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Silvesternacht

Hilfe, es brennt!

Wer haftet für Schäden, die durch den Umgang mit Kerzen und Feuerwerkskörpern entstehen? Die besinnliche, stille und heilige Weihnachtsnacht wird schon in den ersten Stunden nicht selten durch die Sirenen der Feuerwehr gestört. Den Grund für das Ausrücken der Feuerwehr, bekommt man in dieser Zeit täglich in den Nachrichten genannt. Da ist von trockenen Weihnachtsbäumen und Adventskränzen die Rede, die besonders leicht entflammbar sind oder von Schäden die an Personen und Gebäuden entstehen durch den falschen Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Jedes Jahr haben die deutschen Haushalts- und Wohngebäudeversicherungen Schäden in mehrfacher Millionenhöhe zu tragen. Darüber hinaus verletzen sich in der Silvesternacht Tausende von Menschen beim Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Wer für die entstandenen Schäden an Personen oder Gegenständen aufkommt, ist nicht immer klar abzugrenzen. Häufig spielen die sogenannten konkreten Umstände des Einzelfalls eine Rolle, etwa wenn entschieden werden soll, ob jemand grob-fahrlässig im Umgang mit Feuerwerkskörpern oder mit Adventskränzen gehandelt hat und nun nach einem Wohnungsbrand nicht damit rechnen kann, dass die Versicherung den Schaden zahlt.

Mit brennenden Kerzen ist es so eine Sache

Verlässt jemand eine Wohnung, oder lässt für einen bestimmten Zeitraum Adventskränze oder Weihnachtsbäume mit Kerzen unbeaufsichtigt, so werden die Versicherer in der Regel davon ausgehen, dass dies eine grob-fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalls darstellt. Grobe Fahrlässigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die Kerzen in der Nähe leicht entflammbarer Gegenstände aufgestellt werden und sich der Versicherungsnehmer in einen anderen Raum begibt oder dort für längere Zeit verweilt. Insbesondere schon fast ausgetrocknete Adventskränze sollten auf keinen Fall aus den Augen gelassen werden.

Noch unklarer ist die Sach- und Rechtslage, wenn es um die Verletzungen oder Schäden durch Feuerwerkskörper geht. Weil Feuerwerke grundsätzlich von den Gerichten als gefährlich eingestuft werden, stellen diese an die Sorgfaltspflichten des Umgangs mit Feuerwerk sehr hohe Ansprüche. Wer ein Feuerwerk veranstaltet muss grundsätzlich dafür sorgen, dass eine Gefährdung anderer durch das Feuerwerk ausgeschlossen ist. Passiert etwas, spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass derjenige, der das Feuerwerk genutzt hat, etwas falsch gemacht hat und haftet. Der Einsatz von Feuerwerkskörpern bleibt selbst dann gefährlich, wenn alle Gebrauchsvorschriften des Herstellers eingehalten werden. Erfahrungsgemäß kommt es immer wieder zu technischen Fehlern und unbeherrschbaren Querschlägern.

Feuerwerkskörper beinhalten häufig hochbrisante und gefährliche Ladungen

 Die Gerichte gehen teilweise davon aus, dass ein Umkreis von 50 m Abstand erforderlich sein soll. Insbesondere ist zu beachten, dass bei allen Feuerwerkskörpern mit sogenannten aufsteigenden Effekten, also Raketen, Bombenrohre und Feuertöpfe ein kippsicherer Stand unbedingt notwendig ist. 
 Insbesondere sollte beachtet werden, dass die Feuerwerkskörper eine Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben. Feuerwerkskörper, die aus den Ostblockstaaten oder aus asiatischen Staaten kommen sind meist günstiger, beinhalten aber häufig hochbrisante und gefährliche Ladungen, die zu schwersten Verletzungen führen können. Benutzt jemand Feuerwerkskörper, die nicht in Deutschland zugelassen sind, dürfte von vornherein eine Haftung seinerseits gegeben sein. 

Eltern sollten vor allen Dingen beachten, dass sie bei Unfällen durch Feuerwerkskörper, an denen ihre Kinder beteiligt sind, für den entstandenen Schaden haften. Die Gerichte sehen in der Regel darin eine Verletzung der Aufsichtspflicht. In der Silvesternacht dürfen die Eltern ihre Kinder nicht aus den Augen lassen. Diese müssen auch verhindern, dass Blindgänger von ihren Kindern gesucht und auch gefunden werden. Die Eltern sollten grundsätzlich darauf achten, ihren Kindern das hantieren mit Feuerwerkskörpern überhaupt nicht zu gestatten. Umso jünger die Kinder sind, desto höher sind die Anforderungen an die Aufsichtspflicht der Eltern.

Letztlich ist noch zu beachten, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nur in der Silvesternacht gestattet ist. Diese beginnt per Definition am 31. Dezember um 18:00 Uhr und endet am frühen Morgen des 1. Januars um 01:00 oder 02:00 Uhr, in manchen Städten sogar erst um 06:00 Uhr. Wer außerhalb dieser Zeiten herumknallt, muss mit einem Verfahren wegen Ruhestörung rechnen. Ebenso ist es nicht erlaubt, sich Silvester mit vielen Feuerwerkskörpern einzudecken, und diese später im Laufe des Jahres abzubrennen. Für Feuerwerke außerhalb dieser Silvesternacht bedarf es einer besonderen Erlaubnis der Gemeinden. 

(Christian Kerner)


 


 

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