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Schneider mit großer Mehrheit zum EKD-Ratsvorsitzenden gewählt

Nikolaus Schneider repräsentiert künftig die 24,5 Millionen Protestanten in Deutschland. Die Synode und die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wählten den 63 Jahre alten rheinischen Präses am Dienstag in Hannover mit großer Mehrheit zum neuen EKD-Ratsvorsitzenden.

Schneider ist Nachfolger von Margot Käßmann, die im Februar nach einer Alkoholfahrt zurückgetreten war. Schneider hatte das Amt zunächst kommissarisch weitergeführt.

Auf den Präses entfielen im ersten Wahlgang 135 von insgesamt 143 abgegebenen Stimmen. Schneider sagte nach seiner Wahl: "Es ist ein gutes Gefühl, dass so eine Probezeit auch mal zu Ende ist." Er fühle sich durch das Wahlergebnis gestärkt und gestützt, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Zum Stellvertreter wählte die Synode den sächsischen Landesbischof Jochen Bohl. Auf den 60-Jährigen fielen 113 von 141 abgegebenen Stimmen.

Der Theologe Schneider ist seit 2003 Präses der rheinischen Landeskirche. Sie ist nach der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland. Im selben Jahr wählte die Synode ihn auch in den Rat der EKD. Im vergangenen Jahr wurde er Stellvertreter Käßmanns.

Seit 1970 ist Schneider verheiratet, er ist Vater dreier Töchter. Seine jüngste Tochter Meike starb im Februar 2005 an Leukämie. Zusammen mit seiner Frau Anne verarbeitete er diese Erfahrung in einem Buch.

Engagement für sozial Benachteiligte gewürdigt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Wahl unterstreiche das große Vertrauen und die hohe Anerkennung für Schneiders Wirken. "Ihre Stimme hat in unserer Gesellschaft Gewicht", erklärte Merkel. "In vielen Debatten ist sie unverzichtbar."

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte den rheinischen Präses als einen "fest im Glauben verwurzelten Christen". Beeindruckend sei sein "geschärfter Blick für die sozial Benachteiligten in unserer Gesellschaft". Ähnlich äußerte sich der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel: "Mit deutlichen Worten - auch an die Adresse der Politik - machen Sie unmissverständlich deutlich, dass die Kirche verlässlich an der Seite der Benachteiligten in unserem Land steht."

Für die Grünen erklärten die Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir, ihre Partei freue sich auf die Fortführung des Dialogs mit der Evangelischen Kirche, gerade auch in der Frage der Bewahrung der Schöpfung. "Mit seinem Plädoyer für die Wertebindung von Politik wird Ratspräsident Schneider bei uns Grünen offene Ohren und tatkräftige Unterstützung finden."

Schneider rechnet nicht mit Einlenken der Regierung im Atomstreit

Die Synode verabschiedete mit großer Mehrheit einen Beschluss, wonach sie von der Bundesregierung den Verzicht auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke verlangt. Darin wird die Regierung gebeten, zum 2001 im Atomkonsens vereinbarten Zeitplan für den Ausstieg aus der Kernenergie zurückzukehren.

Allerdings rechnet Schneider nicht mit einem Einlenken der Regierung im Atomstreit. Aber solange die Endlagerproblematik nicht gelöst sei, sollte nicht noch mehr Atommüll produziert werden, forderte er.

(dapd-nrw, Markus Huth, Janet Binder)


 


 

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