spricht Prof. Dr. Bertram Häussler vom Berliner IGES Institut für Gesundheitsund Sozialforschung zum Thema „Gesundheitswirtschaft als Chance? Delphi Perspektive 2020: Szenarien für innovative Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und Beschäftigung“. Häussler plädiert für eine „Innovationsversicherung“. Diese soll sicherstellen, dass gesetzlich Versicherte auch dann nach dem neuesten Stand der Forschung behandelt werden, wenn die Erstattung hoch innovativer Behandlungsmethoden durch Höchstbeträge gedeckelt wird.

IGES-Direktor Häussler befürchtet nämlich, dass in Zukunft eine Versorgungslücke entsteht, wenn der Hersteller eines innovativen Arzneimittels einen höheren Preis verlangt als den vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen festzulegenden Höchstbetrag. Damit Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) trotzdem nach dem Stand des medizinischen Fortschritts behandelt werden können, sollen sie sich mit einer Innovationsversicherung absichern. Die würde die Finanzierungslücke zwischen Herstellerpreis und GKV-Höchsterstattungspeis schließen, so die Idee. Die Versicherung kann wie ein Sparvertrag ausgestaltet werden und würde etwa 40 Euro monatlich kosten, stellt sich Häussler vor. Vertreter von GKV und PKV bezweifeln eine seriöse Kalkulation einer solchen Versicherung und befürchten ein unkalkulierbares Leistungsversprechen.

(Redaktion)


 


 

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