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Wahrnehmung der Wirtschaft

Familienunternehmen und anonyme Konzerne in der politischen und medialen Debatte

Im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hat die Zeppelin Universität Friedrichshafen eine Studie erstellt, die analysiert, wie die Wirtschaft im Allgemeinen, Familienunternehmen und anonyme Publikumsgesellschaften im Speziellen in der öffentlichen Meinung sowie in der politischen und der medialen Debatte wahrgenommen werden. Die Ergebnisse sind zweigeteilt. Erschreckend: Das Vertrauen von großen Teilen der Bevölkerung in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung ist zerrüttet. Die aktuelle Wirtschaftkrise hat diese Vertrauenskrise verschärft - ein unhaltbarer Zustand für Deutschland als führende Wirtschaftsnation. Positiv ist zu bewerten, dass zwischen Familienunternehmen und anonymen Publikumsgesellschaften zunehmend differenziert wird und Familienunternehmen verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Das Wissen über diese Unternehmensform selbst aber wie auch über politische Zusammenhänge ist jedoch mehr als desolat. „Die Erkenntnisse dieses Forschungsprojekts sollen vielfältige Implikationen liefern, wie das Wissen des Bürgers über wirtschaftliche Themen gestärkt werden kann, und welche Rolle und Aufgaben Journalisten, aber auch Politiker und die Familienunternehmer selbst übernehmen können“, begründet Prof. Dr. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Ziel und Zweck der Studie.

Die Unzufriedenheits-Zufriedenheit und -Einigkeit: Angst, Arbeitslosigkeit, Ablehnung.

In dem ersten politikwissenschaftlichen Teil erfasst die Studie durch Auswertung von Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen, des Eurobarometers von TNS Infratest sowie der Datensätze der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus) die gefühlte Grundstimmung der Deutschen, die denkbar schlecht ist: Fast jeder Vierte in Deutschland hat ein negatives Bild von der wirtschaftlichen Lage im Land - eine Einschätzung, die signifikant mit dem Bildungsniveau korreliert, denn dieser Wert verdoppelt sich mit abnehmender Schulbildung. 69 % der Deutschen attestieren den Führungszirkeln einen generellen Verfall von Anstand und Moral , vor allem Manager stehen massiv in der öffentlichen Kritik, Arbeitslosigkeit wird als drängendstes Problem empfunden und weite Teile der Bevölkerung stehen der sozialen Marktwirtschaft zunehmend skeptisch gegenüber.

Hauptinformationsquelle: Die Medien.

In einem zweiten Teil wird der Einfluss der medialen Berichterstattung auf die Wahrnehmung untersucht. In einer Primärerhebung werden Artikel von Regionalzeitungen und Magazinen der ersten 11 Monate des Jahres 2008 analysiert: Wie differenziert wird über wirtschaftliche Zusammenhänge berichtet? Welche Tonalität herrscht dabei vor? Gibt es Themen und Muster, die auffallend wiederkehren?

Mangelndes Wirtschaftsinteresse führt zu abnehmendem Wirtschaftswissen.

Das generelle Interesse der Menschen an den Wirtschaftsthemen nimmt ab. Viele informieren sich nur noch situativ und ereignisbezogen. „Wirtschaft und Finanzen“ sind mit 54% im Interesse-Ranking weit abgeschlagen hinter „Gesundheit und Umwelt“ (76%), „Wissenschaft und Technik“ (58%) und selbst noch hinter dem Themengebiet „Tiere“ (59%). Proportional dazu nimmt auch die Basis an Wirtschaftswissen ab, so sind z.B. die Kenntnisse von Jugendlichen zu Themen wie „sozialer Marktwirtschaft“, „Globalisierung“, „Angebot und Nachfrage“ oder „Inflationsrate“ mangelhaft.


 


 

Prof. Dr. Brun-Hagen Hennerkes
Stiftung Familienunternehmen
Familienname
Marktwirtschaft
Deutschen
M

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