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Jobwechsel

Chancen und Risiken der Fluktuation im Berufsleben

Noch vor einigen Jahrzehnten waren die Wahl eines Arbeitsplatzes und die Karriereentwicklung noch sehr linear. Erwerbstätige blieben im Idealfall über ihr gesamtes Arbeitsleben hinweg mit einem bestimmten Unternehmen verbunden. Das hat sich gründlich geändert. Genau diese Praxis ist im wirtschaftlichen Umfeld des 21. Jahrhunderts viel seltener anzutreffen, allerdings sind es nicht immer die Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern kündigen und so erzwungenermaßen für einen Wechsel des Arbeitsplatzes sorgen.

Immer mehr Mitarbeiter, vorrangig fachlich hochqualifizierte Arbeitskräfte, suchen immer wieder neue Herausforderungen im modernen Arbeitsleben und sehen diese durch einen Wechsel ihres Arbeitgebers am ehesten gegeben.

Häufiger Jobwechsel im modernen Arbeitsleben etabliert

Schon vor fünf Jahren ergab eine Studie der TNS Infratest, dass heutige Berufseinsteiger mit fünf Wechseln ihres Arbeitgebers im Laufe ihrer beruflichen Karriere rechnen können. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft befasste sich 2011 mit dem Thema Fluktuation und fand heraus, das unabhängig von Qualifikation und Art des Arbeitsplatzes dieser im Durchschnitt sogar alle vier Jahre neu besetzt wird.

Positionen für Akademiker und andere Fachkräfte sind hierbei deutlich häufiger von einem Arbeitgeberwechsel betroffen, in vielen Fällen folgt dies jedoch dem Wunsch des Arbeitnehmers, um die eigene, berufliche Karriere besser vorantreiben zu können. Auch der Faktor Alter spielt eine Rolle: Jüngere Menschen sind deutlich häufiger zum Wechsel des Arbeitsplatzes bereit bzw. von diesem durch Entscheidungen ihres Arbeitgebers betroffen.

Welche Gründe der Wechsel des Arbeitsplatzes hat

Entscheidet sich ein Arbeitnehmer dafür, in der heutigen Zeit seinen sicheren Arbeitsplatz zu verlassen und die Vakanz bei einem anderen Unternehmen anzustreben, hat dies vielfältige Gründe. Die Faktoren Zeit und Geld werden hierbei sehr häufig genannt, jedoch liegt es nicht immer an lukrativen Verdienstaussichten oder mehr Freizeit, mit denen der neue Arbeitgeber potenzielle Bewerber anzulocken weiß.

Viele Arbeitnehmer empfinden ihren aktuellen Arbeitsplatz als zu stressig, was neben der Arbeit selbst auch am sozialen Umfeld liegt. Die Arbeitsbereitschaft und -motivation sinkt und steigt nicht selten mit der Stimmung, die am Arbeitsplatz herrscht und bei vielen Arbeitnehmern eine gleiche Wertigkeit wie das monatliche Einkommen besitzt.

Potenzielle Kandidaten genau unter die Lupe nehmen

Ähnlich wie ein Arbeitgeber bei der Besetzung einer Vakanz die verschiedenen Bewerber penibel überprüft, sollten es auch Arbeitnehmer beim Wunsch nach einem Arbeitsplatzwechsel tun. Schnell unterliegt man bei der Analyse von Stellenangeboten dem Eindruck, dass es überall schöner ist als am aktuellen Arbeitsplatz, nach einer Kündigung und wenigen Wochen am neuen Arbeitsplatz stellt sich diese Hoffnung allerdings als Illusion heraus.

Um wirklich vom Wechsel des Arbeitgebers zu profitieren, sollte eine ruhige Analyse von Unternehmen vorgenommen werden, die individuell interessant sind. Dies muss nicht erst durch eine entdeckte, ausgeschriebene Vakanz stattfinden, vielmehr kann auch ohne konkrete Angebote ein Profil reizvoller Arbeitgeber erarbeitet werden, auf deren Vakanzen schnell reagiert werden kann. Ein diskretes Handeln, so dass der aktuelle Arbeitgeber nichts von potenziellen Wechselwünschen mitbekommt, sollte dabei als selbstverständlich angesehen werden.

Wie Unternehmen wechselwillige Arbeitnehmer halten können

Erkennen Arbeitgeber, dass Fachkräfte mit dem Wechsel zu einem anderen Unternehmen liebäugeln, muss dies weder mit Missgunst noch mit einer eigenständigen Kündigung beantwortet werden. Sollte es sich beim wechselwilligen Angestellten um eine echte Kapazität und Fachkraft handeln, ist es die bessere Taktik, das offene Gespräch zu suchen und herauszufinden, worin der Wechselwunsch begründet liegt. Sowohl der finanzielle Aspekt wie das Ausfüllen anspruchsvollerer Aufgaben und Projekte sind möglicherweise auch im eigenen Unternehmen gegeben, wurden dem Angestellten jedoch bislang nicht angeboten.

In vielen Fällen dürfte ein Entgegenkommen möglich sein, um eine fähige und vielseitige begabte Arbeitskraft zu halten und nicht schlimmstenfalls an die direkte Konkurrenz zu verlieren. Eine Tatsache, die im Zeitalter zunehmender Fluktuationen besonders wichtig ist und einem Unternehmen wirtschaftliche und personelle Stabilität für die Zukunft verleiht.

Von: Redaktionsservice / Redaktionelle Beratung: www.job-navi.biz

(FN)


 


 

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