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Finanzkrise

VW: Mit großen Schritten auf dem Weg zur Weltspitze

Während andere Hersteller über die Finanzkrise jammern, sieht Volkswagen seine Chance, zum größten Automobilkonzern der Welt aufzusteigen. Erst am 3. Dezember stimmte die Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung zu, die beim jetzigen Kurs in den nächsten fünf Jahren rund 8 Milliarden Euro frisches Kapital in den Konzern spülen wird. Mit dieser Finanzspritze soll die Übernahme von Porsche bezahlt werden.

VW ist momentan allerdings auch ohne Kapitalerhöhung auf Einkaufs-Tour. Um auf dem asiatischen Markt noch stärker Fuß zu fassen, übernahmen die Wolfsburger jetzt 19,9 Prozent von Suzuki für rund 1,7 Milliarden Euro. Suzuki investiert im Gegenzug ungefähr die Hälfte in VW-Aktien. Gerade vom Boom-Markt Indien wird Volkswagen auf diese Weise profitieren, hier liegt der Marktanteil von Suzuki nämlich bei mehr als 50 Prozent. In China ist man selbst mit etwa 20 Prozent vertreten.

Bis 2018, so hatten die Wolfsburger erklärt, wollten sie den bisherigen weltweiten Marktführer Toyota ablösen, liefe die derzeitige Entwicklung jedoch konsequent weiter und würde eine Mehrheitsübernahme von Suzuki gelingen, rückt dieses Ziel deutlich näher. Die Äußerung von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech - „ein Dutzend kann man sich leichter merken als zehn“ - gab bei Branchenkennern darüber hinaus Anlass zur Vermutung, dass eine Aufstockung der Anteile an MAN wahrscheinlich wäre.

“Für Suzuki und VW wäre diese Verbindung eine Win-win-Situation“

Der Einstieg bei Suzuki wurde auch von der Börse wohlwollend beachtet, VW-Aktien stiegen um 2 Prozent, die Wertpapiere des japanischen Autobauers in Tokio sogar um 3,5 Prozent. Nicht nur in finanzieller Hinsicht ist die Zusammenarbeit für beide Konzerne eine Win-Win-Situation, sowohl in puncto Technologie als auch in Sachen Modellpalette ergänzen sich beide Betriebe glänzend. Besonders wertvoll für Volkswagen sind das Know-How in der Produktion von Kleinstwagen und die Motorrad-Sparte, tritt VW doch bisher nicht als Zweirad-Hersteller in Erscheinung. Gerade in Asien aber beginnt die individuelle Motorisierung häufig mit Motorrädern und -rollern.

Der Ministerpräsident von Niedersachsen, welches VW-Mehrheitsaktionär ist, Christian Wulff, mahnte unterdessen zur Vorsicht, man dürfe sich nicht verzetteln - man erinnere sich an beispielsweise an die gescheiterte Übernahme von VW durch Sportwagenbauer Porsche. Trotz beschlossener Kapitalerhöhung klingt das wie die Stimme der Vernunft, denn auch so sind die Belastungen durch den Kauf von Porsche und die Beteiligung an Suzuki enorm. Außerdem steht zu erwarten, dass Toyota nicht tatenlos zusehen wird, wie VW sich an ihnen vorbei an die Spitze schiebt. Experten rechnen damit, dass die Japaner Gegenmaßnahmen einleiten werden, mit denen eine Übernahme von Suzuki verhindert werden könnte.

(Redaktion)


 


 

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