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Interview

9 Fragen an... Elmar Duffner, Geschäftsführer von Poggenpohl Möbelwerke GmbH

OWL.Business-on.de befragte führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik der Region Ostwestfalen-Lippe zu den Perspektiven der regionalen Wirtschaftssituation in 2009. Elmar Duffner, Geschäftsführer der Poggenpohl Möbelwerke GmbH, konnte im vergangenen Jahr trotz der Finanzkrise ein Umsatzplus erzielen und sieht in der aktuellen Wirtschaftssituation mehr Chancen als Risiken.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche im Jahr 2008?

Elmar Duffner: Trotz der Finanzkrise und ihren aktuellen Auswirkungen auf die Wirtschaft konnte die Möbelbranche in einem gesamtwirtschaftlich äußerst schwierigen Umfeld, in dem nahezu sämtliche Industriezweige Federn lassen mussten, ein Umsatzplus erzielen. Bis Ende November erwirtschaftete die gesamte Möbelbranche einen Umsatz von 14,7 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 1,9 Prozent. Die Küchenmöbelindustrie wuchs im gleichen Zeitraum sogar um 3,5 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Auch das Unternehmen Poggenpohl konnte im vergangenen Jahr den Umsatz erneut steigern. Diese Zahlen bestätigen unsere Einschätzung, dass sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Trend verstärkt, sich vermehrt in die eigenen vier Wände zurückzuziehen. Gleichzeitig bietet sich unserer Branche die Chance, den Stellenwert von Wohnen und Einrichten beim Konsumenten zu erhöhen, damit Möbel wieder stärker als wertige und langlebige Konsumgüter betrachtet werden.

business-on.de: Spüren Sie bereits die Ausmaße der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise?

Elmar Duffner: Die weltweite Finanzkrise und der dadurch ausgelöste konjunkturelle Abschwung hat die Stimmungslage bei Investoren und Verbrauchern nachhaltig verschlechtert. Insbesondere im Projektgeschäft in Großbritannien und in den USA, wo wir exklusive Wohnanlagen mit Poggenpohl-Küchen ausstatten, spüren wir derzeit einen Rückgang. Andererseits gibt es in vielen Ländern Asiens und der arabischen Welt noch sehr viel Potenzial für uns.

business-on.de: Wie schätzen Sie Ihre Perspektiven für 2009 ein? Wie wird sich Ihre Auftragslage/Ihr Umsatz im kommenden Jahr entwickeln?

Elmar Duffner: Im Januar hatten wir im Vergleich zu den vergangenen Jahren einen niedrigeren Auftragseingang. Der Start ins Geschäftsjahr 2009 war deutlich verhaltener. Wir rechnen jedoch ab dem zweiten Quartal 2009 wieder mit einer deutlichen Belebung des Auftragseinganges.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Ihr Unternehmen bringen? Werden Sie expandieren?

Elmar Duffner: Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bin ich nach wie vor der Auffassung, dass die aktuelle Wirtschaftskrise mehr Chancen als Risiken bietet. Poggenpohl wird seine Wachstumsstrategie konsequent fortsetzen und auch 2009 in den Vertrieb mit eigenen Studios investieren. Im ersten Quartal eröffnen wir u.a. neue Studios in Dallas, Houston, Philadelphia, London und Bremen. Damit steigt die Zahl eigener Verkaufsstudios auf insgesamt 36. Die Eröffnung eines Studios in Tokio ist ebenfalls in Vorbereitung. Bis zum Jahr 2013 wollen wir insgesamt 90 eigene Studios in Betrieb nehmen.

business-on.de: Wo würden Sie gern einmal einen Tag arbeiten, wenn Sie die Möglichkeit hätten und warum?

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Elmar Duffner: Im Management des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim, um diese einzigartige Aufbruchstimmung mitzuerleben und weil dort mit Weitsicht, großem Optimismus und breiter Brust nachhaltig und professionell bis ins Detail gearbeitet wird.

business-on.de: Sind Sie zufrieden mit dem Standort Ostwestfalen-Lippe und welche Faktoren schätzen Sie besonders? Planen Sie, künftig weiter in Ostwestfalen-Lippe zu investieren?

Elmar Duffner: Mit dem Standort Ostwestfalen-Lippe sind wir nicht nur sehr zufrieden, sondern dieser Standort ist für uns das Model-Cluster Nr. 1 in Europa. Alle für uns wichtigen Lieferanten befinden sich in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern um den Firmensitz. Wir haben gut ausgebildete Arbeitskräfte, eine ideale Verkehrsanbindung und in der gesamten Region einen hohen Freizeitwert. Konkrete Planungen für größere Investitionen am Standort gibt es derzeit keine.

business-on.de: Wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit aus? Reichen Engagement und Förderung aus oder müsste hier noch mehr getan werden? Was müsste seitens der Politik in diesem Bereich getan werden?

Elmar Duffner: Die Vorteile dieser Region sind über die Landesgrenzen hinaus weitgehend unbekannt. Das erfahre ich immer wieder von neuen Mitarbeitern, die aus anderen Regionen Deutschlands kommen. Der Wirtschaftsraum Ostwestfalen-Lippe muss noch besser vermarktet werden, um Spitzenkräfte für die Region zu gewinnen.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die Ihre Branche 2009 maßgeblich bestimmen werden?

Elmar Duffner: Die Internationalisierung der Küchenmöbelindustrie wird weiter voranschreiten. Schon heute liegt die Exportquote deutscher Küchenmöbel bei knapp 36 %, Tendenz steigend. „Homing“ – der Rückzug ins eigene Zuhause - bleibt ein Megatrend. Darüber hinaus nehmen die Trends zur Individualisierung, Mobilität und Gesundheit Einfluss auf die Art wie wir leben und wohnen. Zwei Beispiele: Männer entdecken mehr und mehr die ehemalige Frauendomäne „Haus und Heim“ für sich. Oder: Küche-Essen-Wohnen verschmelzen zu einer Einheit wo alle Möbel überall hin passen.

business-on.de: Haben Sie einen guten Vorsatz für das neue Jahr?

Elmar Duffner: Vorsätze zum neuen Jahr haben leider ein kurzes Verfallsdatum. Ich halte mich lieber an ein chinesisches Sprichwort: „Wer sich mit festem Sinn ein Ziel erkoren, wird einen Berg bis zum Meer durchbohren.“

(Redaktion)


 


 

9 Fragen an
Elmar Duffner
Geschäftsführer Poggenpohl Möbelwerke GmbH
Wirtschaftssituation 2009

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