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Arzneimittel und Kosmetik

Dr. Wolff-Gruppe wächst trotz Aufgabe der Generika

Die Dr. Wolff-Gruppe mit den beiden Unternehmen Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG und Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel zeigt nach drei außergewöhnlich erfolgreichen Jahren auch 2007 eine gute Entwicklung. Der Umsatz der Gruppe stieg 2007 um 3 Prozent von 132 auf 136 Millionen Euro. Nach dem planmäßigen Ausstieg aus den generischen Geschäftsfeldern weisen die bereinigten Zahlen ohne die Segmente Herz-Kreislauf und Antibiotika ein Wachstum von 8 Prozent für die Gruppe aus.

Garant der positiven Entwicklung waren wieder die starken Marken: Alpecin und Plantur39 bewegten sich weiterhin auf der Überholspur. Beide Vorbeugekonzepte gegen Haarausfall bei Mann und Frau waren erneut die stärksten Wachstumsmotoren der Gruppe und hielten das seit Jahren anhaltende rasante Wachstumstempo bei. Beide Marken wuchsen in einem weitgehend stagnierenden Markt zweistellig.

Mit dem Inland vergleichbar ist die Entwicklung im Export-Geschäft. Hier wuchs der Gruppenumsatz um 8 Prozent auf 16 Millionen Euro und stabilisierte die Auslandsquote auf 12 Prozent. Die Mitarbeiterzahl blieb 2007 bei fast 500 konstant. Die Gruppe verfügt über eine Eigenkapitalquote von 54 Prozent und hat keine Bankverbindlichkeiten.

Wachstum der Kosmetik-Sparte übertrifft eigene Prognose

Der kosmetische Geschäftszweig, das Unternehmen Dr. Kurt Wolff, erreichte mit einem Umsatz von 86 Millionen Euro und einer Steigerung von 11 Prozent zum dritten Mal in Folge ein Rekordergebnis. Unerwartet positiv entwickelte sich die Linie Plantur39, die Erfolgsmarke des Jahres schlechthin. In nur zwei Jahren wurde die Serie zum Symbol der Hoffnung für Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall und gewann viele neue Verwenderinnen. Die sieben Produkte der Linie erzielten einen Umsatz von 14,5 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 27 Prozent. Vor allem die Neueinführung des Plantur39 Coffein-Shampoos für gefärbtes Haar war sehr erfolgreich. Darüber hinaus ist Plantur39 laut einer Untersuchung der renommierten GfK und der Lebensmittelzeitung im Bereich Haarwaschmittel die Top-Marke des Jahres 2007.

Der zweite Grund für den Aufwind im kosmetischen Bereich war die anhaltend gute Entwicklung der Marke Alpecin, die seit fünf Jahren bedeutend rasanter als der Markt für Shampoos und Kuren wächst. Der Umsatz stieg von 33 auf 39 Millionen Euro, was einem Wachstum von 17 Prozent entspricht. Neue Studien und Belege zu der positiven Wirkung von Coffein untermauerten auch in 2007 den wissenschaftlichen Anspruch dieser Linie sowie die Wirkung der Produkte. So konnten Forscher der Universität Lübeck u.a. erstmalig belegen, dass Coffein die Auswirkungen von Stress im Haarfollikel aufhebt. Zu den positiven Zahlen trug ebenfalls das Alpecin Doppel-Effekt-Shampoo, das Shampoo, das die zwei größten Probleme der Männer, Haarausfall und Schuppen, mit einem Produkt bekämpft, bei.

Der Bereich der Marke Alcina Balance Kosmetik, die über Friseure und Kosmetikerinnen vertrieben wird, blieb mit 31,2 Milionen Euro 2,5 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurück. Während der Bereich Haar und dekorative Kosmetik den Vorjahresumsatz nur knapp verfehlten, verlor die pflegende Kosmetik 4 Prozent. Die Mehrwertsteuer-Erhöhung dramatisierte die ohnehin kritische Entwicklung in diesem Marktsegment. Die seit Jahren nachlassenden Besucherzahlen beim Friseur gingen noch weiter zurück, und das Konsumklima verschlechterte sich – eine Entwicklung, die noch kein Licht am Ende des Tunnels erkennen lässt.

Trotz Umstrukturierung: Pharmabereich ist auf Kurs

Das zweite zu der Gruppe gehörende Unternehmen, die pharmazeutische Firma Dr. August Wolff, konzentrierte sich bewusst auf die Kernkompetenzen Dermatologie und Gynäkologie. Die Entscheidung, sich von den generischen Geschäftsfeldern komplett zu trennen, wird durch die dramatischen Änderungen in allen Pharmabereichen bestätigt. Dieser Kurs, der schon 2004 beschlossen wurde, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken, beschleunigte sich 2007. Es gelang, das Herz-Kreislauf-Segment zu veräußern und fast alle Aktivitäten im Antibiotika-Bereich einzustellen. Ohne diese Bereiche verbuchte Dr. August Wolff für 2007 einen bereinigten Umsatz von 46 Millionen Euro mit einer Steigerung von 4 Prozent. Bis es wieder zu einem überproportionalen Wachstum im Pharmabereich kommt, wird noch manche Anstrengung erforderlich sein.

Die Unternehmerfamilie ist sich im Klaren, dass größere Projekte aus der Forschungspipeline noch einige Zeit bis zur Markteinführung brauchen werden. Sie ist hierfür auch bereit, größere Mittel zu investieren und Ressourcen freizustellen. Einen reibungslosen Prozess hemmen leider gesetzliche Veränderungen, die laufend neu definiert werden und auch zunehmend bürokratische Hürden.

(owl/pivo)


 

 

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