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Familienunternehmen

Große Familienunternehmen profitieren bislang von hoher Eigenkapitalquote

Familienunternehmen leisten einen überproportionalen Beitrag zur Beschäftigung und investieren vergleichsweise stark in Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig weisen sie eine besonders hohe Eigenkapitalquote und eine höhere Gesamtkapitalrentabilität als andere Unternehmen in Deutschland auf.

Das sind die zentralen Ergebnisse der Gemeinschaftsstudie "Die größten Familienunternehmen in Deutschland", die der BDI, die Deutsche Bank und das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) Bonn am 17. Februar in Berlin vorgestellt haben. Im Fokus standen dabei Familienunternehmen ab einem Umsatz von 50 Millionen Euro.

Der Anteil großer Familienunternehmern in Deutschland ist nur gering. Er liegt bei 0,1 Prozent. Dennoch erwirtschaften sie 18 Prozent der Umsätze aller deutschen Unternehmen. Zudem sind 14 Prozent aller Beschäftigen in Deutschland für sie tätig.

Die Familienunternehmen liegen nicht nur beim Beschäftigungsaufbau weit vorn, sie investieren auch überdurchschnittlich viel in ihre Zukunft. Die Aufwandsquote bei Forschung und Entwicklung (FuE) lag mit 4,8 Prozent im Jahr 2007 unter den großen Familienunternehmen über dem Forschungs- und Entwicklungsaufwand aller FuE treibenden Unternehmen von 3,9 Prozent. Um diese Zukunftsfähigkeit zu steigern, spricht sich der BDI für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung aus, wie sie in anderen Industriestaaten, beispielsweise in Kanada oder Großbritannien, selbstverständlich ist. "Ein rasches Durchstarten kann nur mit Innovationen gelingen. Deswegen braucht die Industrie neben den etablierten Förderinstrumenten die steuerliche Forschungsförderung", sagte Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA Mittelstandsausschusses. Durch die steuerliche Forschungsförderung komme Deutschland auf einen höheren Wachstumspfad.

Bislang gibt es keine neueren Daten dazu, wie die großen Familienunternehmen sich in der Finanzmarktkrise geschlagen haben. Als die Krise 2007 begann, standen sie mit einer hohen Eigenkapitalquote gut da. So stieg die Eigenkapitalquote großer Familienunternehmen im Jahr 2007 überproportional auf 30,8 Prozent. Im Vergleich dazu liegt die durchschnittliche Eigenkapitalquote aller Unternehmen in Deutschland bei nur rund 20 Prozent. "Die Ergebnisse der Studie unterstreichen eindrucksvoll die Bedeutung einer soliden Eigenkapitalausstattung als Risikopuffer für wirtschaftlich schwierige Zeiten. Nur mit einer guten Eigenkapitalausstattung können Unternehmen zusätzliche Kredite für Investitionen aufnehmen und Wachstum finanzieren", so Jürgen Fitschen, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank. Auch und insbesondere wenn Unternehmen den schwierigen Gang ins Ausland auf sich nähmen, müsse ausreichend Eigenkapital zur Verfügung stehen.

Familienunternehmen weisen zudem eine höhere Gesamtkapitalrentabilität auf als Großunternehmen, die nicht als Familienunternehmen organisiert sind. Im Jahr 2007 erzielten die großen Familienunternehmen im Durchschnitt eine Umsatzrentabilität von 3,8 Prozent gegenüber 3,9 Prozent im Jahr zuvor. Die Umsatzrentabilität nicht familiengeführter Großunternehmen lag hingegen im gleichen Zeitraum bei nur 2,3 Prozent.

Den Erfolg der Familienunternehmen sieht Professor Johann Eekhoff, Präsident des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) Bonn, vor allem in dem großen Engagement der Eigentümer beziehungsweise Familienmitglieder für das Unternehmen. Entscheidung und Verantwortung gehörten zusammen. Das sei bei großen Familienunternehmen gut gelöst. Das habe die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt. Eekhoff kritisierte die steuerliche Ungleichbehandlung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital. Dies müsse ausgeglichen werden.

(BDI)


 


 

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