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Interview

9 Fragen an... Dirk-Walter Frommholz, geschäftsführender Gesellschafter von Frommholz Polstermöbel

business-on.de befragte führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwestfalen-Lippe zu den Perspektiven der regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Dirk-Walter Frommholz, Polstermöbelhersteller in 5. Generation, hofft in 2009 darauf, die Umsätze halten zu können und schätzt den disziplinierten Umgang der Deutschen mit der Krise.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche im Jahr 2008?

Dirk-Walter Frommholz: Das Jahr 2008 begann zwar viel versprechend, doch nach den Sommerferien brach das Geschäft regelrecht ein. Erst die schlechte Binnennachfrage, dann folgte die Finanzkrise. Ende November erholte sich der Markt, zwischen den Feiertagen war eine rege Nachfrage und Ordertätigkeit im Handel, die uns einen guten Start für 2009 ermöglicht, allen Pessimisten zum Trotz.

business-on.de: Spüren Sie bereits die Ausmaße der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise?

Dirk-Walter Frommholz: Der Binnenmarkt scheint wesentlich stabiler als der Export. Die bundesdeutsche Bevölkerung geht sehr diszipliniert mit der Krise um. Im Ausland hat die Finanzkrise teilweise tiefe Spuren hinterlassen. Die Polstermöbelindustrie hat zur übrigen Möbelindustrie keine hohe Exportquote, deshalb kommt ihr der stabilere Binnenmarkt sehr entgegen.

business-on.de: Wie schätzen Sie Ihre Perspektiven für 2009 ein? Wie wird sich Ihre Auftragslage/Ihr Umsatz im kommenden Jahr entwickeln?

Dirk-Walter Frommholz: Durch den guten Start ins neue Jahr darf man die weltweite Finanzkrise trotzdem nicht verdrängen. Firmen, die nicht so sehr exportabhängig sind, werden sich in einem stabileren Binnenmarkt besser behaupten können. Das Jahr 2009 insgesamt kann man noch nicht beurteilen, man kann nur einige Monate in die Zukunft blicken, sonst wäre man ein Prophet.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Ihr Unternehmen bringen? Werden Sie expandieren?

Dirk-Walter Frommholz: In der Möbelbranche denkt z. Z. kein Unternehmen an Expansion. Der Markt ist im Umbruch, der Handel genauso wie die Industrie. Da gibt es sicher Gewinner und Verlierer. Man muss das Unternehmen neu ausrichten, Konzept und Strategie überprüfen. Eine marktgerechte Kollektion ist die Voraussetzung für einen Erfolg. Zu den Gewinnern der Branche darf sich der zählen, wer die Umsätze hält.

business-on.de: Wo würden Sie gern einmal einen Tag arbeiten, wenn Sie die Möglichkeit hätten und warum?

Dirk-Walter Frommholz: Was für eine Frage. Als fünfte Generation in eine Unternehmerfamilie hinein geboren, bin ich gentechnisch auf Polstermöbel programmiert. Für mich gibt es nichts Schöneres als täglich mit Menschen für Menschen die besten Sitzmöbel der Welt bei FROMMHOLZ zu fertigen.

business-on.de: Sind Sie zufrieden mit dem Standort Ostwestfalen-Lippe und welche Faktoren schätzen Sie besonders? Planen Sie, künftig weiter in Ostwestfalen-Lippe zu investieren?

Dirk-Walter Frommholz: Unser Unternehmen wurde 1859 in Danzig gegründet, kam durch die Kriegswirren des ersten Weltkrieges nach OWL und ist hier seit 88 Jahren ansässig. Wir haben über die Jahrzehnte den Fleiß, die Zuverlässigkeit, die Qualifikation und die Beständigkeit der Menschen in dieser Region kennen und schätzen gelernt. Dazu gehört eine attraktive Infrastruktur mit ihrem Umfeld. Hier werden wir bleiben und auch zukünftig investieren.

business-on.de: Wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit aus? Reichen Engagement und Förderung aus oder müsste hier noch mehr getan werden? Was müsste seitens der Politik in diesem Bereich getan werden?

Dirk-Walter Frommholz: OWL ist selbst innerhalb Deutschlands nicht so bekannt, wie es eigentlich sein sollte. Der Mittelstand mit seinen vielfältigen Branchen macht die Region zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor. Wir sind Modellregion innerhalb Nordrhein - Westfalens und gestalten mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen.

business-on.de OWL: Was sind die wichtigsten Trends, die Ihre Branche 2009 maßgeblich bestimmen werden?

Dirk-Walter Frommholz: Drei Themen: Modell, Stoff, Farbe. Die Linienführung im Design der Polstermöbel wendet sich mehr der weicheren Formensprache zu. Dementsprechend sind die Bezüge in der Haptik weicher und softiger geworden. Leicht strukturierte Unis, aber auch Streifen und florale Dessins sind gefragt. Der Trend ist weg von der Mikrofaser, hin zu textilen Bezügen und Leder im modernen Bereich. Auch die strapazierfähigen Stoffe, uni in Ecru, Beige bis Braun oder in weichem, weißem Anilin-Leder machen jedes Modell zum Lieblingsmöbel eines Wohnzimmers.

business-on.de: Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?

Dirk-Walter Frommholz: Ich wünsche Ihnen und uns für dieses Jahr: tolle Geschäfte, gute Umsätze, Freude an Polstermöbeln ….und bleiben Sie FROMMHOLZ gewogen.

(Redaktion)


 


 

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