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Energie Impuls OWL

Das Bielefelder Netzwerk „Energie Impuls OWL“ bündelt branchenübergreifendes Know-how für den Ausbau regenerativer Energien

Solarenergie, Windkraft, steigende Energiekosten, sinkende staatliche Förderung – das Thema regenerative Energien ist in den vergangenen Jahren zum Dauerbrenner geworden. Wer sich für eine „grüne Zukunft“ einsetzt, kann die Hände noch lange nicht in den Schoß legen.

Das weiß auch Klaus Meyer, Geschäftsführer des Bielefelder Vereins „Energie Impuls OWL“: „Es gibt noch eine Menge ungenutztes Potenzial.“ Ob in Privathaushalten, wo es um die Nutzung von Solarstrom oder eine energiesparende Wärmedämmung geht, oder in Unternehmen, die durch effizientere Heiz- und Druckluftsysteme sowohl ihren Energieverbrauch als auch ihre Energiekosten deutlich senken könnten.

Das branchenübergreifende Netzwerk „Energie Impuls OWL“ bündelt Fachwissen im Bereich der erneuerbaren Energien. Zu seinen 130 Mitgliedern gehören Hersteller, Handwerksbetriebe, Energiedienstleister, Banken, Wohnungsbaugesellschaften und Hochschulen. Im Jahr 2001 aus einer Initiative für die EXPO 2000 in Hannover hervorgegangen, hat sich „Energie Impuls OWL“ das Ziel gesetzt, den Ausbau regenerativer Energien in der Region zu steigern, Einsparpotenziale aufzuzeigen und Fachkräfte nicht nur zu qualifizieren, sondern auch den Nachwuchs für „grüne“ Technologie zu begeistern.

„Unser Netzwerk funktioniert ähnlich wie eine Energieagentur, aber wir werden nur begrenzt vom Land gefördert“, sagt Meyer. Dennoch setzt der Verein jährlich ein Projektvolumen von rund 700.000 Euro um. Die Kosten übernehmen fast ausschließlich die Mitglieder und die beteiligten Unternehmen. „Dass sich ein solches Netzwerk selbst finanziert, ist ungewöhnlich“, sagt der Geschäftsführer von „Energie Impuls OWL“. Nicht zuletzt deshalb dient der Verein Regionen und Unternehmen bundesweit als Best Practice-Beispiel: „Der Innovationsgedanke ist in der Unternehmenskultur hier in der Region tief verwurzelt, deshalb sind die Unternehmen viel eher bereit, sich zu vernetzen.“

Mit Projekten und Wettbewerben in den Bereichen Energieberufe, Industrie, Gebäude und E-Mobilität engagiert sich der Verein für eine „grüne“ Zukunft. So hat „Energie Impuls OWL“ beispielsweise das lernende Energie- Effizienz -Netzwerk LEEN in der Region initiiert, an dem sich Unternehmen beteiligen können, die ihre Energiekosten senken und ihre CO2-Bilanz verbessern wollen. In einem weiteren Projekt, dem jährlich ausgerichteten Bauforum, stellen Experten aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen Bauwirtschaft und Energie vor. Gleichzeitig agiert der Verein aber auch als Berater in Fragen der Energieeffizienz oder Energieeinsparpotenziale. „Viele Unternehmen würden gern erneuerbare Energien nutzen, wissen aber nicht, wie“, sagt Meyer.

Viel wichtiger sei allerdings, das Bewusstsein für Klimaschutz und die langfristigen Vorteile „grüner“ Technologien in den Köpfen der Unternehmen zu verankern. „Ich erlebe es oft, dass auf herkömmliche Technik zurückgegriffen wird, weil diese auf kurze Sicht billiger scheint und die Anschaffungskosten geringer sind“, so Meyer. „Unsere Aufgabe ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich umweltschonende Lösungen in der Praxis umsetzen lassen.“

Um den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben, sind in den kommenden Jahren vor allem Fachkräfte gefragt. Hier setzen die Jugendprojekte von „Energie Impuls OWL“ an. Bereits ab Klassenstufe 8 bieten sie Jugendlichen die Möglichkeit, verschiedene Berufe aus dem Bereich der regenerativen Energien kennenzulernen – und sie vielleicht dafür zu begeistern. „Oft haben die Schüler eine völlig falsche Vorstellung davon, was ein Ingenieur oder ein Mechaniker eigentlich machen“, sagt Klaus Meyer. Deshalb besuchen die Jugendlichen im Projekt „Meine Energie hat Zukunft“ Vorlesungen an der Fachhochschule Bielefeld und diskutieren mit Studenten, oder schauen sich im einwöchigen „Stadtwerke energy camp“ Wasser- und Windkraftwerke oder Photovoltaikanlagen an. Zusätzlich dürfen sie auch selbst aktiv werden und eigene Ideen zum Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region entwickeln.

„Mit dem Bachelorstudiengang ,Regenerative Energien‘ bietet die Fachhochschule Bielefeld einen guten Einstieg in dieses Berufsfeld“, sagt Klaus Meyer. Der Studiengang mit den Schwerpunkten Elektroenergie und Bioenergie genießt bundesweit hohes Ansehen und schließt mit einem Bachelor of Engineering ab.

Wer später im Bereich der erneuerbaren Energien arbeiten möchte, braucht aber nicht unbedingt ein Studium. Auch mit einer Ausbildung zum Industriemechaniker, Elektriker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik stehen einem die Türen in die „grüne“ Branche offen: „Schließlich werden für den Bau und Betrieb von Windkraft- oder Photovoltaikanlagen die verschiedensten Fachleute benötigt.“ Mit den vielen Unternehmen aus der Metallbranche, die in Bielefeld und Umgebung ihren Sitz haben, bieten sich Jugendlichen in der Region Ostwestfalen-Lippe hervorragende Einstiegsmöglichkeiten für Ausbildung, Praktika und Berufseinstieg in die erneuerbaren Energien. Wichtig sei nur, sich vorab intensiv mit dem angestrebten Beruf auseinanderzusetzen. „Dann findet sich für jeden das Richtige“, gibt sich Meyer optimistisch.

(Redaktion)


 


 

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