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E-Commerce

Kaufbereitschaft im Internet ist ungebrochen

Alle Versender steigern Online-Umsätze

Versender, die ihre Waren über Katalog und Internet anbieten (Multi-Channel-Versender), verzeichneten über alle Bestellwege hinweg im Jahr 2009 insgesamt 3,2 Prozent Umsatzrückgang auf 16,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,6 Mrd.). Im Internet stieg ihr Umsatz hingegen um 12,5 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,2 Mrd.). Insgesamt rund 5,2 Mrd. Euro setzten die reinen Internet-Versender im vergangenen Jahr um und kommen damit auf Platz 2 der Umsatzrangliste. Über alle Bestellwege hinweg legten sie insgesamt um 15,1 Prozent, speziell bei den Online-Umsätzen um 19,8 Prozent auf rund 4,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,7 Mrd. Euro) zu. Die Differenz erklärt sich damit, dass auch bei den reinen Internet-Händlern mitunter telefonische Bestellungen eingehen.
Die Ebay-Powerseller als drittumsatzstärkste Gruppe steigerten ihre Erlöse im Jahr 2009 um 2,4 Prozent auf rund 2,13 Mrd. Euro. Die Teleshopping-Versender konnten insgesamt 5,7 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro Umsatz zulegen. Die Apothekenversender setzten über alle Bestellwege hinweg rund 340 Mio. Euro um (+6,3 Prozent) um. Die "Versender mit Heimat im Stationärhandel" und die "Hersteller-Versender" legten zweistellig zu.

Mode weiterhin umsatzstärkste Warengruppe

Mit 13,4 Mrd. Euro Umsatz ist die Warengruppe "Bekleidung/Textilien/Schuhe" unbestrittene Nummer 1 auf der Versandeinkaufsliste der Deutschen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Gesamtumsatz stabil. Die Versandhandelskunden kaufen Bekleidung, Textilien und Schuhe aber immer häufiger im Web. Sie sorgten damit im Bereich Mode für ein Online-Handels-Plus von 11,7 Prozent auf rund 5,2 Mrd. Euro Umsatz (Vorjahr: 4,6 Mrd.). Mit "Medien, Bild- und Tonträgern" erzielten die Versender über alle Bestellwege hinweg Warenerlöse von rund 3,1 Mrd. Euro (+7,3 Prozent; Vorjahresumsatz: 2,9 Mrd. Euro), davon werden 2,3 Mrd. Euro (+19,2 Prozent) über das Internet generiert. Die Warengruppe Unterhaltungselektronik/ Elektronikartikel" gewinnt im E-Commerce 11,7 Prozent hinzu und erreichte vergangenes Jahr 1,4 Mrd. Online-Umsatz. Damit kaufen die Deutschen auch Unterhaltungselektronik überwiegend im Web. Der Gesamtumsatz in dieser Warengruppe betrug rund 1,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd.) und war insgesamt rückläufig.

Internet-Ausgaben der Deutschen bei 21,7 Mrd. Euro (Waren + dig. Dienstleistungen)

Insgesamt kauften in Deutschland im Jahr 2009 52,1 Mio. (Vorjahr: 52 Mio.) Menschen im Versandhandel ein, darunter 24,1 Mio. Männer (2008: 24,0 Mio.) und 28 Mio. Frauen (2008: 28,0 Mio.). Dabei gaben die Frauen insgesamt 18,2 Mrd. Euro (2008: 17,7 Mrd.) aus und blieben die kaufkräftigste Kundengruppe. Die Ausgaben der Männer beliefen sich auf 10,9 Mrd. Euro (2008: 10,8 Mrd.). Pro Kopf der Bevölkerung bestellte jeder Deutsche für 354 Euro (2008: 346 Euro) Waren per Internet oder Telefon nach Hause.

Die Fan-Gemeinde des Online-Einkaufs vergrößerte sich in Deutschland im vergangenen Jahr um gut 1,1 Mio. auf nunmehr 32,5 Mio. Internet-Käufer (2008: 31,4 Mio.). Diese orderten nicht nur Waren für 15,5 Mrd. Euro im Internet, sondern auch digitale Dienstleistungen wie Downloads oder Online-Tickets. Auf 6,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,9 Mrd. Euro) addierten sich die im Web generierten Dienstleistungsumsätze und legten damit im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent zu. Addiert man sie mit den Online-Warenumsätzen der Versender (15,5 Mrd. Euro), ergeben sich daraus die Gesamtausgaben der Deutschen im Internet von 21,7 Mrd. Euro im Jahr 2009. Das ist ein Anstieg von 12,4 Prozent und gleichzeitig ein neues Rekordhoch. 2008 lag das Gesamtvolumen noch bei rund 19,3 Mrd. Euro.

Der größte Teil der digitalen Dienstleistungsumsätze entfiel mit 44 Prozent auf den Bereich "Mobilität", unter den zum Beispiel Flugtickets, Bahnreisen oder Mietwagenverträge fallen. 27 Prozent sind bei den weiteren Reiseausgaben (Pauschalreisen und Übernachtungen) zu verorten. 11 Prozent Umsatz liegen im Bereich Ticketing, 9 Prozent gehen auf Entertainment-Ausgaben (z.B. MP3-Dateien, Klingeltöne, Spiele) zurück. 1 Prozent kann dem Kauf von Computer-Software zugeschrieben werden. Pro Kopf der Bevölkerung gaben die Deutschen im Jahr 2009 76 Euro (Vorjahr: 72 Euro) für digitale Dienstleistungen im Internet aus. 189 zusätzliche Euro (Vorjahr: 163 Euro) entfielen auf Warenkäufe im Web. Das macht 265 Euro (Vorjahr: 235 Euro) Internet-Ausgaben pro Einwohner insgesamt - Tendenz weiter steigend

Branchenwachstum von 2 Prozent in 2010 erwartet/Online wächst zweistellig

Der bvh geht davon aus, dass sich die positive Branchenentwicklung in diesem Jahr aufgrund starker Zuwächse im E-Commerce weiter fortsetzen wird. Innovationen wie die Bewegtbild-Technologie, Social Media-Plattformen und neue Angebotsformen, wie etwa iPhone-Applikationen, werden den Versandhandel weiter beflügeln. Insbesondere vom Mobile-Commerce erwartet der bvh weitere Wachstumsimpulse. Der Verband rechnet mit einem zweistelligen Umsatzplus im Internet und insgesamt mit zwei Prozent Branchenwachstum im Versand- und Online-Handel im Jahr 2010.
Zur Studie: Die Untersuchung "Distanzhandel in Deutschland" wurde 2009 zum vierten Mal vom Bielefelder Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) durchgeführt. Dabei wurden rund 30.000 Privatpersonen aus Deutschland über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2009 zu ihrem Ausgabeverhalten im Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (z.B. im Bereich Downloads oder Ticketing) befragt.

(ots / bvh)


 


 

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