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Bertelsmann Stiftung

Gunter Thielen zieht 100-Tage-Bilanz

"Die Bertelsmann Stiftung will die Globalisierung in Deutschland mitgestalten." Dieses Ziel gab Dr. Gunter Thielen bekannt. In seiner "100-Tage-Bilanz" unterstrich der neue Vorstandsvorsitzende: "Wir alle leben in einer Welt, die sich mit großer Dynamik verändert. Wir wollen eine Stiftung sein, die an diesem Veränderungsprozess mitwirken möchte."

Thielen hat in seinen ersten 100 Tagen im Stiftungsvorsitz schon einiges angestoßen, um dieses Ziel zu erreichen: "Wir haben die Organisationsstruktur der Bertelsmann Stiftung den neuen Anforderungen angepasst, haben Projekte, Inhalte und Ressourcen gebündelt." Gleichzeitig wurden weitere Schritte für eine internationalere Ausrichtung der Stiftungsarbeit gemacht. Ein Büro in Washington wurde Anfang des Jahres eröffnet. Vorrangiges Ziel ist der verstärkte Ausbau der Zusammenarbeit mit amerikanischen Stiftungen und Think Tanks. Wichtige Institutionen, Entscheider und Multiplikatoren sollen zusammengeführt und so das gegenseitige Verständnis gefördert werden.

Der Mensch als Individuum steht im Mittelpunkt der Arbeit

Aber der Vorstand der Bertelsmann Stiftung hat auch eine neue inhaltliche Ausrichtung beschlossen. "Der Mensch als Individuum steht im Mittelpunkt unserer Arbeit", betonte Thielen. "Was wir als Bertelsmann Stiftung tun, muss Menschen nutzen." Dieser Schwerpunkt wird auch im neuen Claim der Stiftung deutlich: "Menschen bewegen. Zukunft gestalten."

"Alle Kids sind VIPs! Integration braucht Bildung"

Konkret wird die Ausrichtung der Stiftung auf Teilhabe und Integration jedes einzelnen bereits bei der Verleihung des diesjährigen Carl Bertelsmann-Preises. In unserem Bildungs- und Schulsystem werden Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien bisher deutlich benachteiligt. Jedes Kind, unabhängig von seiner Herkunft, ist wichtig und verdient eine Chance. Der Carl Bertelsmann-Preis steht deshalb in diesem Jahr - dem 20. seines Bestehens - unter dem Motto: "Alle Kids sind VIPs! Integration braucht Bildung".

Bildungserfolg in Deutschland hängt von sozialer Herkunft ab

Internationale Studien zeigen, dass in Deutschland der Bildungserfolg wie in kaum einem anderen Land von der sozialen Herkunft abhängt. Besonders betroffen sind davon Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien: Sie erzielen bei gleicher Intelligenz niedrigere Schulabschlüsse und ihre Chancen auf eine Berufsausbildung sind nur halb so groß. Durch diese Bildungsbenachteiligung werden Talente vergeudet und Menschen erhalten nie eine realistische Chance.

Der Carl Bertelsmann-Preis 2008 will gute Beispiele hervorheben, die in der Schule die individuelle Förderung von Kindern mit Zuwandergeschichte ermöglichen. Im Rahmen der internationalen Recherche werden die Bildungs- und Integrationspolitik von zehn Ländern untersucht. Hierbei ist besonders die Integration der zweiten Zuwanderer-Generation im Blick.

Recherchiert wurde in den klassischen Einwanderungsländern Australien, Kanada, Neuseeland und USA. Zudem wurden die europäischen Länder mit Kolonialvergangenheit (Frankreich, Niederlande und Großbritannien) sowie die europäischen Länder mit Arbeitsmigration (Schweden, Norwegen und die Schweiz) unter die Lupe genommen. Alle Rechercheländer sind nach jüngsten PISA-Ergebnissen bei der Integration der zweiten Generation erfolgreicher als Deutschland. Ergebnisse und Erfahrungen der internationalen Recherche, werden bei der Preisverleihung am 4. September 2008 in Gütersloh vorgestellt.

Stiftungs-Etat liegr 2008 bei rund 72 Millionen Euro

Die Bertelsmann Stiftung hat mit ihren 330 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2007 rund 63 Millionen Euro in ihre Reformarbeit investiert. Im laufenden Geschäftsjahr 2008 liegt der Stiftungs-Etat bei rund 72 Millionen Euro. Seit ihrer Gründung hat die Bertelsmann Stiftung insgesamt rund 728 Millionen Euro für gemeinnützige Initiativen ausgegeben.

(Redaktion)


 

 

Gunter Thielen

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