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E.ON Ruhrgas AG

Gas-Transportstopp aus Ukraine

(bo/ddp-hes). Der sich weiter zuspitzende Gas-Streit zwischen der Ukraine und Russland hat nun erstmals auch spürbare Auswirkungen auf deutsche Versorger. Nach der erneuten Lieferkürzung durch den russischen Konzern Gazprom am Dienstagvormittag, erwarte E.ON Ruhrgas im Laufe des Tages an der deutsch-tschechischen Grenzstation Waidhaus den vollständigen Ausfall der über die Ukraine transportierten Gasmengen, teilte der größte deutsche Erdgasimporteur am Dienstag in Essen mit.

Auch beim Kasseler Versorger Wingas, einem
Gemeinschaftsunternehmen der BASF-Tochter Wintershall und Gazprom,
kommt nach Unternehmensangeben derzeit weniger Gas aus der über die
Ukraine verlaufenden Pipeline an als üblich. Einem Sprecher zufolge
gibt es die ersten Druckabfälle. «Wir bemerken Mengenkürzungen auf
der Transitroute durch die Ukraine.» Wingas erhalte derzeit nicht die
gesamte vereinbarte Liefermenge über diese Route. Wie groß die
Ausfälle sind, sei derzeit nicht zu beziffern.

Beide Unternehmen versicherten, dass die Versorgung der Kunden in
Deutschland sichergestellt sei. Wingas beziehe einen Großteil seines
aus Russland importierten Gases über die durch Weißrussland und Polen
führende Pipeline. Zudem verfüge das Unternehmen im norddeutschen
Rehden über den größten Erdgasspeicher Westeuropas. Der Speicher sei
- wie zu dieser Jahreszeit üblich - gut gefüllt, hieß es weiter.

Laut Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg stoßen die Möglichkeiten
des Unternehmens «an ihre Grenzen, wenn diese drastischen
Lieferkürzungen anhalten und die Temperaturen weiterhin auf sehr
niedrigem Niveau bleiben». Ruhrgas fordert die Konfliktpartien auf,
die Verhandlungen wieder aufzunehmen und den Konflikt beizulegen.

Russland und die Ukraine streiten derzeit über den Preis der
künftigen Gaslieferungen. Moskaus sieht seine Forderung als
Angleichung an westeuropäische Gaspreise, für die Ukraine bedeutet
sie mehr als eine Verdoppelung.

Im Tagesverlauf wollte sich Bundeswirtschaftsminister Michael Glos
(CSU) mit dem russischen Gazprom-Vize Gazprom, Alexander Medwedew, in
Berlin zu einem Gespräch über die Erdgaslieferungen nach Deutschland
treffen.

Quelle: ddp

(Redaktion)


 


 

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Ukraine
Russland
Gazprom
Gas-Streit

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