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DIW-Präsident Zimmermann

Es droht der teuerste Bundestagswahlkampf aller Zeiten

In den vergangenen Monaten wurden in Deutschland die Konjunkturprognosen in einem vorher nicht gekannten Tempo immer mehr nach unten revidiert. Das zeigt, dass sich alle Voraussagen auf einem extrem unsicheren Fundament bewegen. Deshalb können derzeit lediglich Szenarien erstellt werden, die mögliche Entwicklungen skizzieren.

Nach einem heute veröffentlichten Szenario erwartet das DIW Berlin für 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um gut ein Prozent. Das ist der stärkste jahresbezogene Rückgang in der Geschichte der Bundesrepublik.

Doch anders als in früheren Rezessionen wird sich der Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil entwickeln: So wird die Zahl der Arbeitslosen bis 2010 gegenüber 2008 jahresdurchschnittlich zwar um rund 450.000 steigen. Diese Zahl bleibt allerdings deutlich unter den 1,5 Millionen zusätzlichen Jobs, die in den Jahren 2006 bis 2008 entstanden sind. Insgesamt könnte es Ende des Jahres 2009 konjunkturell bereits wieder bergauf gehen - wenn auch nur leicht. 2010 würde das Wachstum dann bei etwas mehr als einem Prozent liegen.

Anstöße für den erwarteten Aufwärtstrend kommen dabei vom privaten Konsum, der von der verringerten Teuerung profitiert. Stabilisierend wirkt zudem der Staatsverbrauch. Die Exporte werden im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung Ende 2009 wieder zulegen. Die Unternehmensinvestitionen sind hingegen weiter schwach. Und auch insgesamt bleibt die deutsche Wirtschaft bis Ende 2010 unter ihren Produktionsmöglichkeiten.

Das von der Koalition geplante Konjunkturpaket II bewertete DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann skeptisch. "Mit kurzatmigem Aktionismus laufen wir Gefahr, Milliarden zu verbrennen, die uns für dauerhafte Investitionen in Bildung, Forschung und ökologische Infrastruktur fehlen", sagte Zimmermann bei der Vorstellung der DIW-Wintergrundlinien in Berlin. "Mit dem derzeitigen Konjunkturrettungswettlauf droht der teuerste Bundestagswahlkampf aller Zeiten."

(Redaktion)


 


 

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